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Goodbye Arbeitsmoral

New Work – eine Kolumne von Nadine Nobile & Sven Franke

Nadine Nobile & Sven Franke. Foto: Holger Isermann

… Oder was es braucht um selbstbestimmt zu Arbeiten! Das war der Titel eines Impulsvortrages, den ich vor kurzem gehalten habe. Zugegebenermaßen ist der Titel etwas reißerisch. Aber das braucht es ja manchmal um Aufmerksamkeit zu erhalten. Denn wir leben in einer Zeit des Überflusses. Täglich werden wir mit unzähligen Informationen überflutet und vor genauso viele Entscheidungen gestellt. Und so ringen die verschiedensten Absender nach unserer Aufmerksamkeit – mit allen Mitteln.

Nehmen wir nur mal den abendlichen Einkauf. Beim Blick in die Lebensmittelregale fühle ich mich regelmäßig überfordert. Welches der 25 verschiedenen Gewürzgurkengläser soll ich nur nehmen? Diesem Überangebot sind wir nicht nur im Supermarkt ausgesetzt. Es genügt der Blick in den Posteingang unserer verschiedenen E-Mail-Konten. Für den geborenen Jäger und Sammler ist das Überforderung pur. Ehrgeizig, pflichtbewusst und vielseitig interessiert takten wir unsere Kalender durch, als wäre Zeit ein Überseefrachter, den man möglichst effizient mit Containern bestückt. So fühlt sich das Leben dann auch manchmal an. Unbeweglich, überfrachtet und auf einer Reise nach Irgendwo. Getrieben werden wir meist von tradierten Glaubenssätzen, welche die Wirtschaft in der industriellen Revolution zur Höchstleistung verhalfen. „Reiß Dich zusammen!“, „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“, denn „im Leben bekommt man nix geschenkt!“. So sind wir groß geworden. Und so wurden wir in der Schule auf die Reproduktion von bereits Vorhandenem getrimmt und nannten es lernen.

Was wir dort nicht gelernt haben, ist unsere Handlungsoptionen zu beleuchten und Entscheidungen zu treffen. Denn das Agieren in komplexen Systemen, die nicht vorhersehbar sind, passt in kein Schulbuch und auf kein Arbeitsblatt. Dabei würde es uns das Leben heute so viel leichter machen, privatwie beruflich. Und so unkt es aus vielen Organisationen, dass mancher Prozess eher der Entscheidungsverhinderung dient, als ihrer Beschleunigung. Aber was braucht es, damit wir gute Entscheidungen treffen können? Wie finden wir die Antworten auf die Fragen, die uns bewegen? Und wie trennen wir uns von all dem gedanklichen Ballast, der uns ablenkt von den wirklich wichtigen Dingen. Die Antwort klingt banal! Der Weg dorthin ist es nicht! Der Orientierungs- und Ausgangspunkt jeder Reise, liegt in uns selbst. Mir persönlich habe ich die folgenden Fragen gestellt: Wer sind meine inneren Antreiber, Motivatoren, Angstmacher? Welche Stimmen halten mich davon ab, neue Wege zu gehen oder bestehendes zu hinterfragen? Wie wohlwollend begegne ich mir selbst? Und was ist mir wirklich, wirklich wichtig? Beruflich, wie privat!

Nadine Nobile ist Gründerin von CO:X. Sie unterstützt Menschen in Unternehmen als Prozessbegleiterin und Coach. „Potentiale erkennen und Entfaltung ermöglichen“, das ist dabei ihr Leitsatz.

Sven Franke ist Organisationsbegleiter und Speaker. „Experimente wagen und Neuland erkunden“, ist seine Maxime. Er initiierte das Projekt AUGENHÖHE und wurde 2017 von Xing als New Worker des Jahres ausgezeichnet.

Schlagwörter
New Work, Kolumne, Nadine Nobile, Sven Franke


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