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„Jedem Menschen bieten sich mehr Chancen, als er in seinem Leben nutzen kann“

Erfolgsmotivator und Keynote-Speaker Martin Klapheck alias der Piano-Referent über den Mut, auszubrechen, Kreativität und darüber, wie man sein Potenzial am besten ausschöpft

Der Piano-Referent: Erfolgsmotivator und Keynote-Speaker Martin Klapheck. Foto: Martin Klapheck

Vom Bankkaufmann zum Erfolgsmotivator und Keynote-Speaker: Martin Klapheck inspiriert und motiviert; er reißt sein Publikum mit – mit Klaviermusik und mit Worten. Zudem wurd er im Jahr 2016 zum dritten Mal in den Kreis der hundert besten Redner Deutschlands gewählt. Dabei sieht er fünf Erfolgs-Module als essentiell an, um erfolgreich zu sein: „Handeln, Kreativität, Positives Denken, Humor & Verrücktes tun“ sowie speziell für Unternehmer und Führungskräfte das Credo: „Rein in die Emotion des Kunden“. Wir haben mit ihm gesprochen und ihm einige Mantren aus seinem neuen Buch „Lebe deinen Beat“ entlockt.

Welches Erlebnis hat ihnen klar gemacht, dass Sie etwas in ihrem Leben ändern müssen?

Vor meiner Selbstständigkeit war ich Bankkaufmann bei einer Sparkasse. Sicher nichts Schlechtes, aber etwas Gewöhnliches. Zuletzt war ich in der Kreditabteilung. Da saß ich eines Tages vor ca. 1,5 Meter Akten, die ein Bauträger, der einen Kredit beantragte, mitgebracht hatte. Diese galt es jetzt, durchzuarbeiten, was einige Tage dauern würde. Da saß ich eingesperrt in einem nicht sonderlich schönem Büro vor diesen Akten, während draußen das Leben tobte und fragte mich: „Soll das jetzt dein Lebensinhalt und deine Art zu Arbeiten sein.“ Ich beantwortet mir die Frage mit einem klaren Nein, kündigte und machte mich selbstständig. Seitdem hat sich mein Leben unter allen Aspekten verbessert.

Gibt es einen Menschen, der Sie immer wieder ermutigt? Wie sie es vielleicht nennen würden, einen „Power-Menschen“?

Ja, mein Vater. Er hat mir immer wieder vorgelebt, dass Erfolg kein Zufall ist, sondern eine Entscheidung. Wenn er als Unternehmer oder Kommunalpolitiker etwas erreichen wollte, hat er, egal was sich ihm in den Weg stellte, genau so lange weitergemacht, bis er es erreicht hatte.

Warum ist Musik so wichtig für Sie und was löst sie in Ihnen aus?

Musik ist mein stärkster Motivator. Wenn ich mal einen Hänger habe, weil etwas nicht so gut gelaufen ist, höre ich Powermusik. Das ist Musik, die mich puscht. Wenn ich diese Musik höre, spüre ich meine Stärken und meine Gestaltungskraft. Meine Energie steigt so stark an, dass ich es kaum erwarten kann, loszulegen und was zu tun. Sei es, Sport zu machen, mit einem Projekt zu starten oder mit den Kindern zu toben.

Warum mögen Sie besonders das Klavier? Was macht dieses Instrument so besonders?

Das Klavier ist ein altes Instrument, das nichts von seiner Faszination verloren hat. Der besondere Reiz liegt darin, dass es so vielseitig ist. Ich kann alle Funktionen (Bass, Harmonie, Melodie) gleichzeitig spielen. Ich kann ganz leise und zärtlich spielen und laut und dynamisch, ja fast brutal. Oft setze ich mich ans Klavier und weiß vorab gar nicht, was ich spiele. Ich lasse einfach heraus, was gerade aus mir heraus kommt und bin häufig überrascht was passiert. Ich gebe dem Klavier etwas und das Klavier gibt mir etwas zurück. Das ist sehr aufregend.

Welche Musiker inspirieren sie, und in welcher Form?

Mich inspirieren im Grunde genommen alle Musiker, die beim Spielen Ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Musiker bei denen man spürt, wenn man ihnen zuhört, dass Sie während des Spielens alles geben. Die wirken, als würden sie beim Spielen ihre Seele auf die Bühne werfen. Als wären Sie bereit für die Musik, die sie in diesem Augenblick spielen, zu sterben. Der Zuhörer und Betrachter spürt den Unterschied sehr deutlich, wenn er z. B. irgendeinem Disco-Mäuschen, das ohne Seele einen Pop-Song dahin säuselt hört und im Vergleich dazu etwas von Meat Loaf oder Joe Bonamassa ansieht.

An welche Zielgruppe richtet sich ihr Buch und was möchten sie damit bewirken?

Es richtet sich an alle Menschen, die irgendwie das Gefühl haben, das irgendetwas nicht stimmt in ihrem oder mit ihrem Leben. Menschen, die sich ähnlich wie ich damals fragen: Soll es das schon gewesen sein. Menschen, die ihre Träume dem Alltag und der Routine geopfert haben. Ich möchte damit bewirken, dass viele Menschen intensiver und erfüllter leben, als das im Moment der Fall ist.

Was sind die wichtigsten Themen, die sie dem Leser vermitteln wollen bzw. warum sollte man überhaupt „kreativ verrückt“ werden?

Wenn der Leser seine Kreativität stärker nutzt führt das dazu, dass er falsche Glaubensätze hinterfragt und schließlich über Bord wirft. Es führt dazu, dass er in sich hinein hört, seine wahren Wünsche und Bedürfnisse aufspürt und diese immer mehr umsetzt. Letztlich führt es zu einem erfüllteren Leben. Die Kreativität ist ja nur ein Aspekt in meinem Buch, es geht auch um das Handeln, um positives Denken und darum, wie ich den Alltag mit spannenden Verrücktheiten auflade, ohne mein bisheriges Leben abbrechen zu müssen.

Sie wirken sehr ausgeglichen und in ihrem Buch sagen sie, dass man immer positiv bleiben soll. Gibt es trotzdem Dinge, die sie richtig wütend machen?

Ja natürlich gibt es die! Beispielsweise bei menschlicher Dummheit gepaart mit Ignoranz. Es ist nicht möglich, immer ausgeglichen zu sein. Das wäre auch gar nicht erstrebenswert. Wenn ich als Mensch schlecht behandelt werde und in meinem Selbstwert verletzt werde, ist es wichtig, Grenzen zu setzten und auch mal auf den Tisch zu hauen. Mir sind vor allem zwei Dinge wichtig: Erstens, dass man sich die Bedeutung bestimmter Ärgernisse für das eigene Leben bewusst macht. Ist es wirklich ein Grund, mich bis zur Weißglut zu ärgern, weil mein Nachbar seine Mülltonne in meine Einfahrt stellt? Oder wäre es nicht besser, die Tonne froh gelaunt einfach zur Seite zu schieben. Ich beobachte häufig, dass wir uns über Kleinigkeiten aufregen, über Dinge, die uns gar nicht betreffen. Während wir uns um die wirklich wichtigen Dinge, direkt in unserem Umfeld viel zu wenig kümmern. Zweitens macht es Sinn, Ärger zu limitieren, d. h. festzulegen, wie lange ich mich über eine bestimmte Sache ärgere. Und diese Zeit sollte möglichst angemessen sein.

Haben sie ihr Leben nur in der Denkweise umgestellt oder auch in Bereichen wie z. B. Ernährung, Fitness oder Nachhaltigkeit? Wie wichtig sind diese für sie?

Veränderungen in der Denkweise sind der erste Schritt, um etwas im Leben zu verändern. Dann muss das Handeln folgen. Ich habe einiges umgestellt. So arbeite ich weniger, lege die Arbeitszeit fest und lasse mich nicht fremd bestimmen von meiner Arbeit. Stattdessen verbringe ich intensive Zeit mit meiner Frau und den Kindern. Es ist ein großes Vergnügen mit den Kindern zu spielen und  konzentriert für sie da zu sein. Auch verbringe ich viel Zeit mit Musik. Ich mache jeden Morgen Rückengymnastik (übrigens zu fetziger Musik) und jogge zwei bis dreimal die Woche. Ich esse weniger Fleisch als früher und mehr vegetarische Gerichte. Kurze Strecken fahre ich nicht mehr mit dem Auto, sondern mit einem Elektroroller oder dem Fahrrad.

Wie beeinflusst die zunehmende Digitalisierung unsere Lebensfreude?

Richtig genutzt wäre die Digitalisierung durchaus geeignet, unsere Lebensfreude zu steigern. Nie war es z. B. so einfach, kreativ zu sein. Mit dem ipad können Sie sich ohne großen Aufwand als DJ betätigen, Sie können malen, Musik produzieren oder Filme schneiden. Das alles ist kreativ und macht Spaß. Aber leider beobachte ich das sehr selten. Häufiger beobachte ich, wie die Menschen durch Digitalisierung das reale Leben einschränken, zerstückeln und zerstören. Ich halte es vor dem Hintergrund von Lebensqualität für sehr bedenklich, dass sich Menschen ihr Leben permanent von Mails und von Whatsapp-Nachrichten unterbrechen lassen. Wenn ich mich immer unterbrechen lasse, kann ich den Augenblick nicht wahrnehmen. Die intensive Wahrnehmung des Augenblicks ist an Zeitlosigkeit gebunden. Diese Zeitlosigkeit wird durch Digitalisierung zerstört, wenn ich sie nicht auch mal aussperre. Die Faszination eines Sonnenuntergangs beispielsweise kann ich nicht spüren, wenn ich den Sonnenuntergang fotografiere, um ihn dann auf Facebook zu posten. Mein Gegenüber kann ich nicht richtig wahrnehmen, wenn ich mich von eingehenden Mails unterbrechen lasse. So verpasse ich das Leben. Ich halte es für sinnvoll, die mobil-devices so einzustellen, das keine Mails, Nachrichten und Mitteilungen sofort angezeigt werden, wenn sie eingehen. Besser ist es, das zu von mir festgelegten Zeiten abzufragen und in der digitalfreien Zeit das reale Leben mit allen Sinnen zu genießen.

Was bedeutet für sie Lebensfreude?

In mich hinein zu hören, was wirklich mein Bedürfnis ist, unabhängig von Zwängen und Erwartungen und das dann einfach mutig zu tun. Mutig zu tun heißt, sich nicht von limitierenden Glaubenssätzen wie: das geht nicht, das passt nicht zu meinen sozialen Status, das kann ich in meinem Alter nicht machen oder das gehört sich nicht, aufhalten zu lassen. Mutig heißt auch, sich nicht von anderen Menschen aufhalten zu lassen. Fühlen und dann einfach machen.

Wird ihnen manchmal vorgeworfen, alles schön zu reden?

Nein, denn ich rede nichts schön. Ich halte nichts von einem „Alles-wird-gut-Fatalismus“. Natürlich gibt es widrige Umstände und Ungerechtigkeiten, die zum Himmel stinken. Aber ich motiviere die Menschen, sich davon nicht lähmen zu lassen. Vielmehr sich die Chancen, die sich jeden Tag bieten, zu sehen und zu nutzen. Ich bin der festen Überzeugung: Jedem Menschen bieten sich mehr Chancen, als er in seinem Leben nutzen kann. Ich kann jeden Tag mein Leben etwas besser ausrichten. Nur sehen und tun das viele Menschen leider nicht.

Würden sie ihr Buch auch Politikern empfehlen, damit sie ihr Handeln mehr dem Wunsch der Menschen anpassen?

Unbedingt, da Politiker auch Menschen sind, die sehr abhängig von anderen, also fremdbestimmt sind, z. B. vom Wähler. Und da kann es sein, dass der Blick fürs Richtige unter ethischen und Gerechtigkeitsgesichtspunkten vernebelt wird. Auch sind Politiker zeitlich oft so stark durch ihre politischen Aufgaben gebunden, dass auch bei Ihnen viele Lebensbereiche zu kurz kommen. Übrigens habe ich meine Buch „Lebe Deinen Beat“ persönlich Bundespräsident Joachim Gauck, Norbert Röttgen und Christian Lindner geschenkt. Alle haben sich herzlich dafür bedankt.

Lebe deinen Beat – das neue Buch von Martin Klapheck. Foto: Martin Klapheck

www.lebedeinenbeat.de 

 

Schlagwörter
Martin Klapheck, Keynote-Speaker, Erfolgsmotivator, „Lebe deinen Beat“


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