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Mit Tempo 30 auf dem Rad durch die Region

Vier Radschnellwege sollen Braunschweig mit Wolfsburg, Salzgitter, Wolfenbüttel und Vechelde verbinden

In Göttingen gibt es bereits einen Radschnellweg. Foto: dpa

Für die etwa 26 Kilometer von Braunschweig zum VW-Werk nach Wolfsburg benötigt Olaf Mindermann derzeit etwa 55 Minuten, wie er sagt. Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Braunschweig fährt den Weg zu seinem Arbeitsplatz bei „jedem Wind und Wetter – ganzjährig“. In ein paar Jahren wird er voraussichtlich deutlich schneller vorankommen. Dann soll der Radschnellweg zwischen Braunschweig und Wolfsburg über Lehre und dem VW-Stammwerk in die City fertig sein.

Festnageln lassen wollten sich die Oberbürgermeister von Braunschweig und Wolfsburg, Ulrich Markurth und Klaus Mohrs, über den Zeitrahmen am Dienstag nicht. „Ich gehe aber davon aus, dass der Radschnellweg Anfang des nächsten Jahrzehnts steht“, sagte Mohrs, der die Pläne gestern mit Markurth und dem Regionalverband Großraum Braunschweig sowie der Allianz für die Region vorstellte. Demnach würde die Fahrrad-Autobahn in wenigen Jahren eröffnet.

Mindermann vom ADFC freut sich. „Das ist sehr positiv. Was Radschnellwege betrifft, wären wir in Deutschland ganz vorne mit dabei.“ Viele Städte haben Pläne in der Schublade, Radschnellwege gibt es bisher aber erst in Göttingen (siehe Foto) und im Ruhrgebiet. Dort haben die Städte richtig rangeklotzt: Der Radschnellweg Ruhr ist 100 Kilometer lang, soll sogar noch ausgebaut werden. In Dänemark und vor allem in den Niederlanden gibt es viele Radschnellwege.

Die Radschnellwege in unserer Region sollen Vorbildcharakter für ganz Deutschland bekommen. Gleich vier Radschnellwege in einer Region wären einzigartig. Sie sollen auch für E-Räder ausgerichtet sein, die Tempo 30 und mehr fahren können.

Markurth, Mohrs, Detlef Tanke und Hennig Brandes vom Regionalverband sowie Manfred Günterberg von der Allianz für die Region machten klar, dass sie es ernst meinen mit den Radschnellwegen. Die Vorzeichen sind günstig: Das Land Niedersachsen stellt für 2017 und 2018 Fördermittel in Höhe von insgesamt gut zwölf Millionen Euro bereit. Wolfsburgs OB Mohrs ließ durchblicken, dass die Städte bereits in Gesprächen mit Verkehrsminister Olaf Lies stehen. Der Fördertopf wurde offenbar extra für Städte in der Region erstellt. Erst in dieser Woche wies das Verkehrsministerium den Antrag der Stadt Garbsen für einen geplanten Radschnellweg zwischen Garbsen und Hannover zurück. Mohrs erklärte, er gehe davon aus, dass das Land auch bei einem möglichen Regierungswechsel nach den Landtagswahlen Fördermittel für Radschnellwege zahlen werde.

 

Dieser Artikel ist am 06.09.2017 in der Braunschweiger Zeitung erschienen. Weitere Nachrichten und alles Wissenswerte aus Braunschweig, Wolfsburg und der Region38 finden Sie auf www.braunschweiger-zeitung.de.

Schlagwörter
Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter, Radschnellweg


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