Anzeige
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter

Diese schlauen Wohnungen denken für Sie mit!

Nibelungen-Wohnbau, Wiederaufbau und TU Braunschweig testen, was ältere Menschen und Bewohner mit Behinderung brauchen

Bei der Einweihung der Forschungswohnungen im November 2016: Prof. Ulrich Reimers, Vizepräsident für Strategische Entwicklung und Technologietransfer der TU Braunschweig, Rüdiger Warnke, Vorsitzender Nibelungen-Wohnbau-GmbH, Dr. Carola Reimann MdB, Abgeordnete des Wahlkreises Braunschweig, Dr. Harald Schrom, Projektleiter. Foto: TU Braunschweig

Wie lange kann ich wohl in meiner eigenen Wohnung bleiben, selbstbestimmt und sicher, wenn ich mal alt bin, krank und gebrechlich? Hoffentlich sehr lange, wünschen sich die meisten. Aber wie gelingt das? Antworten darauf suchen die Nibelungen-Wohnbau und die Baugenossenschaft Wiederaufbau. Die beiden Wohnungsunternehmen haben sich daher vor einiger Zeit mit Wissenschaftlern zusammengetan.

Das Resultat: Es gibt bereits Forschungswohnungen mit entsprechender Technik in der Weststadt und im Heidberg. Gestern wurde nun das Startsignal für sechs weitere Forschungswohnungen in einem Mehrfamilienhaus in Querum gegeben. Dort wird ab sofort die Zukunft des Wohnens getestet – mit besonderem Blick auf Assistenzsysteme für das Wohnen im Alter oder mit Behinderung. Mit im Boot sind das Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der TU sowie das Peter-L.-Reichertz-Institut für Medizinische Informatik, das zur TU Braunschweig und auch zur Medizinischen Hochschule Hannover gehört.

Das Haus in Querum steckt voller High-Tech: 600 Mini-Rechner sind in den sechs Wohnungen verbaut – in Steckdosen, Lichtschaltern und Sensoren. Sie sorgen dafür, dass die Wohnungen (fast) alles selber machen. TU-Experte Harald Schrom könnte stundenlang alle Funktionen aufzählen, zum Beispiel diese: Die Mini-Rechner steuern in jedem Raum Licht, Fenster, Rollos und Heizung – ganz nach den Wünschen des Bewohners. Sie stellen den Herd aus, wenn eine bestimmte Zeit lang niemand mehr in der Küche ist. Sie erinnern vorm Verlassen der Wohnung an die Einnahme von Medikamenten. Sie registrieren Stürze und können einen Notruf absetzen. Sie informieren den Pflegedienst, wenn der Bewohner sehr unruhig geschlafen und morgens nicht wie sonst üblich geduscht hat ...

Und wo bleibt der Datenschutz? „Das darf natürlich immer nur mit dem Einverständnis des Bewohners geschehen“, betont Professor Reinhold Haux vom Institut für Medizinische Informatik. „Der Gewinn ist enorm: Es geht um mehr Sicherheit und gesundheitliche Unterstützung, ohne dass der Bewohner selbst technisches Knowhow haben muss. Die Wohnung wird zum diagnostisch-therapeutischen Raum – mit dem Ziel, lange selbständiges Wohnen zu ermöglichen.“

Jetzt gehe es darum, die Technik zu testen und zu verbessern. In den Forschungswohnungen in Querum wohnen Studenten, die alles unter die Lupe nehmen. Gefördert wird das Projekt vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser und von der Metropolregion.

 

Dieser Artikel ist am 15.08.2017 in der Braunschweiger Zeitung erschienen. Weitere Nachrichten und alles Wissenswerte aus Braunschweig, Wolfsburg und der Region38 finden Sie auf www.braunschweiger-zeitung.de.

Schlagwörter
Testwohnung, Nibelungen-Wohnbau, Baugenossenschaft Wiederaufbau, TU Braunschweig, Medizinische Hochschule Hannover, Harald Schrom, Reinhold Haux


Kommentar schreiben
Um zu kommentieren, müssen Sie sich anmelden!
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige