„Ein Zuhause in Wolfsburg“

Elisabeth Pötsch, Präsidentin des Internationalen Freundeskreis Wolfsburg e.V., im Interview

Elisabeth Pötsch, Präsidentin des Internationalen Freundeskreis Wolfsburg e.V. Foto: Holger Isermann

Elisabeth Pötsch, Präsidentin des Internationalen Freundeskreis Wolfsburg e.V. Foto: Holger Isermann

Die Welt zu Gast bei Freunden“ war nicht nur das offizielle Motto der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, sondern könnte auch für die Stadt Wolfsburg gelten, die im gleichen Jahr den Internationalen Freundeskreis Wolfsburg e.V. (IFK) ins Leben rief. Das Ziel: Die Stadt bei den wachsenden Anforderungen der Globalisierung und beim Ausbau und der Pflege ihrer internationalen Beziehungen zu unterstützen. Vor allem aber will der IFK die Verbindungen zwischen Menschen verschiedenster Herkunft in Wolfsburg durch interkulturelle Veranstaltungen stärken. Zudem sollte auch das Ansehen Wolfsburgs als internationale, offene und zukunftsorientierte Stadt gefördert werden. Das hat bis heute sehr gut funktioniert. Anlässlich des 80-jährigen Geburtstags von Wolfsburg sprachen wir mit Elisabeth Pötsch, Gründungspräsidentin des Internationalen Freundeskreis Wolfsburg e.V., über ihr Engagement, die Partnerstädte und den richtigen Teamspirit. Den lebt sie auch privat: denn die Österreicherin ist eine leidenschaftliche Teamseglerin.

Frau Pötsch, was war damals der Impuls zur Gründung des Internationalen Freundeskreis Wolfsburg e.V.?

Der damalige Oberbürgermeister Prof. Rolf Schnellecke, hat sich immer gewünscht, die Betreuung von internationalen Gästen zusätzlich in die Hände von aktiven Bürgern zu geben. Als ich damals aus Stuttgart nach Wolfsburg zog, brachte ich bereits Erfahrung aus dem ehrenamtlichen Bereich mit und so entstand die erste Idee zur Gründung des IFK, der heute weitaus mehr Aufgaben und Ziele hat.

Wie würden Sie den Freundeskreis in ein paar Worten beschreiben?

International, dynamisch, gastfreundlich – auch jung durch unsere „Young Friends“, die mit ihren jüngeren Programm-Angeboten ein wichtiger Teil der großen IFK-Gemeinschaft sind. Aktuell haben wir 411 aktive Mitglieder im Alter zwischen 18 und 92 Jahren. Wir wollen kulturelle Brücken bauen, Vorurteile anderen Kulturen und Ländern gegenüber abbauen, das Verständnis für einander steigern. Das ist unser Beitrag zur Völkerverständigung.

Was macht Ihr Verein, was die Stadt nicht leisten kann?

Wir ergänzen die Betreuung der ausländischen Gäste nach unseren Möglichkeiten. Wir initiieren Stadtrundfahrten und Besichtigungen und begleiten sie bei ihrem Aufenthalt in Wolfsburg. Einzelne Mitglieder sprechen zudem die entsprechenden Landessprachen der Gäste. Wir wollen die Menschen willkommen heißen und versuchen, ihnen ein Gefühl von einem Zuhause in Wolfsburg zu geben. Darüber hinaus organisieren wir Vorträge und Diskussionsveranstaltungen, klassische und moderne Konzerte, Länder-Themenabende und Filmvorführungen; außerdem Reisen und Fahrten in Partner- und Freundschaftsstädte. Generell ermöglicht der Verein einen unmittelbareren Zugang und schafft unter den Mitgliedern noch mehr Bindungen. Darüber hinaus verstehen wir uns aber auch als „Plattform“ der in Wolfsburg vertretenen Nationen und fördern die Begegnung/Vernetzung der Menschen in den bestehenden ausländischen Vereinen.

Wie haben sich die Aufgaben in den vergangenen zwölf Jahren gewandelt?

Die wichtigste Aufbauarbeit ist getan. Wie weit wir mit unseren Vorhaben heute gekommen sind, hätte ich mir damals nicht vorstellen können. Auch dank unserer Partner wie beispielsweise der Autostadt, der Wolfsburg AG, dem Kunstmuseum oder dem Phaeno, mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten. Und darüber bin ich sehr glücklich. Vor allem aber wird deutlich, dass dies eine Teamleistung ist, ein Zusammenspiel von allen. Auch im Präsidium arbeiten wir als Vierer-Team.

Was sind die wichtigsten Städtepartnerschaften?

Wolfsburg hat derzeit 15 Freundschaftsstädte, das ist im deutschlandweiten Vergleich eine relativ hohe Anzahl. Berlin pflegt im Vergleich 17 Städtepartnerschaften. Grundsätzlich sind der Stadt Wolfsburg alle Verbindungen wichtig, jede auf ihre Weise, da möchte ich keine besonders herausheben.

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