„Mein Team schlaut mich auf“

Gerhard Künne von der Mobility Unit der Volkswagen Financial Services AG über innovative Dienstleistungsangebote, die Versuchungen einer Übernahme und den Wunsch, die Dinge wirklich verstehen zu wollen …

Gerhard Künne. Foto: Holger Isermann

Gerhard Künne. Foto: Holger Isermann

Im vergangenen Jahr hat die Volkswagen Financial Services AG die Geschäftsfelder Parken (sunhill und paybyphone), Tanken und Laden (LogPay), Vermieten von LKW und PKW (Euromobil, Rent­a­car und Euroleasing) und Carsharing (Greenwheels) in der neu geschaffenen Mobility Unit zusammengefasst. Wir sprachen mit dem Leiter Gerhard Künne über innovative Dienstleistungsangebote, die Versuchungen einer Übernahme und den Wunsch, die Dinge wirklich verstehen zu wollen …

Herr Künne, seit dem 1. September 2017 sind Sie Leiter der neuen Mobility Unit. Wie verlief Ihr bisheriger Weg bei der Volkswagen Financial Services AG?

Ich bin mittlerweile 30 Jahre im Unternehmen und hatte das Glück, alle drei bis vier Jahre eine neue Aufgabe zu bekommen. Gestartet bin ich im Großkundenbereich, dann ging es in die Revision und in den Kundenservice. Zwischendrin war ich im Ausland und habe dort eine Gesellschaft aufgebaut.

Anschließend waren Sie Geschäftsführer bei der Volkswagen Leasing …

Genau. Dann kam 2017 die große Umstrukturierung und es gab die Idee, unsere Beteiligungs- und Tochtergesellschaften rund um das Thema Mobilität zusammenzufassen. Das ist heute die Mobility Unit. 

Was haben Sie gelernt?

Bankkaufmann, später habe ich den Bilanzbuchhalter ergänzt.

Was zeichnet Sie als Menschen aus? Wie leben Sie, gibt es Hobbys?

Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder, die beide nichts mit dem Thema Auto zu tun haben (lacht). In der Freizeit schraube ich gern an alten Autos herum. Ich habe einen alten Käfer, der fast 50 ist und einen noch älteren Unimog. Das aktuelle Projekt ist ein alter LKW von MAN. Meine Freizeit verbringe ich also im Liegen und im Dreck.

Ist es Zufall, dass Sie sich beruflich mit der Zukunft von Mobilität und in der Freizeit mit deren Geschichte beschäftigen?

Wahrscheinlich nicht. Wenn Sie bei einem modernen Auto die Motorhaube öffnen, sehen Sie einen Deckel. Bei den Oldtimern können Sie noch alles selbst machen, das ist viel Mechanik. Ich bin einfach einer, der wissen will, wie läuft’s, wie funktioniert’s und das grundsätzlich in allen Bereichen.

Ist das eine Ihrer Stärken?

Ich denke schon. Die meisten Mitarbeiter wissen es zu schätzen, wenn man auf Augenhöhe inhaltlich mit Ihnen diskutieren kann. Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich die Gesellschaften in meinem Bereich alle persönlich besuche. Ich möchte die Unternehmen und die Menschen kennenlernen, sie und ihre Kultur verstehen.

Wenn Sie noch einmal 30 Jahre zurückdenken. Was ist von dem damaligen Unternehmen noch übrig?

Was geblieben ist, ist der Geist für Neues, die Dynamik. Vor 30 Jahren steckte das Leasinggeschäft in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Es gab sogar den Spruch: Bist du in den Miesen, musst du leasen. Das ist heute ganz anders und mit dem Geschäftsmodell haben wir uns weiterentwickelt.

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