Das dritte Hochhaus

Business-Center III am Hauptbahnhof soll aufgestockt werden

Das Hochhaus-Trio im Brawo-Park: Die Toblerone (links), der neue Gebäuderiegel (Mitte) und das Business-Center II (rechts). Foto: Architekten BDA Reichel + Stauth

Viele Jahre lang galt das Areal rund um den Braunschweiger Hauptbahnhof als schäbig und unattraktiv. Die
Volksbank BraWo glaubte jedoch an diesen Standort, hat massiv investiert – und wird das auch zukünftig tun. Das Unternehmen sanierte zuerst das ehemalige Post-Hochhaus, das auch als Toblerone bekannte Business-Center I. Danach folgte der Bau des 70 Meter hohen Business-Centers II und des Shoppingcenters, die beide Ende 2015 eröffnet wurden. Ein Jahr später kam noch das Intercity-Hotel mit rund 170 Zimmern hinzu.

Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank BraWo, erklärte bereits Ende Januar 2018 gab Jan Tangerding seine langjährige Position als Center-Manager der Schloss-Arkaden Braunschweig ab und wechselte ins Breuningerland in Ludwigsburg. Damit verlor der Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig e. V. (AAI) nicht nur ein angesehenes Vorstandsmitglied, sondern auch einen engagierten, streitbaren und fachlich breit aufgestellten Verfechter für die Interessen der Braunschweiger Innenstadt. Die Leitung der Schloss-Arkaden übernahm seine Nachfolgerin Anne Marschner, die seit dem Jahr 2012 bei der ECE als Center-Managerin tätig ist. Die vakante Vorstandsposition von Tangerding besetzte der AAI mit Mirko Rüsing nach, der seit 2015 geschäftsführender Gesellschafter des MediaMarktes in Braunschweig mit insgesamt 50 Mitarbeitern ist. Sein Unternehmen investierte im letzten Jahr in seinen Standort Hintern Brüdern fünf Millionen Euro in aufwändige Renovierungsmaßnahmen.

Olaf Jaeschke, Vorstandsvorsitzender des AAI sagte: „Wir freuen uns, einen so engagierten Mitstreiter und für Braunschweig brennenden Menschen gewonnen zu haben. Mirko Rüsing hat sich darüber hinaus als persönliches Ziel die Weiterentwicklung der nordwestlichen Innenstadt auf die Fahnen geschrieben – diese Stärkung ist auch ein zentrales Anliegen des AAIs“. Mirko Rüsing, geschäftsführender Gesellschafter des MediaMarkt Braunschweig, unterstützt seit 1. März den AAI-Vorstand.  Im Dezember 2014 im Titel-Interview mit Standort38 erläuterte er seine Beweggründe: „Wo in ganz Deutschland gibt es einen solchen Standort mit 75.000 Quadratmetern direkt am Hauptbahnhof? Wir haben inzwischen schon wirklich exorbitante Kaufangebote bekommen, weil viele jetzt erst die Attraktivität dieser Lage erkannt haben. Für uns ist wichtig, dass wir unsere Mitarbeiter verkehrsgünstig an einem Ort versammeln können. Es gibt keinen Standort in der gesamten Region, den Sie so gut per ICE, Regionalbahn, Tram, Bus oder über die Autobahnanbindung auch per Auto erreichen können“. Nun ist, wie die Stadtverwaltung mitteilte, der Bau eines weiteren Hochhauses geplant – der Brawo-Park am Hauptbahnhof soll vervollständigt werden.

Die Volksbank Braunschweig-Wolfsburg, die rund 130 Millionen Euro auf dem früheren Postgelände investiert, will damit die Lücke zwischen der Toblerone und dem höchsten Büroturm der Stadt schließen. „Wir investieren einen Teil des Vermögens in Immobilien. Wir tun das als Bank selbst, weil wir von diesem Weg überzeugt sind und authentisch sein wollen“, sagte Brinkmann. Jetzt geht sein wohl bislang herausforderndstes Projekt in die nächste Runde: Angesichts der zurzeit hohen Nachfrage nach Büroräumen (siehe auch den aktuellen Büro-Marktbericht der Altmeppen – Gesellschaft für Immobilienbewertung und -beratung mbH) soll nun das Business-Center III realisiert werden – und zwar deutlich größer als anfangs geplant. Das Konzept sieht einen viergeschossigen Gebäuderiegel vor, aus dem im hinteren Bereich ein Hochhaus mit bis zu 19 Vollgeschossen, deutlich zurückgesetzt vom WillyBrandt-Platz, erwächst. In den Obergeschossen sollen auf rund 650 Quadratmetern pro Etage unterschiedliche Bürokonzepte realisiert werden.

Das 17. Obergeschoss ist wegen der besonderen Geschosshöhe als Konferenzebene geeignet. In den Sockelgeschossen könnten zum Beispiel eine Kundenhalle, Konferenz- und Schulungsräume sowie eine Cafeteria eingerichtet werden. Braunschweigs Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer erklärte: „Das geplante Bürohochhaus ist ein Vollgeschoss niedriger als das neu entstandene BraWo-Hochhaus. Aufgrund der Höhenentwicklung und der von der Straße zurückgesetzten Lage des geplanten Büroturms bleibt die städtebauliche Dominanz des vorhandenen BraWo-Hochhauses erhalten. Die Fassadengestaltung des geplanten Büroturms nimmt Gestaltungsprinzipien der beiden bereits bestehenden Hochhäuser auf. Damit fügt sich das geplante Hochhaus gut in das vorhandene Gebäudeensemble ein und passt auch zu den lang- und mittelfristig angedachten baulichen Veränderungen im Umfeld des Hauptbahnhofes.“

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