Der Schreibtisch von …Vardan Tigranyan - Standort38
23. Dezember 2019
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Der Schreibtisch von …Vardan Tigranyan

Geschäftsführer der Mauerwerk Hausbau GmbH

Foto: Siri Buchholz

Mit einem sauberen schwarzen Polo fährt er durch den Matsch: Vardan Tigranyan schaut auf seiner Baustelle in Groß Ilsede nach dem Rechten. Mindesten drei Tage die Woche verbringt der Geschäftsführer von der Mauerwerk Hausbau GmbH auf dem Bau. „Ich kenne jede Baustelle in- und auswendig“, erzählt der 31-Jährige und winkt den Handwerkern zu, die Häuser auf genauen Kundenwunsch bauen. Langsam fährt er an Gerüsten und Baggern vorbei, in der Baubranche ist er jedoch auf der Überholspur.

Vor drei Jahren gründete Tigranyan die Mauerwerk Hausbau GmbH, mittlerweile gehöre sie zu den gefragtesten Bauunternehmen der Region, erzählt er stolz. Zurzeit werden 18 Einfamilienhäuser und 32 Wohnungen gebaut. In Groß Ilsede stehen bereits 15 Häuser – innerhalb von einem halbem Jahr wurden sie gebaut. „Eigentlich hätte ich einen Meister machen oder Architekt werden müssen, bei mir war das aber anders. Mir hilft das Backgroundwissen aus großen Unternehmen.“ Nach einer Ausbildung zum IT-Systemkaufmann und dem Studium im Bereich International Management hat sich Tigranyan eigentlich schon auf eine Karriere in einem Großunternehmen eingestellt.

„Mein Studium hat mich eigentlich zum Krawattenträger ausgebildet“, sagt er, sitzt jetzt aber in Jeans, T-Shirt und Strickjacke im Bau-Container oder in seinem fünf Minuten entfernten Büro. 18-Stunden-Arbeitstage sind für den Bauunternehmer mittlerweile normal. „Dabei ist für mich jeder Tag wie ein Freitag – ich habe meinen Traumjob gefunden.“ Schon im IT-Portfolio-Management bei der Talanx Holding und als SAP-Berater bei der Konica Minolta kam der Traum wieder auf, den er schon mit 14 Jahren hatte: „Früher wollten immer alle Playstation spielen oder Skateboard fahren, ich habe damals das Handelsblatt und die FAZ gelesen. Ich habe schon immer davon geträumt, ein Unternehmer zu sein.“

Fliesen, Außenfassade, Klinker, Anthrazit – der Geschäftsführer kennt alle Trends der Branche. „Während meiner Zeit bei der Konica Minolta bin ich quasi durch die ganze Galaxie geflogen, wir hatten weltweit Projekte – zum Beispiel in Mailand, Madrid und Lissabon.“ Die Hotels in den Großstädten seien absolut in der Zeit und Vorbild für die Häuser, die nun in Peine und Umkreis stehen. Zur eigentlichen Gründung seines Unternehmens kam es tatsächlich aber eher zufällig.

Der Geschäftsführer schwelgt in Erinnerungen – ausschlaggebend waren letztendlich keine „Managermagazine“, sondern Dankbarkeit seinen Eltern gegenüber. „Nach meinem Studium habe ich meinem Vater zum Geburtstag ein Grundstück geschenkt, weil meine Eltern mich während des Studiums immer unterstützt haben.“ Geplant, gebaut, Glück gehabt. „Ich habe für das Haus dann aber ein so unfassbares Angebot bekommen, dass ich es einfach verkaufen musste.“ Mittlerweile haben seine Eltern ein neues Grundstück und Tigranyan plant und baut ein Haus nach dem anderen.

Die Geheimformel verrät er: Er sei Projektmanagement-Profi und dazu ein geborener Netzwerker. Das Handy klingelt fast im Minutentakt – Neuigkeiten und Baupläne teilt er mit den Handwerkern über digitale Medien. Er öffnet einen Bauplan auf seinem Smartphone, macht ein Kreuz, wo die Fenster eingebaut werden sollen, und schickt es an seine Mitarbeiter. Auch sein Traumhaus hat der Unternehmer genau vor Augen: eine Mischung aus futuristischem Design und Fabriklook. „Immer wenn ich ein Grundstück habe, verkaufe ich es dann aber doch an einen interessierten Kunden.“ Er lacht. „Der Schuster und seine Schuhe eben.“

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