22. April 2016
Aus der Region

20.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit

Das Projekt Brücken bauen unterstützt seit 2006 soziale Einrichtungen. Firmen stellen Mitarbeiter dafür frei

Frank Klingebiel (vierter von links), OB der Stadt Salzgitter, machte im vergangenen Jahr bei "Brücken bauen" mit. Foto: Bernward Comes (Archiv)

Wer arbeitet, muss auch feiern. Das findet jedenfalls Ulrich Deissner, der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Braunschweig. Seit zehn Jahren treibt seine Stiftung das Projekt „Brücken bauen“ voran. Unternehmen stellen Mitarbeiter einen Tag lang frei, damit die ein Projekt umsetzen können, das eine soziale Einrichtung sich wünscht. „Im zehnten Jahr wollen wir jetzt nach dem Aktionstag im September eine große Party im Eintracht-Stadion feiern.“ Das verriet Deissner am Dienstag am Rande der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Projektes.

Gefeiert würde zwar jedes Jahr, sobald die Projekte realisiert seien. „Aber in diesem Jahr wollen wir es mal richtig krachen lassen“, sagte Deissner. Überhaupt ist er zufrieden, wenn er auf die vergangenen neun Jahre zurückblickt. „Jedes Jahr haben wir 60 bis 65 Projekte umgesetzt, insgesamt waren es 472. Durch die ehrenamtlichen Helfer kamen jedes Jahr circa 2000 Arbeitsstunden zusammen rund 20 000 bis jetzt“, resümiert Deissner.

Unvorstellbar, müsste diese Arbeitskraft von den sozialen Einrichtungen tatsächlich bezahlt werden. In diese Kerbe hieb auch Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD), der Festredner des Abends. Er betonte den Wert ehrenamtlicher Arbeit allgemein, vor allem in der Flüchtlingskrise. „Ohne diese Arbeit wäre das gar nicht zu bewältigen gewesen“, so Schneider. Und auch künftig ginge hier ohne freiwilliges Engagement nicht viel.

An „Brücken bauen“ lobte Schneider besonders, „dass Unternehmen sich engagieren, indem sie Mitarbeiter freistellen“. Schneider: „Zweck eines Unternehmens ist eigentlich ein anderer.“ Warum sich die Teilnahme am Projekt dennoch auch für die Unternehmen lohnt, erklärte Rainer Krause, Geschäftsführer des Energieversorgers WEVG in Salzgitter. Kurz vor seiner ersten Teilnahme sei sein Unternehmen auf der Suche nach einer neuen Führungskultur gewesen. Projekt damals: Die Erweiterung des Lebensgartens in Salzgitter, eines Pflanzprojektes, das die Integration von Zuwanderern fördern soll. „Bäume zu pflanzen, in dem steinigen Boden, brachte uns an unsere Grenzen“, erzählte Krause. Die Arbeit habe die Mitarbeiter der WEVG zusammen gebracht. „Das hat uns sehr geholfen“.

 

Dieser Artikel ist am 20.04.2016 in der Braunschweiger Zeitung erschienen. Weitere Nachrichten und alles Wissenswerte aus Braunschweig, Wolfsburg und der Region38 finden Sie auf
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Autor: Jens Gräber

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