und
12. April 2016
Aus der Region

2016 wird ein gutes, aber anstrengendes Jahr

Olaf Kahle, Präsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg, über das Kammer-Jubiläum, die Abgas-Affäre und den Wandel vom Arbeits- zum Bewerbermarkt

Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft: Der gelernte Jurist Olaf Kahle vor dem Planetarium in Wolfsburg. (Foto: Holger Isermann)

Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg ist die zuständige IHK für die Stadt Wolfsburg und die Landkreise Harburg, Heidekreis, Lüneburg, Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Celle und Gifhorn und bündelt die Interessen von 65.000 gewerblichen Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung. Sie hat ihren Sitz in Lüneburg, unterhält zudem unselbständige Geschäftsstellen in Celle und Wolfsburg. Die Körperschaft öffentlichen Rechts berät mit rund 130 Mitarbeitern und rund 2.500 ehrenamtlich in der IHK Engagierten zu zahlreichen Themen des Betriebsalltags und bildet heutige und künftige Mitarbeiter der Unternehmen aus und weiter. Mit einer Bilanzsumme von 43,7 Millionen Euro gehört die IHK Lüneburg-Wolfsburg zu den mittelgroßen IHKs Deutschlands. Zum 150-jährigen Jubiläum initiiert sie die Reihe „Gedankengut Netzwerkabende im Jubiläumsjahr“ mit verschiedenen Referenten vom Hirnforscher über den Star-Trek-Experten bis zum Tierfilmer an außergewöhnlichen Orten.


Herr Kahle, Glückwunsch. Sie feiern in diesem Jahr das 150-jährige Jubiläum der IHK Lüneburg-Wolfsburg. Was waren die größten Meilensteine und Erfolge der Kammerarbeit in dieser langen Zeit?

Früher waren wir stark durch familiengeführte Unternehmen geprägt. Dadurch war das Gesicht der Kammer ein ganz anderes. In den letzten 10 bis 15 Jahren gibt es die Entwicklung hin zur Interessenvertretung. Wir sind eine moderne Kammer geworden, eine Vertretung für die Wirtschaft und die Region.


Wie würden Sie die IHK Lüneburg-Wolfsburg von den anderen differenzieren? Was kann Ihre Kammer besonders gut?

Wir selbst nennen uns die „Mitmach-IHK“ und fordern unsere Mitglieder auf, Teil davon zu sein. In den vergangenen Jahren haben wir eine Menge Projekte aus der Mitgliederschaft heraus entwickelt. Unternehmer haben sich getroffen und die Kammer hat diese Ideen dann umgesetzt. Dieses Konzept ist definitiv ein Alleinstellungsmerkmal.


Wird das Modell der Teilhabe von den Mitgliedern honoriert?

Ja. Die Frequenz, in der wir gefragt werden, hat sich erhöht. Man kann nicht erwarten, dass die Arbeit von allen 65.000 Kammermitgliedern honoriert wird, da davon allein 40 Prozent keine Beiträge bezahlen. Aber mit 12.000 Mitgliedern sind wir in einem gutenKontakt und diese Zahl wollen wir in den nächsten drei Jahren um 50 Prozent vergrößern. Es ist unser Anspruch, unsere Mitglieder in jeder Phase des Unternehmertums zu begleiten und kompetenter Ansprechpartner zu sein.


Sehen Sie über die letzten 20 bis 30 Jahre eher eine Bedeutungszu- oder -abnahme?

Das Kammerwesen hat sich sehr verändert. Es ist demokratischer und transparenter geworden und die Vollversammlung hat viel mehr Rechte bekommen. Damit sind wir für die Politik ein außerordentlich gefragter Ansprechpartner, da unser demokratischer Prozess über alle Regionen läuft und das hat einen ganz anderen Wert für die Politiker. Also ja, wir haben auf jeden Fall eine Bedeutungszunahme.


Sind Sie das Sprachrohr der regionalen Wirtschaft?

Ja, weil wir nicht nur Volkswagen vertreten, sondern auch kleine und mittelständische Unternehmen, Versicherungsvertreter und Selbstständige aus der Gastronomie.


Sie selbst sind seit drei Jahren Präsident. Warum engagieren Sie sich in der IHK?

Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und lerne gerne Neues. In diesem Amt hat man viele Möglichkeiten, an Stellschrauben zu drehen. Warum sollte man da nein sagen? Ich finde es spannend, etwas verändern zu können.

 

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„2016 wird ein gutes, aber anstrengendes Jahr“ – Olaf Kahle, Präsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg, über das Kammer-Jubiläum, die Abgas-Affäre und den Wandel vom Arbeits- zum Bewerbermarkt (2/3)

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