Bauboom, Investoren und eine Fusion - Standort38
7. Mai 2019
Aus der Region

Bauboom, Investoren und eine Fusion

Gifhorn zwischen Wandel und Stabilität

Foto: lurii/Fotolia

Der Landkreis Gifhorn erstreckt sich von Braunschweig bis zur Heide und grenzt damit an die Wirtschaftsräume Braunschweig und Wolfsburg. Diese ausgezeichnete Lage ist vorteilhaft für Dienstleister und Zulieferer, insbesondere der Automobilindustrie. Auch als Wohnort bieten Stadt und Landkreis attraktive Bedingungen. Es herrscht ein regelrechter Bauboom am Südtor zur Heide.

„Der Landkreis Gifhorn ist wirtschaftlich stark und gut aufgestellt. Die Arbeitslosenquote ist weiter gesunken und beträgt aktuell (Stand 31.3.) 3,8 Prozent“, verkündet der Landrat Dr. Andreas Ebel. Damit ist diese Zahl im Vergleich zum Vorjahr um weitere 0,7 Prozentpunkte gesunken. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sei die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze um gut 35 Prozent gestiegen. „Die Schaffung von neuen Dauerarbeitsplätzen und der Erhalt dieser ist branchenübergreifend zu verzeichnen“, so der Landrat. Bei der Ingenieursdichte gehöre der Landkreis Gifhorn bundesweit zur Top 10. Die Patentintensität (Patente je 100.000 Einwohner) sei weit überdurchschnittlich. „Den jetzt erreichten Stand der wirtschaftlichen Situation in der Region mittelfristig auf dem aktuellen Niveau zu halten, wird eine der wichtigen Aufgaben der Zukunft sein“, teilt Ebel als Ziel mit.

Auch er nennt den Anrainer-Status zur Forschungsregion Braunschweig und zur Automobilregion als wichtigen Faktor. Zudem sei Volkswagen selbst mit mehreren Firmen oder Abteilungen in Ehra-Lessien und in Isenbüttel vertreten.

„Über die starke Automobilbranche hinaus sind im Landkreis Gifhorn einige Firmen aus anderen Branchen ansässig, die national und auch international von Bedeutung sind“, sagt der Landrat. Beispiele sind H. Butting GmbH & Co. KG, Egger Kunststoffe GmbH & Co. KG, The Lorenz Bahlsen Snack-World GmbH & Co KG Germany).

Die Nähe zur Forschungsregion Braunschweig habe viele positive Nebeneffekte für die Kommunen in der direkten Nähe, da viele Mitarbeiter in Braunschweig arbeiten.

Landrat Dr. Andreas Ebel. Foto: Elena Klann

Infrastruktur

Beim Thema Infrastruktur steht in Gifhorn immer auch der Ausbau der Autobahn 39 im Raum. Dieser würde eine neue Anbindungsqualität schaffen und andere Wege wie etwa die Bundesstraße 4 entlasten. „Bei optimistischer Betrachtung könnte der Baubeginn des ersten Abschnittes der A 39 (Tappenbeck/Ehra-Lessien) im Landkreis Gifhorn noch in diesem Jahr erfolgen und der zweite Abschnitt Ehra-Lessien/Wittingen schon im Jahre 2020. Von dem Ausbau der A 39 verspricht sich der Landkreis für die wirtschaftliche Entwicklung einen starken Impuls, speziell für das nördliche Kreisgebiet, besonders rund um den Hafen Wittingen“, teilt Ebel mit.

Das andere große Infrastruktur-Thema lautet Breitbandausbau. Der habe in Gifhorn bereits begonnen. „Mit dem Ausbau hat der Landkreis sein bisher größtes Infrastrukturprojekt in Angriff genommen. Rund 60 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren in die Glasfaserversorgung von privaten Haushalten und Unternehmen investiert“, erklärt Ebel. Ohne Breitband gebe es keine Chance für die Industrie 4.0 im Landkreis Gifhorn. Zu dem Thema führt der Landkreis derzeit mit verschiedenen Partnern eine Beratungstour in Unternehmen durch. „Wir wollen mit individuellen Vor-Ort-Gesprächen Brücken für unsere Unternehmen zu den abstrakten Themen Digitalisierung und Industrie 4.0. bauen und sich bietende Chancen aufzeigen“, so Ebel.

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