„Das schönste Molekül der Welt“

IHK Braunschweig vergibt den IHK-Technologietransferpreis 2016

IHK-Präsident Helmut Streiff überreicht den diesjährigen Technologietransferpreis an die glücklichen Ernannten. Foto: Kristina Künnemeyer

Mit einem buchstäblich fulminanten Auftakt startete die diesjährige Verleihung des Technologiepreises der IHK Braunschweig – nämlich in Form eines experimentellen Pauken-Solo-Stücks der jungen Musikerin Roberta Schröder. Da lag es für Helmut Streiff, Präsident der IHK Braunschweig, nahe, seine Rede mit der Ankündigung zu eröffnen, heute „kräftig auf die Pauke zu hauen“. Sein Dank widmete sich eingangs vor allem den Technologietransfer-Beauftragten und ihrem Engagement. Lob gab es unter anderem auch für die Allianz für die Region, Herrn Prof. Reza Asghari vom Institut für Entrepreneurship an der TU Braunschweig und Ostfalia Hochschule sowie für Jörg Saathoff, dem Leiter der Technologietransferstelle an der TU, die Battery LabFactory und das Energieforschungszentrum sowie die Jury, dessen Vorsitzender Prof. Werner Gramm die Laudation hielt. Es folgte ein nachdenkliches und appellierendes Panorama von Themen wie Wirtschaft 4.0, E-Mobilität oder autonomem Fahren in der Region.

Das Highlight: Die Vergabe des Technologietransferpreises. Dieser ging an die Professoren vom Institut für Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik an der Technischen Universität Braunschweig: Prof. Dr. Stefan Dübel, Dr. André Frenzel, Prof. Dr. Michael Hust und Dr. Thomas Schirrmann, für ihre außerordentlichen Leistungen im Bereich humane Antikörper gegen Erkrankungen wie Krebs und Autoimmunkrankheiten. Auch ihre Gründung des Unternehmens Yumab, das weltweit enorme Erfolge und große Farmerunternehmen als Abnehmer für seine tierversuchsfreien Therapien verbucht, macht die Vergabe des Technologietransferpreise an die glücklichen Wissenschaftler einmal mehr nachvollziehbar. Prof. Dr. Stefan Dübels Dankesrede drehte sich neben einem riesigen Lob an sein Team und der Betonung, dass die Leistung nur damit möglich geworden sei, um „das schönste Molekül der Welt!“ – dem Hauptbestandteil des erfolgreichen Braunschweiger Antibody Engineering.  

Auch die Zusammenarbeit der IHK und des Arbeitgeberverbandes, dessen Hauptgeschäftsführer Florian Bernschneider unter den Gästen war,  lobte Helmut Streiff als bereits früher gut, aber stetig noch besser werdend. Außerdem würden die Kooperationen zukünftig auch die Handwerkskammer mit einschließen. Der Technologietransfer in der Region nehme erfreulicherweise rasant zu und wenn „Made in Germany“ auch weiter von großer Bedeutung bleiben wolle, müsse die Region am Ball bleiben – vor allem bei den Themen E-Mobilität und autonomes Fahren. Anstelle von Dresden – nach Hamburg auf Platz zwei der deutschen E-Mobility-City – hätte Streiff lieber die Region gesehen. „Fehler, die gemacht wurden, sollten sich nicht wiederholen“, mahnte er und sprach über große Herausforderungen, die vor der Region liegen, aber auch die starken Leistungen, die sie bisher erreicht hat.  An die Verantwortlichen appellierte er, die Technik solle in der Region belassen werden, was das Publikum zu starkem Zwischenapplaus animierte. Auch die Festansprache von Professor Gerd Müller-Lorenz mit dem Titel „Führung durch Resonanz“, bei dem er Dirigententypen (führende Positionen) nach dem deutschen Begriff Dirigent (lat. dirigere: leiten) vom der englischen Titulierung conductor (lat. conducere: zusammenführen) unterschied, kam beim Publikum an und erzeugte Nachhall.

 

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