Die beliebtesten Arbeitgeber Europas - Standort38
5. August 2016
Aus der Region

Die beliebtesten Arbeitgeber Europas

Das trendence Graduate Barometer 2016: Google dominiert, Volkswagen fällt auf Platz drei

VW-Neuwagen in den Autotürmen der Autostadt in Wolfsburg. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Beliebtester Arbeitgeber bei europäischen Absolventen bleibt der Suchmaschinenriese Google. Apple zieht an Volkswagen vorbei und besetzt nun den zweiten Platz im Ranking um den beliebtesten Arbeitgeber der Wirtschaftswissenschaftler. Auch bei Ingenieuren und Informatikern büßt der größte Autohersteller Beliebtheit ein und so präferieren die beiden Berufsstände Microsoft und Google als Arbeitgeber und VW besetzt auch hier Platz drei.

Die ersten Plätzen signalisieren bereits zwei wichtige Trends des Jahres: Absolventen aller Fachrichtungen tendieren beim ersten Job zunehmend zur IT-Branche. Zudem verlieren viele Top-Arbeitgeber aus Deutschland Popularität – allem voran die Gunst der Techniker. Das sind die Ergebnissen des trendence Graduate Barometers 2016; sie ist die umfassendste Absolventenstudie in Europa und befragte mehr als 300.000 abschlussnahe Studierende aus 24 Ländern.

IT-Branche wird immer beliebter

Wunscharbeitgeber europäische Absolventen sind in diesem Jahr vor allem IT-Unternehmen wie Microsoft. Bei Technikern steigt der US-amerikanische Soft- und Hardwarehersteller vom dritten auf den zweiten Platz und bei Wirtschaftswissenschaftlern wird aus Rang zehn, Rang sechs. „Microsoft hat in den einzelnen europäischen Ländern nationale Strategien entwickelt. Das erlaubt es dem Unternehmen, flexibel auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Absolventen in den einzelnen Ländern einzugehen, statt starr zentralen Vorgaben zu folgen“, äußert sich trendence-Geschäftsführer Holger Koch zum Erfolg. Im Ranking der beliebtesten Techniker-Arbeitgeber rangieren mit Google, Microsoft, Apple und IBM insgesamt vier IT-Unternehmen in den Top 10.

Wirtschaftswissenschaftler mögen es Klassisch

Die Big 4 (Google, Apple, Volkswagen, BMW) dominieren auch weiterhin die Top 10 der beliebtesten Arbeitgeber der Wirtschaftswissenschaftler. EY und KPMG verlieren jeweils über 12 Prozent ihrer potenziellen Bewerber. „Derzeit können wir einen spannenden Wettbewerb zwischen den vier großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen beobachten“, stellt Holger Koch fest. PwC ist erstmals seit 2011 wieder beliebtester Arbeitgeber der Branche vor EY; Deloitte überholt KPMG. Die klassischen Wirtschaftsberatungen wie McKinsey und BCG gewinnen jedoch in der Gunst der Absolventen – bei Wirtschaftswissenschaftlern ebenso wie bei Ingenieuren und Informatikern. 
Siemens landet auf Platz 51 und Continental belegt Platz 78.

Gegenwind für „Made in Germany“

Die fünf bestplatzierten deutschen Unternehmen im Wettbewerb um Techniker-Absolventen – Volkswagen, BMW, Siemens, Bosch und Bayer – sind nicht mehr so beliebt. „Nach dem Dieselgate hat ‚Made in Germany‘ an Anziehungskraft verloren – auch bei den Bewerbern“, konstatiert Holger Koch. Doch es gibt bei deutschen Unternehmen auch positive Entwicklungen: So steigt Lidl im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber Europas von Rang 68 auf 57 und kann in diesem Jahr den Abstand zum Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel deutlich vergrößern: Aldi und der französische Händler Carrefour befinden sich gemeinsam auf Rang 90.

Gender Pay Gap – schon vor Berufseintritt

Die europäischen Wirtschaftsstudentinnen verlangen im Schnitt ein Viertel weniger Gehalt als ihre männlichen Kommilitonen. So legen sie bereits beim Jobeinstieg den Grundstein für die Gender Pay Gap. In Irland und Großbritannien sind die Gehaltswünsche am ausgeglichensten. Die Türkei rangiert auf Platz drei und damit auch deutlich vor den Ländern der DACH-Region. Deutschland belegt den zehnten von 24 Plätzen: Hierzulande verlangen die Wirtschaftsstudentinnen 13,2 Prozent weniger Gehalt als ihre Kommilitonen. Bei den Technikern sind die Gehaltswünsche zwischen Frauen und Männern leicht ausgeglichener: Die Technikerinnen in Europa geben sich mit 20,6 Prozent weniger Gehalt zufrieden. Deutschland liegt mit einer Differenz von 8,7 Prozent auf Rang sechs.

Deutsche Wirtschaftswissenschaftler ohne Gründergeist

Rund ein Viertel der europäischen Absolventen plant, nach dem Studium ein Start-up gründen – damit gehen diese Absolventen den Unternehmen als Mitarbeiter verloren. Die meisten Gründungswilligen findet man in Osteuropa. Die deutschen Wirtschaftswissenschaftler hingegen sind die Gründungsmuffel Europas: Sie sind das Schlusslicht und belegen den letzten Platz im Ranking der gründungswilligsten Absolventen. Bei den Ingenieuren und Informatikern sieht es nur dezent besser aus. Hier rangieren die Deutschen auf Rang 18 von 24 Ländern.

Die kompletten Rankings hier:

www.trendence.com/unternehmen/rankings/europe-all-countries.html.

 

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