5. September 2016
Aus der Region

In Bewegung für Kinder statt Ruhestand

Kroschke Kinderstiftung

Gerd-Ulrich Hartmann und Klaus Kroschke engagieren sich für kranke sowie behinderte Kinder und Jugendliche in der Region. (Foto: Kroschke Kinderstiftung)

Eigentlich wollte Gerd-Ulrich Hartmann vor elf Jahren in den Ruhestand gehen und vieles hinter sich lassen. 38 Jahre hatte er bei der Öffentlichen Versicherung gearbeitet, zuletzt als Pressesprecher und Geschäftsführer der heutigen Braunschweigischen Stiftung. Doch dann kam der Anruf seines alten Freundes Klaus Kroschke. Der Unternehmer überzeugte Hartmann, ehrenamtlicher Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Kroschke Kinderstiftung zu werden. Und so hat der 69-Jährige auch als Pensionär noch gut zu tun.

Er ist das Gesicht einer Stiftung, die sich besonders für kranke sowie behinderte Kinder und Jugendliche in der Region engagiert. „Von einer 60-Stunden-Woche auf Null runter zu gehen, das ging einfach nicht“, begründet Hartmann seine damalige Entscheidung lachend. Und schließlich hatte er sich im Laufe der Jahrzehnte ein Netzwerk an Kontakten aufgebaut, das viel zu wertvoll war, um es verkümmern zu lassen. „Sicher habe ich das genutzt“, berichtet Hartmann. Seitdem sitzt er mindestens einmal pro Woche in seinem Büro im Norden von Braunschweig. Die Postadresse: Kroschkestraße 1. Das im Braunschweiger Industriegebiet Hansestraße beheimatete Unternehmen Kroschke Sign International, europäischer Marktführer im Bereich Arbeitssicherheits-Produkte, kann eine ganz individuelle Anschrift vorweisen. Klaus Kroschke gründete die Stiftung im Jahr 1993 gemeinsam mit seinem Bruder Christoph Kroschke.

Beide engagieren sich von Beginn an im Vorstand der Stiftung. „Mein Erfolg als Unternehmer verpflichtet mich, der Gesellschaft etwas zurückzugeben“, erklärt  Christoph Kroschke. Seine Unternehmensgruppe mit Sitz in Ahrensburg bietet Dienstleistungen in den Bereichen Kfz-Kennzeichen und Kfz-Zulassung sowie weitere innovative Lösungen rund um das Kraftfahrzeug an. Alle zweieinhalb Jahre wechselt der Vorsitz im Stiftungsvorstand zwischen den beiden Brüdern. Beide stecken pro Jahr jeweils 100 000 Euro in ihr „gemeinsames Kind“. Die Ausrichtung der Stiftung hat sich im Laufe der Zeit verändert. Anfangs unterstützte sie noch bundesweite Projekte, später beschränkte sie sich auf den norddeutschen Raum. Dabei setzt sie einen Schwerpunkt auf das Braunschweiger Land. „Die Spender wollen einen Bezug zu den Projekten, für die ihr Geld eingesetzt wird“, erklärt Gerd-Ulrich Hartmann.

In welche Aktion die Summe hinfließt, wird jedem Spender mitgeteilt. Wer möchte, kann später auch persönliche Einblicke in die Projekte bekommen. Unter den Geldgebern befinden sich auch viele Privatpersonen. „Ein Braunschweiger Geschäftsmann sammelt jedes Jahr zu seinem Geburtstag Spenden für uns und verzichtet dafür auf Geschenke“, erzählt Hartmann. Einen ähnlichen Ansatz verfolgten auch Klaus und Christoph Kroschke, als 1994 ihre Mutter verstarb. Statt Blumenkränzen baten sie um Spenden für die Stiftung. Mit dem Erlös ließen sie an der Kinderstation im Krankenhaus Holwedestraße in Braunschweig einen Spielpavillon errichten. Einen Überblick über die Fördertätigkeit zu geben, ist ein schwieriges Unterfangen.

 

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