9. Juni 2017
Aus der Region

„Jeder kann Technik“ – IdeenExpo erwartet Besucheransturm

Die Ausstellung auf dem Messegelände Hannover will Lust auf Natur- und Ingenieurwissenschaften machen und dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall. Foto: Holger Hollemann/dpa

Volker Schmidt hat die IdeenExpo vor zehn Jahren gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) ins Leben gerufen. Bei ihrer letzten Ausgabe 2015 lockte die Wissensschau mehr als 350 000 junge Besucher auf das Messegelände Hannover. Vom 10. bis zum 18. Juni gibt es wieder kostenlose Konzerte, Tipps für die Berufswahl und diesmal 650 Mitmachexponate. Erstmals beteiligen sich vier Bundesministerien als Aussteller, wie Schmidt im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur berichtet.

Am Wochenende werden Temperaturen bis zu 30 Grad erwartet. Wie wollen Sie junge Leute dazu bringen, statt ins Freibad zu einer Technikschau zu gehen?

Wir hatten 2015 am ersten Tag 42 Grad, und das hat dem Besucheransturm keinen Abbruch getan. Vieles findet im Freien auf der Expo-Plaza statt. Insoweit tut gutes Wetter der IdeenExpo keinen Abbruch, im Gegenteil es beflügelt sogar eher die Begeisterung der jungen Besucher und der Familien.

Haben Sie angesichts der Terrorgefahr die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt?

Man kann von einem Veranstalter heute erwarten, dass alles was möglich und verhältnismäßig ist, auch gemacht wird – gerade seit Manchester. Wir haben für die IdeenExpo 2017 die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt. Je weniger Gepäck die Besucher dabei haben, desto schneller kommen sie auf das Gelände. Was uns aber auch wichtig ist: Der fröhliche Charakter der Veranstaltung darf nicht darunter leiden. Unser Etat liegt bei 16,4 Millionen Euro, davon kommen 5 Millionen vom Land. Zum einen ist die IdeenExpo noch einmal gewachsen, zum anderen kostet mehr Sicherheit auch mehr Geld.

Die IdeenExpo hat sich mit ihren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zum Ziel gesetzt, den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Hat das Konzept Erfolg?

Antwort: Wir kennen Unternehmen, die mehr als zwei Drittel ihrer Ausbildungsplätze darüber besetzen konnten, dass sie auf der IdeenExpo waren. Viele Besucher geben ihre virtuellen Bewerbermappen ab. Ein Gedanke ist, dass wir auch diejenigen erreichen, die sich etwas schwerer mit der Berufsfindung tun. Einige kommen erstmal nur wegen der kostenlosen Konzerte. Sie nutzen dann die Zeit vorher an den Mitmachstationen und treffen junge Auszubildende, die ihre Sprache sprechen. So kann man die Schwellenangst senken. Ich bin überzeugt: Jeder hat Talente, jeder kann Technik.

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