Prüfung einer gemeinsamen IHK

Vollversammlungen von IHK Braunschweig und IHK Lüneburg-Wolfsburg hat Entscheidung in der Hand

Die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der IHKs Braunschweig und Lüneburg-Wolfsburg werden im Lenkungsausschuss Ziele einer gemeinsamen IHK erarbeiten (v.l.): Michael Zeinert, Olaf Kahle, Helmut Streiff und Dr. Bernd Meier. Foto: Hans-Jürgen Wege

Arbeiten die Präsidien der Industrie- und Handelskammern Braunschweig und Lüneburg-Wolfsburg in Zukunft enger zusammen? Auf ihrer gemeinsamen Sitzung haben die beiden Gremien gestern nach intensiver Diskussion entschieden, den Vorschlag zur Prüfung einer gemeinsamen IHK weiterzuverfolgen. Beide Präsidenten hatten ihn gemeinschaftlich eingebracht. Nun haben die beiden Vollversammlungen die Entscheidung in der Hand. Sie kommen am 9. März in Lüneburg und am 8. Mai in Braunschweig zusammen.

„Der Lenkungsausschuss, bestehend aus den beiden Präsidenten und den Hauptgeschäftsführern, wurde von den Präsidien beauftragt, auf den folgenden Vollversammlungssitzungen beider IHKs Ziele für eine gemeinsame IHK sowie ein Regionalmodell zur weiteren Diskussion und Entscheidung vorzulegen“, erklärt Olaf Kahle, Präsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg. 105.000 Mitgliedsunternehmen mit einem Gewerbeertrag von 5,7 Milliarden Euro umfassen die beiden Industrie- und Handelskammern. Das macht einen gemeinsamen Anteil von 21 Prozent an der Wirtschaftsleistung des Landes Niedersachsen.

Eng ist die Kooperation der beiden Industrie- und Handelskammern ohnehin bereits. Die starke Konvergenz in der Wirtschafts- und Forschungsregion Lüneburg-Braunschweig-Wolfsburg macht eine Intensivierung unabdingbar. Die Region ist eine der wachstumsstärksten Regionen Deutschlands und Teil beider IHK-Bezirke. Den daraus resultierenden Chancen und Herausforderungen wollen sich beide in Zukunft gemeinsam stellen. Oberstes Ziel ist dabei, dass IHK-Grenzen in dem gemeinsamen Wirtschaftsraum für die Mitgliedsbetriebe nicht spürbar sein sollen.

Außerdem soll die Vertretung regionaler Interessen der Wirtschaft weiterhin gestärkt werden. Dazu soll – ein Novum bei einer IHK in Norddeutschland – ein Modell regionaler IHK-Gremien geprüft werden, in denen direkt von den Mitgliedern gewählte Vertreter Positionen und Forderungen formulieren. So soll regionale Nähe und politische Durchschlagskraft einer größeren IHK verknüpft werden.

„Es geht im Kern darum, die regionale Präsenz auszubauen und Kräfte für unsere Mitglieder zu bündeln, denn wer mit einer Stimme spricht, wird eher gehört“, betont Helmut Streiff, Präsident der IHK Braunschweig, den gemeinsamen Beschluss. „Regionalität ist ein maßgebliches Alleinstellungsmerkmal der IHK-Organisation, sie sichert die Bindung an die Mitgliedsunternehmen und damit das Rückgrat der Selbstverwaltungsorganisation.“

 

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