8. April 2016
Aus der Region

Riesiger Containerterminal im Kunstmuseum

Wolfsburg Unlimited. Eine Stadt als Weltlabor

Ausstellungsaufbau "Wolfsburg Unlimited. Eine Stadt als Weltlabor". Foto: Marek Kruszewski/Kunstmuseum Wolfsburg

Für spektakuläre Ausstellungen mit hohem „Wow-Faktor ist das Kunstmuseum Wolfsburg immer wieder gut. Mal baumeln riesige umgedrehte Tannenbäume oben von der Decke (Erwin Wurm), mal betritt der Besucher einen Work-Life-Balance-Raum für Resonanzerfahrungen (Jeppe Hein).

Zu sehen, fühlen, staunen, (miss-)verstehen oder auch mal aufregen gibt es immer irgendetwas am Hollerplatz 1. Der neueste Kunst-Coup und zugleich die erste große Ausstellung des Direktors Dr. Ralf Beil, ist „Wolfsburg Unlimited. Eine Stadt als Weltlabor“ (24.4. 11.9.2016). Dafür hat der Film- und Installationskünstler Julian Rosefeldt die große Ausstellungshalle in ein Autokino mit angrenzendem Containerterminal umgebaut. Zurzeit werden 1.600 Quadratmeter eines zweiten Fußbodens aus Estrich und Asphalt gelegt, 40 zerbeulte Container aus dem Braunschweiger Hafen zu einem Containerterminal im Museum gestapelt. Mit elf ausrangierten Autos vom Wolfsburger Schrottplatz wird eine Filmkulisse geschaffen, die unter dem Titel „Midwest“ ein seit Jahren verlassenes Autokino irgendwo im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten (oder Deutschlands?) evozieren wird.

Im Hamburger Bahnhof Berlin wird momentan mit großem Erfolg Rosefeldts Ausstellung „Manifesto“ gezeigt. In dieser Filminstallation verkörpert die australische Schauspielerin Cate Blanchett 13 Personen, die in 12 Filmen und einem Prolog bedeutende Künstlermanifeste des 20. Jahrhunderts vortragen. Im Kunstmuseum Wolfsburg wird  Rosefeldt neben seinem beeindruckenden Terminalturm eine Totalinstallation realisieren in der u.a. sein neuester Film „The Swap“, eine zehnminütige Gangsterfilmpersiflage, seine Premiere feiert. Wolfsburg mal aus einer anderen Perspektive betrachtet… 


Künstler Julian Rosefeldt. Foto: Marek Kruszewski/Kunstmuseum Wolfsburg

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