Warum in die Ferne schweifen…

Das Institut für Tourismus- und Regionalforschung (IfTR) an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Salzgitter

Das Institut für Tourismus- und Regionalforschung (IfTR) an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Salzgitter. (Foto: Kristina Künnemeyer)

Auf einer engen Strasse, die Verständigung mit dem entgegenkommenden Verkehr erfordert, geht es inmitten von Feldern zu einer der Dependancen der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Salzgitter. Beinahe versteckt im grünen Dickicht weisen einem  hilfsbereite Studierende vor dem „Spinatbunker“, einem modernen Hörsaalgebäude, in dem überwiegend Medienmanagement gelehrt wird, den Weg die Straße hinauf; dort befindet sich in Gebäudekomplex B das Institut für Tourismus- und Regionalforschung (IfTR), welches der Fakultät Verkehr-Sport-Tourismus-Medien angehört.

Diese Bildungs- und Forschungsanstalt legt betonten Wert auf ein kommunikatives Miteinander und Selbstverwaltung, weiß Professor Dr. Ernst-Otto Thiesing zu berichten, der als Vorsitzender des Institutsvorstands die Leitung inne hat (das dazugehörige Interview auf den folgenden Seiten). Die Geburtsstunde der Einrichtung mit stark regionalem Fokus geht auf das Jahr 2012 zurück. Mit dem Ziel der Bündelung und synergetischen Verzahnung der Studiengänge Tourismusmanagement und Stadt- und Regionalmanagement am Standort Salzgitter gegründet, hat sich das IfTR – ganz im Sinne der Zielsetzung einer Fachhochschule – der praxisnahen Forschung und Entwicklung verschrieben. Beliebtes Forschungsobjekt – wie könnte es anders sein – ist unter anderem der Harz. „Der Harz als traditionelle Tourismusregion hat einige nicht zu unterschätzende Herausforderungen – moderne touristische Infrastruktur, neue Konzepte und Ansätze wie in Torfhaus könnten allerdings eine Renaissance einleiten“, schätzt Thiesing die etwas altbacken wirkende Tourismusregion ein. Grundsätzlich widmet sich das Institut der gesamten Region 38 und sieht sich als Inkubator für den hiesigen Tourismus sowie die Stadt- und Regionalforschung, die fortlaufend ausgebaut werden soll. Bislang kooperiert man mit regionalen Partnern wie der Allianz für die Region, Städten wie Wolfsburg, Salzgitter und Hannover, dem phæno, aber auch überregionalen Unternehmen wie „mein Fernbus“, wobei sich Kooperationen und Projekte häufig wechselseitig befruchten.

Dabei umfasst die anwendungsorientierte Forschung ein breit gefächertes Themenspektrum, wie den Wandel in der Nutzung des mobilen Internets bei Geschäftsreisen,  die Untersuchung der Premium-Economy-Class im Airlinemarkt oder Besucheranalysen und -umfragen wie beispielsweise die Verfahrensentwicklung von Bürgerbeteiligungen. Der Professor weiß, wovon er spricht: „Durch meine Erfahrung in Unternehmen wie TUI oder Lufthansa kann ich meine Lehre an der Ostfalia mit konkreten Beispielen belegen und hoffe, dass das den Studenten zugutekommt und es den Unterricht lebendiger macht.“ In Zukunft – insbesondere im Rahmen des neu gegründeten Zentrums für gesellschaftswissenschaftliche Innovation (ZEGI) –  kooperieren alle vier Ostfalia-Standorte Wolfenbüttel, Salzgitter, Wolfsburg und Suderburg mit dem Ziel, interdisziplinär zusammenzuarbeiten, um Fragestellungen mit gesamtgesellschaftlichem Bezug zu untersuchen und Lösungsansätze zu finden. Strukturell bündelt das IfTR mit seinen acht Professoren und dreizehn wissenschaftlichen Mitarbeiter die beiden Bachelorstudiengänge Stadt- und Regionalmanagement (SRM) und Tourismusmanagement (TM) und bietet ihnen eine gemeinsame Plattform des Austausches. Im Studiengang Tourismusmanagement werden  wirtschaftswissenschaftliche-  und Management-Fächer gebündelt, die mit gezieltem Bezug auf Tourismus gelehrt werden. Dazu kommt das Studium des Stadt- und Regionalmanagements. „Im Rahmen dieses Studiengangs geht es um die Frage, wie sich eine Stadt oder eine Region als Produkt oder Marke vermarkten und entwickeln kann. Dabei spielen bei uns auch Bürgerbeteiligungen eine große Rolle“, resümiert Thiesing.

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