20. September 2016
dpa-News

Kaiser's Tengelmann: Termin für Rettungsgespräch steht

Am Donnerstag treffen sich die Topmanager von Edeka, Tengelmann und Rewe mit Verdi zu einem Spitzengespräch. Es ist möglicherweise die letzte Chance, Tausende Arbeitsplätze zu retten

Kaisers's Tengelmann-Markt in Köln. Die Zukunft Tausender Arbeitsplätze bei der Supermarktkette ist ungewiss. Foto: Oliver Berg

In die Rettungsbemühungen für Tausende Jobs bei der Lebensmittelkette Kaiser’s Tengelmann kommt Bewegung. Am Donnerstag ist ein Spitzentreffen von Unternehmenschefs und der Gewerkschaft Verdi geplant, bei dem eine Lösung für die festgefahrene Situation gesucht werden soll.

Teilnehmen sollen Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub, der Edeka-Vorstandsvorsitzende Markus Mosa, Rewe-Chef Alain Caparros sowie Vertreter der Gewerkschaft Verdi, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen erfuhr. Ein Rewe-Sprecher bestätigte die Teilnahme von Caparros. Der Ort der Veranstaltung blieb zunächst geheim. 
Das Treffen ist möglicherweise die letzte Chance, eine Zerschlagung von Kaiser’s Tengelmann und damit den Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen zu verhindern. Wie die Funke Mediengruppe und dpa aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen erfuhren, haben sich Tengelmann-Chef Haub und Edeka-Chef Mosa darauf geeinigt, den Kaufvertrag aufzulösen, sollte das geplante Spitzentreffen kein Ergebnis bringen. Damit wäre ein Komplettverkauf und der Erhalt aller 15.000 Arbeitsplätze wohl endgültig vom Tisch.

Schon auf einer Tengelmann-Aufsichtsratssitzung am Freitag könnte dann die Schließung zahlreicher Filialen der angeschlagenen Supermarktkette auf die Tagesordnung kommen. Vor allem Nordrhein-Westfalen könnte es hart treffen. Rund 3.000 der 4.000 Mitarbeiter dort müssten wohl gehen, wenn Haub sich zu einer Zerschlagung entschließe, hieß es. 
Doch dürfte eine Einigung bei dem Spitzentreffen schwierig werden. Welche Zugeständnisse Edeka machen könnte, um Rewe zur Zurücknahme seiner Klage vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht zu bewegen, ist völlig offen. Die naheliegende Option einer Aufteilung der Filialen unter den Interessenten scheint problematisch. Denn sie würde erneut das Bundeskartellamt auf den Plan rufen und damit für weitere Monate der Ungewissheit sorgen.

Rewe spielt eine Schlüsselrolle im Drama um Kaiser’s Tengelmann. Denn das Unternehmen hat zusammen mit Markant vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf eine Eilentscheidung erwirkt, die den Vollzug der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka trotz der Erlaubnis durch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) stoppt. Eine juristische Klärung könnte Jahre dauern. So lange will Tengelmann-Chef Haub angesichts der wachsenden Verluste der Supermarktkette nicht warten.

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