5. Oktober 2022
Entscheider

Brand am Brocken schürt Diskussionen

Betroffene Fläche ist kleiner als angenommen, Einwohner der Region fühlen sich bedroht

Bei den Löscharbeiten am Brocken wurde ein Feuerwehrmann verletzt. Foto: Pietsch/Nationalpark Harz

Der Waldbrand auf dem Königsberg, einer Nebenkuppe des Brockens, hat bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Fast 2.000 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen waren über eine Woche im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Unter anderem kamen Löschflugzeuge aus Italien zum Einsatz.

Nach dem Brand bedankte sich die Verwaltung des Nationalparks Harz in einer Pressemitteilung bei den Einsatzkräften und drückte gegenüber den Einwohnern der Harzer Gemeinden, die Einschränkungen erlebten, bedauern aus. Von denen kommt Kritik: In einem Artikel zitiert die Braunschweiger Zeitung Christiane Hopstock, Bürgermeisterin von Schierke, als Kritikerin des Nationalparks und der Philosophie, Natur sein zu lassen – inklusive großer Flächen mit Totholz.

In der Folge sind verschiedene Debatten entstanden: Von Totholz als genereller Gefahrenfaktor, der Harzer Schmalspurbahn als möglicher Funkenschläger und mangelnder Infrastruktur zur Brandbekämpfung bis hin zur Frage, wer für die Kosten für die Brandbekämpfung aufkommen müsse. Pro Tag sollen, wie ebenfalls die BZ berichtet, Kosten in Höhe von 800.000 Euro angefallen sein. Anlässlich des Brandes stellten die Harzwasserwerke die Oker- und Odertalsperre zum Betanken von Löschhubschraubern und -flugzeugen zur Verfügung. Die Trinkwasserversorgung sei dadurch nicht gefährdet gewesen. Spätere Analysen von Luftbildern haben laut Nationalpark ergeben, dass nicht – wie ursprünglich vermutet – 160, sondern nur 12 Hektar brannten. Goslars Landrat Dr. Alexander Saipa hat die Bildung eines Expertenkreises angeregt, der sich mit der Brandbekämpfung in den Harzer Wäldern und dem Nationalpark befasst.

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