Der Schreibtisch von … - Standort38
23. Februar 2021
Entscheider

Der Schreibtisch von …

Michael Wilkens, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg

Michael Wilkens, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg, im Interview. Foto: Holger Isermann.

Als wir Michael Wilkens im großen IHK-Besprechungsraum in der Wolfsburger Porschestraße treffen, ist der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg sichtlich zufrieden über den neuen Standort. Großzügige Fensterfronten, moderne Beleuchtung, zeitloses Mobiliar und rund 900 Quadratmeter Fläche – „das war dringend notwendig“. Mitte November vergangenen Jahres ist die Wolfsburger Geschäftsstelle aus dem angestaubten Schillerteich-Center als Mieter in die Räumlichkeiten des ehemaligen Imperial-Kinos gezogen. Rund 420.000 Euro hat die IHK als Baukostenzuschuss für den Umbau im Obergeschoss des Eckgebäudes beigesteuert. Von dem Mehr an Sichtbarkeit und Zentralität verspricht sich die IHK auch eine größere Wirksamkeit. „Am neuen Standort können wir die Gastgeberrolle einnehmen, die es braucht, um unseren Job gut zu machen. Und wir bringen Wolfsburg die Wertschätzung entgegen, die der Standort aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung für die Region verdient hat“, sagt der 39-Jährige.

Seit zwei Jahren komplettiert Wilkens neben Stellvertreter Sönke Feldhusen und Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert die Geschäftsführung der IHK Lüneburg-Wolfsburg. Zusätzlich zu den ehrenamtlichen Unternehmern ist er das Gesicht der IHK vor Ort und steht im direkten Austausch mit den Mitgliedern in der Region. Der enge Schulterschluss mit den Betrieben ist entscheidend und kann nur mit einer ausgeprägten Vertriebsorientierung gelingen, dessen ist sich Wilkens sicher. „Mir ist es wichtig, dass wir als IHK raus und auf die Leute zugehen und nicht darauf warten, angesprochen zu werden. Wir müssen unsere Dienstleistungen, Positionen und unser Wissen aktiv anbieten. Ich hoffe, dass diese Offenheit und Serviceorientierung typisch für unsere Organisation sind.“

Gebürtig stammt Wilkens aus dem Emsland. Seit 2015 lebt er mit seiner Familie in Wolfsburg. „Wir nehmen für uns als IHK in Anspruch, die Interessen der regionalen Unternehmen gegenüber der Politik und Verwaltung zu vertreten. Deshalb ist es wichtig, in der Region zuhause zu sein, zu wissen, wie die Menschen vor Ort ticken.“ In der Vernetzung von Politik und Wirtschaft, im Zusammenhalten und -stehen, sieht er in seiner alten Heimat ein Vorbild für die hiesige Wirtschaftsregion. „Die streiten sich auch, aber wenn es darum geht, Fördermittel einzusammeln, sei es in Hannover, Berlin oder Brüssel, wird zusammengearbeitet. Da haben wir hier bei uns noch Luft nach oben.“ Die Politik, aber auch der hiesige Mittelstand dürften sich nicht allein auf die „Großen“ wie Volkswagen, MAN oder die Salzgitter AG verlassen, wenn es darum geht, sich finanziell oder am politischen Diskurs zu beteiligen, appelliert er. Regionale Netzwerkarbeit ist dafür ein Muss, lautet sein Plädoyer.
Auch abseits seiner Arbeit spielen persönliche Kontakte für Wilkens eine große Rolle. Seit vielen Jahren engagiert er sich als sogenannter Tabler im Service-Club Round Table. „Die Hands-on-Mentalität entspricht mir persönlich ganz gut. Nur selten spenden wir Geld. Vielmehr packen wir Dinge selbst an und liefern beispielsweise Weihnachtspäckchen persönlich bis nach Osteuropa aus.“

Privat macht der Vater dreier Töchter außerdem viel Sport und setzt in der automobilen Stadt auch auf manuelle Fortbewegungsmittel. 13 Fahrräder und ein Auto umfasst der familiäre Fuhrpark. „Die Garage steht voll mit Kinderrädern, Fahrradanhänger, Mountainbike, Rennrad und einem Hollandrad“, sagt Wilkens und lächelt. Die Zuneigung zum Fahrrad – ein Überbleibsel aus alten Emslandtagen. Und vielleicht auch Ausdruck der Hands-on-Mentalität.

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