28. April 2021
Entscheider

Der Schreibtisch von Shawn Magarity

Leitung „newcitymedia“ – ein Unternehmensbereich der FUNKE Medien Niedersachsen

Shawn Magarity, Leitung "newcitymedia2 - ein Unternehmensbereich der FUNKE Medien Niedersachsen. Foto: New City Media.

Die Wand am Eingang von New City Media (NCM) zieren bunte Karten mit kecken Sprüchen und lustigen Bildern. „Die Citycards sind wahrscheinlich eines unserer beliebtesten Produkte“, erzählt der NCM-Gründer und Leiter Shawn Magarity, dessen persönlicher Werdegang nahezu genauso bunt und vielfältig wirkt.
Während andere Jugendliche Zeitungen austragen, Babysitten oder Kellnern, um ihr Taschengeld aufzubessern, gründet Shawn bereits im Alter von 17 Jahren mit zwei Freunden sein erstes Unternehmen in Hamburg: eine Reinigungsfirma namens CleaningTeam. Nach seinem Schulabschluss zieht es den amerikanischen Staatsbürger, der in Stockholm geboren wurde und in der Hansestadt aufwuchs, dann für ein Auslandsjahr zu seiner Familie in die USA. Er arbeitet in Rechtsanwaltskanzleien, Autofirmen und in der Gastronomie. „Ich wollte einfach einen Eindruck von den verschiedensten Branchen bekommen“, erinnert er sich und lächelt.

Zurück in Deutschland verschlägt es Shawn nach Braunschweig. „Eigentlich wollte ich nur zwei Wochen bleiben und meinen Vater besuchen“, erzählt er. Doch aus einem kurzen Besuch wird schließlich seine neue Heimat. „Ich fand es charmant, dass Braunschweig an sich eine überschaubare Stadt ist, aber mit den umliegenden Ortschaften eine unglaublich vielfältige Kulisse bietet. Es hat einfach ein schönes Flair.“
Er beginnt eine Ausbildung zum Kaufmann. Doch nach dem Abschluss zieht es ihn zurück in die Selbstständigkeit. Gemeinsam mit Freunden gründet er ein Plattenlabel, das regionale Bands aufbaut sowie Touren und Release-Partys plant. Nebenbei führt er das mexikanische Restaurant Tres Amigos am Hagenmarkt. In dieser Zeit habe er auch seine Leidenschaft für die Veranstaltungsbranche entdeckt, erklärt Shawn rückblickend – insbesondere für die Bereiche Marketing und Kommunikation. „Ich wurde in dieser Zeit andauernd von Bekannten und Firmen auf meine Werbeplakate angesprochen und gefragt, ob ich ihre Werbemittel nicht auch mitverteilen kann“, erinnert sich der 43-Jährige. „Als ich an den Auslagestellen dann irgendwann zehn Flyer auslegen und sechs Plakate aufhängen wollte, habe ich gemerkt, dass es so nicht mehr funktioniert.“ Er investiert in Aufsteller und schließt Verträge, um die Werbemittel seiner Kund:innen fortan an den bestmöglichen Standorten platzieren zu können. „Das war im Prinzip der Grundstein für New City Media.“
Und ist schon 14 Jahre her. Heute ist New City Media mit 650 Display-Standorten, 1.500 Plakatflächen und rund 100 digitalen Flächen eine der führenden Ambient Media Agenturen in Niedersachsen. Außerdem ist das Team seit 2018 Teil der Funke Mediengruppe. „Ich persönlich versuche, mich zunehmend aus dem Tagesgeschäft zurückzuziehen, eher die Prozesse und Abläufe im Hintergrund zu überwachen und mich stärker mit dem Thema Zukunft zu beschäftigen“, erzählt Shawn. Doch wie sieht die aus, solange „Marketing am Point of Life“ – so der Slogan der Agentur – durch die Corona-Pandemie nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist?

„Es ist gerade natürlich schwierig, weil keiner weiß, wann es weitergeht“, räumt Shawn ein. „Wir haben inzwischen alles ein wenig verlagert. Es dürfen zwar nur wenige Standorte wie Supermärkte und Tankstellen öffnen, aber diese sind dafür besonders hoch frequentiert.“ Und auch wenn der Leiter und sein Team aktuell nicht ihrem gewöhnlichen Tagesablauf nachgehen können, herrscht kein Stillstand. „Wir nutzen die Zeit, um die Vertriebsstrukturen auszuweiten, gehen Kooperationen ein, nehmen neue Standorte unter Vertrag und installieren zusätzliche Flächen, damit wir nach der Krise breiter aufgestellt sind als je zuvor.“
Dann werden sich auch die Aufsteller und Werbeflächen von NCM wieder in das Bild des alltäglichen öffentlichen Lebens in der Region fügen und die bunten Citycards in das Stadtbild zurückkehren. Shawn selbst hat Zuhause übrigens keine Wand voller gesammelter Karten. „Ich versuche nichts mehr von der Arbeit mitzunehmen. Ich bin ein Workaholic, aber wenn ich nach Hause komme verbringe ich die Zeit mit meiner Frau und meinem Sohn.“ Trotzdem zeigt er uns sein Lieblingsexemplar. Eine Karte mit der Aufschrift „Ich bin zu alt für diesen Scheiß“. Mit einem Augenzwinkern, denn er lenkt ein „Das ist meine Welt. Hier bin ich angekommen.“

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