15. Februar 2021
Entscheider

Ein Quantensprung

Silke Koch-von Czapiewski und Andreas Rost stellen das neue Gebäude der VWG vor

Silke Koch-von Czapiewski und Andreas Rost stellen das neue Gebäude der VWG vor. Foto: VWG.

Bodentiefe Fenster, ergonomische Arbeitsplätze und ein Ruheraum für die kurze Auszeit zwischendurch – das neue Verwaltungsgebäude der Vereinigten Wohnungsgenossenschaft e.G. (VWG) kann sich sehen lassen. Der Neubau stellt in der nahezu 100-jährigen Geschichte der 1923 gegründeten Genossenschaft für die Vorstandsmitglieder Silke Koch-von Czapiewski und Andreas Rost einen echten „Quantensprung“ dar.

Das neue Gebäude der VWG. Foto: VWG.

Die Idee für einen Neubau reifte bereits im Jahr 2015, als der Standort an der Wolfenbütteler Straße nicht mehr zeitgemäß erscheint und die Themenfelder Platzmangel und Personalbedarf miteinander kollidieren. „Es ist natürlich auch immer ein Kostenfaktor“, räumt Rost ein. „Um ein Grundstück in adäquater Lage in Braunschweig zu kaufen, müssen Sie momentan schon tief in die Tasche greifen.“ Schließlich fällt die Aufmerksamkeit auf ein Grundstück aus dem eigenen Bestand: den damaligen Garagenhof am Bültenweg.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Fokus

Im Oktober 2020 ist es dann schließlich so weit. Nach 20 Monaten Bauzeit und einer Investitionssumme von rund vier Millionen Euro ist das neue Gebäude bereit für den Einzug. Die anfängliche Skepsis einiger Anwohner im angrenzenden Mietobjekt der VWG weicht während des Bauprozesses einem freundschaftlichen Umgang miteinander. „Im Sommer kamen die Anwohner sogar zur Baustelle und haben die Bauarbeiter mit Eis versorgt“, erinnert sich Andreas Rost.
Und auch die beiden Vorstände sind begeistert von dem Endergebnis. Für Silke Koch-von Czapiewski sind vor allem die höhenverstellbaren Schreibtische und großzügigen Büroräume ein besonderes Highlight, das auch die 14 Mitarbeiter der VWG zu schätzen wissen. Ein weiterer Vorteil für sie ist die verbesserte Parkplatzsituation. „An unserem alten Standort haben die Mitarbeiter teilweise 20 Minuten nach einem Parkplatz gesucht.“

Die Arbeits- und Konferenzräume wurden großzügig und lichtdurchflutet gestaltet. Foto: VWG.

Damit spricht sie eine weitere Besonderheit des neuen Standortes an. Das Gebäude wurde auf Säulen errichtet. „Keiner musste wegen des Neubaus seine Parkmöglichkeit einbüßen“, erklärt Rost. Und auch die Aspekte der Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind bei dem Neubau-Projekt nicht zu kurz gekommen. „Wir haben zeitgemäße Technik verbaut und können diverse Dinge wie Heizungen und Jalousien smart steuern“, erklärt Rost und lässt seinen Blick durch den Sitzungsraum „Oker“ schweifen. Neben dem modernen Smart Board im Sitzungssaal hängen Moosbilder für ein angenehmes Raumklima. Der Blick aus dem Fenster fällt auf begrünte Garagendächer und die Müllcontainer, die diskret in einem Unterflursystem im Boden versenkt sind.
Auf die Frage, ob die beiden bei dem großzügigen Gebäude und den Dachterassen mit Blick auf das Caspari-Viertel und Ringgleis trotzdem manchmal ihren alten Standort vermissen, lacht Koch-von Czapiewski. Sie ahnt die Antwort ihres Kollegen bereits voraus. „Vermissen ist übertrieben. Aber man war in fünf Minuten in den Schlossarkaden und der Weihnachtsmarkt war auch fußläufig erreichbar“, erklärt Rost schmunzelnd. Aber Koch-von Czapiewski betont auch: „Unsere gesamte Mitarbeiterschaft und wir sind von der ersten Minute an hier angekommen.“

Investitionen in den Bestand

Das neue Gebäude der VWG steht auf Säulen. Foto: VWG.

Dabei stand bei der VWG zuletzt nicht nur der Neubau auf der Agenda. „Die Gewinne unserer Genossenschaft werden überwiegend in den Wohnungsbestand investiert“, erklärt Rost. Die Modernisierungen reichen von neuen Heizungsanlagen über energetische Sanierungen bis hin zu Balkonanbauten. Ein weiteres großes Projekt sind die getätigten Dachgeschossausbauten der VWG. „Häufig hat der Dachbodenausbau einen bitteren Beigeschmack. Das wollten wir vermeiden. Wir haben viel Wert auf verglaste Flächen, großzügige Badezimmer und Balkone gelegt“, erklärt Rost. Trotz der aufwändigen Modernisierungen möchte die VWG ihren Werten treu bleiben. „Es ist uns wichtig, unsere Mitglieder mit gut ausgestattetem Wohnraum zu versorgen, der auch bezahlbar ist“, so Koch-von Czapiewski. Diesen Wohnraum stellt die Genossenschaft ihren rund 3.000 Mitgliedern zur Verfügung. Mit durchschlagendem Erfolg: Die Wohnungen der VWG sind vollständig vermietet.

Doppelte Spitze

Der zweiköpfige Vorstand ergänzt sich bei der VWG gegenseitig. „Mein Kollege ist mehr für den technischen und ich für den kaufmännischen Bereich zuständig“, erklärt Koch-von Czapiewski. Und Rost ergänzt: „Das klappt hervorragend. Sonst wären wir nicht so erfolgreich.“
Auch privat legen die beiden Wert auf ein Zuhause mit Freizeit- und Erholungswert und sind der Region verbunden. Während Koch-von Czapiewski mit ihrem Mann und zwei Kindern direkt in Braunschweig lebt, zieht es Rost jeden Tag nach der Arbeit zurück nach Helmstedt, wo er mit seiner Familie zuhause ist. „Samstags und sonntags laufe ich jeweils meine zehn Kilometer durch den Lappwald. Da bin ich ein bisschen Bewegungsfan“, so Rost. Eine Dynamik, die die Doppelspitze auch in ihre Arbeit bei der VWG einfließen lässt.

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