1. November 2013
Portraits

Der Schreibtisch von Dr. Jörg Leuschner

Fachdienstleiter Kultur der Stadt Salzgitter

Dr. Jörg Leuschner an seinem Schreibtisch (Foto: Dennis Bartz)

„Manchmal sitze ich lächelnd an meinem Schreibtisch und bin glücklich darüber, dass ich so einen tollen Job habe.“ Wohl dem, der so etwas sagen kann. Dr. Jörg Leuschner tut es. Und er sagt es mit einer von innerer Überzeugung sprühender Ehrlichkeit, die beeindruckend ist.

Vor 18 Jahren hat der Historiker den Posten angetreten. Er scheint ihm wie auf den Leib geschneidert zu sein. Als Fachdienstleiter Kultur der Stadt Salzgitter und Mitglied in 25 kulturellen Vereinen plant, organsiert und veranstaltet er mit seinem insgesamt 40-köpfigen Team Jahr für Jahr etliche Ausstellungen, Konzerte und andere Events. Er ist dafür verantwortlich, dass der Kultur-Haushalt eingehalten wird, verhandelt mit der Politik und übernimmt Öffentlichkeitsarbeit. Ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld ist die Musikschule, deren selbst formulierten Aufgaben „die Vermittlung einer musikalischen Grundbildung, die Herausbildung des Nachwuchses für das Laien- und Liebhabermusizieren, die Begabtenfindung und Begabtenförderung sowie die mögliche Vorbereitung auf ein Berufsstudium sind“ (www.stadt-salzgitter.de).

Wann immer etwas Neues im Museum Schloss Salder gezeigt wird oder etwas in Kniestedter Kirche, Kuhstall, Kulturscheune, Feuerwache und Co. los ist, wurden sehr wahrscheinlich auf dem Schreibtisch von Dr. Jörg Leuschner die Verträge unterschrieben: Museumsfest, Klesmerfest, das Drummer-Meeting mit zum Teil langer Tradition und dazu einmalige Veranstaltungen wie das 70-jährige Stadtjubiläum. In Salzgitter ist viel los. Eine gewisse Routine ist zweifellos eingekehrt in all den Jahren. Aber Lässigkeit? Nein! Dr. Jörg Leuschner besucht nach wie vor so viele Veranstaltungen wie möglich. Und wenn er verhindert ist? „Dann lässt es mir keine Ruhe, bis der erlösende Anruf kommt“, sagt Dr. Leuschner. Und das dauert oft bis nach Mitternacht, je nach Veranstaltung. Am anderen Ende ist dann ein Mitarbeiter, häufig Ralli Lewitzki, der seinen Chef mit allen Informationen versorgt. Meist bringt er gute Neuigkeiten mit: „In der Regel laufen die Veranstaltungen zum Glück nach Plan ab.“

Nach 18 Jahren ist die Liste großer Künstler und besonderer Erinnerungen natürlich lang. Unvergessen ist zum Beispiel die Leonardo da Vinci Ausstellung, die Dr. Jörg Leuschner 2009 ins Museum Schloss Salder gebracht hat. Sie ist Beweis für das international hohe Ansehen des Museums und sorgte dafür, dass die gesamte Stadt an Renommee gewann. Den hervorragenden Kontakten Ralli Lewitzkis zur internationalen Musikszene ist es zu verdanken, dass beim diesjährigen Drummer-Meeting erneut ein ganz besonderer Künstler zu den  Stöcken griff: Den Namen Leon Ndugu Chancler werden nur Insider kennen aber seine Musik hat vermutlich jeder schon einmal gehört: Schließlich schwang Chancler seine Drum-Sticks bereits für Michael Jackson bei dessen erfolgreichsten Album „Thriller“.

„Viele weitere Künstler haben mich sehr beeindruckt“, sagt Dr. Jörg Leuschner. Und obwohl er schon so viel gesehen hat und sich sein verdienter Ruhestand nähert, ist er gespannt auf Neues: So möchte er sich zum Beispiel den Auftritt von Piet Glocke am 27. Februar 2014 in der Kulturscheune auf keinen Fall entgehen lassen. Ende nächsten Jahres wird er vorrausichtlich seinen Posten als Fachdienstleiter Kultur abgeben. In vielen Vereinen möchte er aber weiterhin aktiv sein. Obendrein freut sich der dreifache Vater darauf, eines Tages auch Großvater zu werden. „Außerdem möchte ich auch in Zukunft viel schreiben“, so Dr. Leuschner, der unter anderem „Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Braunschweiger Landes“ in drei Bänden veröffentlicht hat. Ein neues Werk wird bald folgen. Der Korrekturabzug liegt bereits auf seinem Schreibtisch.

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