Der Schreibtisch von Dr. Philipp Lehmann - Standort38
12. Juli 2017
Portraits

Der Schreibtisch von Dr. Philipp Lehmann

Rechtsanwalt in der Kanzlei Dr. Linhard, Lehmann & Specht

Dr. Philipp Lehmann an seinem Schreibtisch. Foto: Kristina Künnemeyer

Ein altehrwürdiges Gebäude, schwere Sessel und Schreibmaschinen so weit das Auge reicht. In der Adolfstraße 1 trifft antikes Interieur auf frischen Wind, denn Vater und Sohn arbeiten in der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Linhard, Lehmann & Specht in Braunschweig zusammen.

Wie sein Vater erinnert sich auch Dr. Philipp Lehmann gerne an die Vergangenheit zurück. „Ich hatte eine tolle Zeit an der Neuen Oberschule in Gliesmarode. Daher engagiere ich mich noch heute als Vorsitzender des Ehemaligenvereins der Neuen Oberschule.“ Auch während seines Studiums in Göttingen wirkte Lehmann hochschulpolitisch mit. Dass er einmal Anwalt werden möchte, war ihm bereits in der Grundschule klar. Besonders gerne lässt der 37-Jährige sein Referendariat in Braunschweig Revue passieren: „Das war eine tolle Zeit, weil ich so viele Einblicke bekommen habe. Ein paar Monate im Gericht, ein paar Monate bei der Staatsanwaltschaft und zudem in der IHK, zwei Kanzleien und der Wolters-Brauerei.“

Im Jahr 2009 startete der frisch gebackene Doktor der Rechtswissenschaften, der seit ein paar Jahren auch Notariatsverwalter ist, seine Karriere in der väterlichen Kanzlei. Seine Schwerpunkte bilden das Arbeits- und Wirtschaftsrecht; insbesondere das (inter-)nationale Namens- und Markenrecht. „Viele meiner Mandanten haben Fragen zum Handel mit Waren im Im- und Export, zu Produktkennzeichnung und -werbung und der EU-weiten Rechtslage in Bezug auf den Internethandel. Auch beschäftigt einige die Frage, wann unlauterer Wettbewerb vorliegt und wann nicht. Ich bin sehr nah dran an den Unternehmen und das macht mir riesigen Spaß.“

Auch sein Vater Friedrich Hermann Lehmann arbeitet überwiegend im Arbeits- und Wirtschaftsrecht und war bis zu seinem siebzigsten Geburtstag als Notar tätig. Zusammen mit Dr. Hans Linhard gründete er die Kanzlei im Jahr 1975. „Er hat viel immobilienrechtliches Know-How mit besonderen Stärken im Arbeits-, Bau-, Erb- und Gesellschaftsrecht; betreut aber auch alle anderen üblichen Rechtsgebiete. Wir sind alle Allrounder. Eine Besonderheit meines Kollegen Martin Specht ist sein polnisches Sprachvermögen. Aufgrund dessen betreut er viele polnische und polnischstämmige Mandanten – eine tolle Marktnische. Last but not least gibt es noch meine Kollegin Sabrina Rietz; sie deckt das Familien- und Erbrecht ab.“ Insgesamt beschäftigt die Kanzlei vier Anwälte und alles in allem fünfzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Würde er sich heute nicht als Anwalt um Wirtschaftsrecht kümmern, hätte es Dr. Lehmann direkt in die Wirtschaft gezogen. „An meinem Beruf schätze ich vor allem den Umgang und die Zusammenarbeit mit Menschen. Ich bin gerne Vermittler zwischen zwei Parteien. Man kann natürlich auch sagen, wir gehen vor’s Gericht und lassen den Richter entscheiden. Aber hier in Deutschland herrscht das Alles-oder-Nichts-Prinzip und das kann teuer werden.“

Wenn er seine Zeit gerade nicht im Büro verbringt, das subtil auf einen Eintracht-Braunschweig-Fan schließen lässt, widmet er sich neben seiner Familie der Fotografie und der Ornithologie – gerne in Kombination. „Vögel zu fotografieren reizt mich, weil es so schwierig ist“, erläutert Lehmann seine Leidenschaft und ergänzt: „Ich bin Mitglied bzw. Fördermitglied in zwei Dutzend Vereinen, der Eintracht, den Wirtschaftsjunioren Braunschweig, aber auch beim NABU Braunschweig und beteilige mich einmal im Jahr an einer Vogelschutzaktion in Norditalien zusammen mit der italienischen Forstpolizei.“ Wenn Zeit ist, schaut er auch mal Anwaltsserien wie Boston Legal: „Ich kann das ganz ohne fachliche Brille ansehen und lasse mich gerne mitreißen.“

Für die Zukunft der Traditions-Kanzlei wünscht er sich in erster Linie, seine Mandanten weiterhin zufriedenzustellen, die Herausforderungen des technischen Wandels zu meistern und dass der Generationsübergang gut gelingt. „Das Unternehmen ist jetzt 42 Jahre alt. Manche Mandanten unterstützen wir bereits seit Jahrzehnten. Deshalb gebe ich mein Bestes, dieses Erbe fortzuführen.“

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