Der Schreibtisch von Marcel Willuhn

Surflehrer und Gründer des „Longwave“-Surfcamps

Foto: Privat

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In uns allen steckt eine tiefe Sehnsucht, ein Verlangen, die eigene Berufung zu leben. Doch bleibt sie meist nur ein Traum. Nicht so bei Marcel Willuhn aus Gifhorn. Denn der 31-Jährige hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und seine eigene Surfschule eröffnet – und zwar in Frankreich. Seine Beweggründe und den Weg zu dieser Verwirklichung erzählte uns Marcel im Interview. Alles begann in Südafrika: Der damals 15-jährige Marcel kämpfte an den afrikanischen Küsten mit den Wellen des Meeres und dem Ozean. Prompt machte sich pure Begeisterung breit und er lernte das Wellenreiten lieben: „Für mich war klar, dass ich so schnell wie möglich einen Weg finden muss, meinen holprigen Schulweg zu beenden“, erinnert sich der gebürtige Gifhorner.

Um sein Hobby zu finanzieren, fing Marcel an zu sparen. Nach seinem abgeschlossenen Abitur pendelte er im Winter zwischen den Kanarischen Inseln und Frankreich, im Sommer zwischen Spanien und Portugal, um so viele Länder mit Wellen zu besuchen, wie nur möglich. „Ich verbrachte noch knapp ein weiteres Jahr in Australien, surfte viel in Indonesien, Sri Lanka, Kalifornien, Afrika und auch in Vietnam“, so der Surfer. Den Traum eines eigenen Surfcamps in die Tat umzusetzen, war ein langwieriger Prozess. Um grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln, arbeitete Marcel in anderen Surfschulen – so finanzierte er auch seine zahlreichen Reisen. „Insgesamt brauchte ich knapp vier Jahre, um ein passendes Haus in einer guten Lage und den richtigen Spot zu finden“, erzählt Marcel. Warum er sich ausgerechnet Frankreich für die Eröffnung einer Surfschule aussuchte, erklärt er so: „Frankreich ist der Hotspot der europäischen Surfszene. Der Atlantik verspricht ideale Wellen und ist sehr gut zu erreichen.“ Zudem sei die Lage seines Longwave-Surfcamps vorteilhaft. Denn sowohl die Flughäfen Biarritz als auch Bordeaux befinden sich in unmittelbarer Nähe. Darüber hinaus dauert eine Weiterfahrt nach Spanien nur knapp zwei Stunden. Hier warten weitere Wellen auf Surffans. Die Villa, in der insgesamt 16 Surfer in über sechs Zimmern leben, herrsche eine familiäre Stimmung. „Wir haben eine Surfschule im Haus. Das heißt, alles, was man an Ausstattung braucht, ist für jeden vorhanden. Mein Motto ist ‚von Surfer für Surfer‘“, sagt der Auswanderer, der Deutschland trotz der wertvollen Beziehung zu Familie und Freunden für die perfekten Wellen verließ. Sport, Fitness und gesundes Essen – diese Elemente vereint Marcel Willuhn in seinem Leben – dabei immer an seiner Seite: seine Ehefrau Maria, die gebürtige Spanierin ist. Besonders stolz ist er auf ihr gemeinsames Projekt: „Wir teilen uns alle Besorgungen und Pflichten im Alltag auf und organisieren zusammen.“

Foto: Privat
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Die Sprachhürden überwindet er mit Selbstbewusstsein: „Ich spreche fließend Englisch, gut Spanisch und etwas Französisch. Ich brauche etwas länger, um Sprachen zu lernen. Doch ich gebe alles, um mich zu verständigen! Und das klappt immer.“ Für 2019 bleibt der Surfer mit seinen Wünschen bescheiden: „Ich erhoffe mir einen coolen Sommer, mit lächelnden Menschen und, dass mein Traum zukünftig viele Menschen mit dem Sport Surfen infiziert.“

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