Der Schreibtisch von Marco Tutay - Standort38
22. Oktober 2020
Portraits

Der Schreibtisch von Marco Tutay

Sales Director bei Maui Jim am Standort Braunschweig

Marco Tutay im Ausstellungsraum von Maui Jim. Foto: Julia-Janine Schwark.

Mit einem freundlichen „Aloha“, öffnet Marco Tutay die Tür von der Maui Jim Deutschland- und EU-Zentrale in Rautheim. Auf seinem T-Shirt prangt der Schriftzug Ohana, das hawaiianische Wort für Familie. „Unsere Mitarbeiter und Kunden sind Teil unserer Ohana“, erklärt Marco. „Wir interessieren uns einfach für die Person, mit der wir sprechen und erst danach kommt das Geschäft.“ Schnell wird klar, dass nicht nur der Unternehmensname hawaiianisch geprägt ist.

Der Sonnenbrillenhersteller wurde, wie der Name bereits erahnen lässt, Mitte der 1980er-Jahre auf der hawaiianischen Insel Maui gegründet. Noch heute befindet sich auf der Insel Lahaina das erste Verkaufsoffice und auch das Designteam arbeitet auf Maui. Von der Insel aus expandiert Maui Jim in die ganze Welt. Im Jahr 2004 zieht es das Unternehmen auch nach Deutschland und an den Standort Braunschweig. „Braunschweig ist zentral gelegen und gut angebunden. Außerdem haben wir hier mit Blick auf das Personal gute Ressourcen. Und durch andere namenhafte Brillenglasproduzenten ist der Standort Braunschweig für die Optik gar nicht so unbekannt“, erklärt Tutay und fügt lächelnd hinzu: „Außerdem ist Braunschweig der Geburtsort von meinem Vorgänger und mir.“ So ist in der Löwenstadt nicht nur eines von insgesamt 16 Distributionszentren (DC), sondern auch eines von weltweit zwei Laboren für die Gläserfertigung beheimatet.

Und auch der Aloha-Spirit ist längst über den Ozean nach Braunschweig geschwappt und wird von den rund 65 Mitarbeitenden verbreitet und gelebt. Die typische Arbeitskleidung besteht aus T-Shirt, Shorts und Flip-Flops. Begrüßt und verabschiedet wird sich mit einem freundlichen Aloha oder Mahalo. „In dem Moment, in dem man in ein Geschäft kommt und „Aloha“ sagt, bekommt man die volle Aufmerksamkeit.“ Trotzdem betont Tutay, dass hinter dem Aloha-Spirit deutlich mehr als nur lockere Surfervibes stecken – nämlich disziplinierte Arbeit. „Die Begrüßung bricht oft das Eis. Denn Sonne ist unser Geschäft und die steckt in uns allen.“ Außerdem zeige sich der Ursprung in den flachen Hierarchien und dem Konfliktmanagement. „Wir gehen Konfliktgesprächen und Diskussionen so gut es geht aus dem Weg und schlagen gleich einen Weg ein, der zu einer Lösung führt.“ In seinen acht Jahren bei Maui Jim habe er nur zwei unangenehme Gespräche führen müssen. „Aber auch die konnte man so hinbiegen, dass man am Ende gemeinsam gelacht hat“, freut sich Tutay.

Seine eigene Vorliebe für Brillen, entwickelte sich erst bei seiner Ausbildung. „Ich wollte nach meinem Schulabschluss gerne in Braunschweig bleiben“, erinnert sich Tutay. Er beginnt zunächst einen Sommerjob und dann eine Ausbildung bei Essilor. „Ich war total geflasht und begeistert, wie viel Know-how man braucht, um ein Brillenglas zu fertigen.“ Danach führt ihn sein Weg unter anderem zu Cartier in den Süden Deutschlands. „Bei Cartier habe ich quasi Blut geleckt und die Luxury-Eyewear-Schiene mit der Welt drumherum kennengelernt.“ Schließlich zieht es ihn 2012 zurück in die Heimat und zu Maui Jim. Was ihn besonders reizt, ist, dass hier Fassungen und Brillengläser aus einer Hand kommen. „Das ist das Salz in der Suppe. Es macht wirklich Spaß, so etwas mit aufzubauen.“ Inzwischen ist der studierte Betriebswirt, zusammen mit dem Operations Director EU, für das Distributionszentrum in Rautheim und als Sales Director für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Polen, Holland, Ungarn, Slowenien, die Slowakei und Rumänien zuständig.

„Während meiner 16 Jahre in Bayern und als ich viel durch die Weltgeschichte gereist bin, habe ich aber auch gemerkt, wie sehr mir Braunschweig und mein Freundeskreis gefehlt hat“, erzählt Tutay. „Es ist schön, sich beruflich selbst zu verwirklichen, aber Familie und Freunde sind das Wichtigste.“ Und wenn er seine Freizeit mal nicht mit seinen Freunden oder seinen beiden Kindern verbringt, ist er sportlich beim Ski- und Rennradfahren oder beim Yoga unterwegs – natürlich mit der passenden Sonnenbrille.

Auch interessant