Der Schreibtisch von … Saskia Hoog und Ulrich Gehrke-Hoog - Standort38
19. März 2020
Portraits

Der Schreibtisch von … Saskia Hoog und Ulrich Gehrke-Hoog

Geschäftsführer der GEHOcab GmbH und Hoog & Partner Management Consulting

Saskia Hoog und Ulrich Gehrke-Hook in ihrem Eigenheim. Foto: Siri Buchholz.

Ulrich Gehrke-Hoog streicht liebevoll über das selbstgebaute Wohnmobilmodell, das in dem gemeinsamen Arbeitszimmer steht. „Man wird morgens wach und steht irgendwo in Korsika an einem Abhang und die Sonne geht auf. Um uns herum sind Esel“, schwelgt seine Frau Saskia Hoog in Erinnerungen. Genau dort begann für die beiden der Werdegang der GEHOcab GmbH.
Das Ehepaar hat inzwischen über 45 Jahre Campingerfahrung gesammelt – mit dem Zelt, Campingbus und Dachzelt. Doch als es sie immer mehr Offroad, weg von der Zivilisation und rein in die Natur, zieht, suchen sie nach einer besseren und komfortableren Lösung. „Was Gekauftes ist mir oft nicht gut genug“, erklärt Gehrke-Hoog und lacht. So entsteht das erste Knetmodell der Kora-Kabine auf der Basis von einem VW Amarok. Gehrke-Hoog hat Maschinenbau studiert und jahrelang bei Volkswagen gearbeitet – daher rührt auch seine Verbindung zu dem Automobilhersteller. Auch Saskia Hoog kommt ursprünglich aus einem anderen Feld. Sie ist Agraringenieurin und hat sich bereits vor ihrem Mann selbstständig gemacht. 2013 gründeten sie gemeinsam die GEHOcab GmbH und die Beratungsfirma Hoog & Partner Management Consulting. „Wir sind spazieren gegangen, da ist die eine Firma rausgepurzelt und auf Korsika ist die andere entstanden. Das ist, was passiert, wenn wir gemeinsam Zeit haben“, verrät Hoog. Beide hatten schon immer eine Vorliebe und einen Blick für Design. Das spiegelt sich auch in ihrem Büro und dem angrenzenden Wohnhaus wider.

Die Kora-Kabine wurde speziell für Offroad-Reisende entwickelt. Foto: GEHOcab GmbH.

Mit dem Design der Kora-Kabine sind beide immer noch vollends zufrieden. Das Besondere an der Kora-Kabine ist ihre harmonische Einheit mit dem Fahrzeug, das Automobildesign – sie sehe nicht so furchtbar aufgesetzt aus, finden beide. „Und das ist eben nicht nur Design, das ist Form folgt Funktion.“ Einen weiteren Vorteil, den die beiden für sich nutzten, ist ihre Erfahrung und der damit gewachsene Anspruch an die Usability. Ihre Kunden kommen inzwischen sogar aus Norwegenund der Schweiz zu ihnen nach Evessen – und das obwohl der Traum von einer eigenen Kora-Kabine relativ viel Geld kostet. Inzwischen haben sie Aufträge für die nächsten zwei Jahre.

Den Prototypen mit Ausstattung baute das Paar noch bei sich selbst Zuhause. Inzwischen werden die Kabinen bei einer Partnerfirma in Berlin gefertigt, die auf Leichtbau spezialisiert ist. Für Gehrke-Hoog ist die Fertigung eine Mischung aus Flugzeugbau, Luxusyachtbau und Offroad-Technik. Sie verwenden Carbon, um die 3,5 Tonnen-Klasse nicht zu sprengen. Außerdem ist ein neues Projekt geplant: Eine kernige Variante auf Jeep-Basis. Diese soll dann direkt in Braunschweig gefertigt werden.

Trotz ihrer beiden Firmen sind Ulrich Gehrke-Hoog und Saskia Hoog immer noch gerne in der Welt unterwegs. „Offroad geht eher Richtung Abenteuer, Unabhängigkeit, dieses Autonomiegefühl, man ist alleine auf der Welt und hat alles Wesentliche bei sich“, schwärmt Saskia Hoog. Auch wenn sie bei ihrem nächsten Reiseziel noch zwischen Skandinavien, Albanien und Griechenland schwanken, ist eine Sache klar: Ihre Kora-Kabine ist mit dabei.

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