Netzwerken to go ... - Standort38
22. Juni 2020
Entscheider

Netzwerken to go …

Zwischen Workshop und Gin-Runde

Lucas Schubert. Bild: Archiv.

Netzwerkveranstaltungen sind wichtig für den Erfolg eines Unternehmens. Dort werden Geschäftsbeziehungen gepflegt, neue Kontakte geknüpft und Impulse gesammelt. Wie viele andere Veranstaltungsformate auch, fallen diese derzeit jedoch dem Corona-Virus zum Opfer. Das ist längst kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken und schweigsam abzuwarten, schließlich bietet das digitale Zeitalter mehr als genug Alternativen – oder doch nicht? Wir haben kontakt- und redefreudige Entscheider der Region gefragt, wie sie derzeit netzwerken …

Nancy Klatt. Foto: Archiv.

Nancy Klatt

Gesamtleiterin Marktentwicklung
und Verlagsleitung BZV Medienhaus
Da das persönliche Netzwerken zurzeit nicht möglich ist, findet der meiste Austausch über Videokonferenzsysteme statt. Selbst ein Ganztagsworkshop mit Teilgruppen war so möglich. Das fand ich wirklich toll und da lerne auch ich ständig dazu. Konzernweit ergeben sich durch Videokonferenzlösungen in Meetings teilweise andere Zusammensetzungen oder sogar größere Runden, aus denen heraus ich schon neue Kontakte geknüpft und zukünftige gemeinsame Projekte auf den Weg gebracht habe. Corona hat für mich wirklich eine Schubkraft auf digitale Arbeitsweisen. Den persönlichen Kontakt ersetzen diese nicht, aber sie sind eine sinnvolle Ergänzung für die Meeting- und Netzwerkkultur.

 

Lucas Schubert. Bild: Archiv.

Lucas Schubert
Sprecher der Wirtschaftsjunioren
im Bezirk der Industrie- und
Handelskammer Braunschweig e.V.
Der Einschnitt in das Programm der Wirtschaftsjunioren war gewaltig, das Programm ist schon zu Jahresbeginn sehr fix und lebt vom persönlichen Austausch der Mitglieder. Wir haben schnell den Schwenk in ein digitales Vereinsleben geschafft, hier lohnt sich auch unser Arbeitskreis Digitales. Die Arbeitskreistreffen, Vorstandssitzungen, der Erfahrungsaustausch in der Krise, unsere bekannten Betriebsstudien, ja sogar eine norddeutsche Hanseraum-Konferenz der Wirtschaftsjunioren, ausgerichtet von unseren Freunden der WJ Gifhorn-Wolfsburg, finden derzeit allesamt digital statt. Die 1. WJ-BS-Quiz Night hat uns eine muntere Unterhaltung an einem Sonnabend verschafft. Es geht in schwierigen Zeiten weiter und mittlerweile wirken Videokonferenzen auch im Vereinsleben ganz normal. Sie sind sogar ganz vorteilhaft, sparen uns diese manchmal Wege und Zeit. Der Tribe, also das Zusammengehörigkeitsgefühl, unsere WJ Kultur und die Verbundenheit zu unseren gemeinsamen Themen, insbesondere die #StimmederjungenWirtschaft zu sein, lässt sich so eine Zeitlang sehr gut aufrechterhalten und ist ungebrochen. Es wird viel positives bleiben, dennoch freuen wir uns schon jetzt auch wieder auf unsere Treffen in gewohnter Art und Weise ganz ohne Bildschirm zwischen uns.

Nicole Mölling. Foto: Archiv.

Nicole Mölling
Senior Manager pwc
Ich netzwerke aktuell per Videokonferenz. Wir machen beispielsweise virtuell kleine Gin-Runden. Bis zu zehn Personen funktioniert das sehr gut, darüber hinaus wird es meiner Erfahrung nach anstrengender. Der Vorteil ist, dass so auch mal Leute aus Hannover dazukommen können und sich dadurch neue Netzwerk-Bekanntschaften ergeben.

 

 

 

 

Adalbert Wandt. Foto: Archiv.

Adalbert Wandt
Präsident Union Kaufmännischer
Verein von 1818 e. V.
Ein über Jahrzehnte aufgebautes Netzwerk in Ehrenämtern verpflichtet selbstverständlich, Informationen zu Planungen und sinnvoll notwendige Nachfragen zu teilen. Hunderte von Mitgliedern der Kaufmännischen UNION haben nicht nur aufgrund der gezahlten Beitrage Anspruch darauf. Die aktuell anstehende Bewerbungsphase zur Wahl zur IHK Vollversammlung und die Ausschüsse Berufsbildung und Verkehr müssen „gefüttert“ werden. Berichte aus der Presse zur Politik lesen, telefonieren, Mails schreiben und reden, reden, reden. Richtige Erkenntnisse an geeignete Unterstützer weitergeben mit der Bitte, selbst aktiv zu bleiben. Sorgen der Logistikbranche argumentativ und motivierend kommentieren. Videokonferenzen an unterschiedlichsten Orten wahrnehmen und hellwach sein! Selbst jetzt sind manche Tage einfach zu kurz. Vorhandenen Vorsprung für den Aufbruch sichern.

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