12. August 2022
Entscheider

Salzgitter AG mit herausragendem Halbjahresgewinn und Millioneninvestition für SALCOS-Programm

Der Konzern vermeldet Rekordergebnisse, der Krieg in der Ukraine erschwert den Ausblick auf die weiteren Entwicklungen

Roger Hahne, Senior Vice President Technology LKAB; Martin Zappe, Leiter SALCOS®-Programm; Vorstandsvorsitzender Salzgitter AG Gunnar Groebler; Jan Moström, Vorstandsvorsitzender LKAB; Michael Reuber, Leiter Einkauf Salzgitter AG. Foto: Salzgitter AG

Die Salzgitter AG vermeldet positive Ergebnisse in allen Geschäftsbereichen. Sowohl in der Stahlerzeugung, Stahlverarbeitung, im Handel als auch in der Technologie und den industriellen Beteiligungen konnte eine außerordentliche Ergebnisentwicklung verzeichnet werden. Insbesondere der Außenumsatz erhöhte sich um 50 Prozent auf rund 6,6 Millionen Euro und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Millionen Euro. „Der bisherige Jahresverlauf war aus mehreren Gründen außergewöhnlich. Zum einen verzeichnen wir das mit Abstand beste operative Halbjahresergebnis in der Unternehmensgeschichte der Salzgitter AG“, sagte der Vorstandsvorsitzende Gunnar Groebler. Hinzu käme die größte Investition seit dem Börsengang im Jahr 1988. Für die erste Stufe des SALCOS-Programms hat der Konzern einem Zuschussbetrag von 723 Millionen Euro an Eigenmitteln zugestimmt.

SALCOS steht für „Salzgitter Low CO2 Steelmaking“. Das 2015 entwickelte Projektkonzept sieht die Wasserstoff-Erzeugung und Umstellung der Stahlproduktion von Hochöfen auf Erdgas- und später Wasserstoff-basierte Reduktion vor. Ziel ist es, das integrierte Hüttenwerk in Salzgitter auf eine CO2-arme Rohstahlproduktion umzustellen. Bis 2033 soll dies in drei Stufen geschehen. Gunnar Groebler äußerte sich zu den Erfolgsergebnissen: „Dies unterstreicht einmal mehr unsere Vorreiterrolle und unsere Ambitionen auf dem Gebiet der CO2-armen Stahlherstellung.“ SALCOS ist Teil der Carbon Direct Avoidance Strategie, mittels dieser CO2 von vornhinein vermieden und damit ein Beispiel für Nachhaltigkeit gegeben werden soll. Bis zu 95 Prozent der jährlich verursachten acht Millionen Tonnen CO2-Emissionen sollen durch das Transformationsprogramm perspektivisch eingespart werden.

Burkhard Becker, Finanzvorstand der Salzgitter AG weist trotz sämtlicher Erfolge auf die derzeitigen Herausforderungen am Markt hin: „Bei aller Freude über das herausragende Ergebnis, verkennen wir nicht die Risiken infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Diese manifestieren sich neben den Störungen der globalen Liefer- und Logistikketten sowie der extremen Volatilität auf den Rohstoff- und Energiemärkten, insbesondere in einer weiteren Eskalation der Gaskrise. Daher behalten wir ungeachtet des bereits am unteren Ende unserer Prognose auskommenden Halbjahresergebnisses unsere Umsatz- und Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2022 bei.“ Aufgrund der Stahlpreiskonsolidierung rechnet der Konzern im weiteren Jahresverlauf mit einem Rückgang der überdurchschnittlichen Margen. Die anhaltenden Liefer- und Kapazitätsengpässe auf den Beschaffungsmärkten sowie die geopolitischen Spannungen stellen Unsicherheiten für die erwartete Entwicklung dar.

 

 

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