23. November 2017
Aus der Region

“ Fachkräfte sind mit Abstand das größte Risiko“

Neue Unternehmerkunden-Studie der Commerzbank zu Auftragslage und Fachkräften

Olaf Brandes, Niederlassungsleiter Privat- und Unternehmerkunden der Commerzbank Braunschweig, stellte die vierte Unternehmerkunden-Studie für die Region Braunschweig vor. Foto: Holger Isermann

Zwischen Juli und September 2017 hat die Commerzbank insgesamt 3.210 Unternehmerkunden aller Banken bundesweit befragt, 100 davon stammen aus der Region Braunschweig. 44 Prozent der Unternehmer bewerten die Auftragslage in der Region besser als noch vor 6 Monaten. Auch die Geschäftslage im eigenen Betrieb wurde von den Freiberuflern, Handwerkern und Gewerbetreibenden (mit einem Jahresumsatz von bis zu 15 Millionen Euro) von 43 % als stabil bezeichnet. Größtes Hindernis für mehr Innovationen stellen demnach fehlende Fachkräfte dar. „Keine geeigneten Fachkräfte zu finden, bleibt das mit Abstand größte Risiko für die Braunschweiger Unternehmer“, sagt Olaf Brandes, Niederlassungsleiter in Privat- und Unternehmerkunden der Commerzbank Braunschweig. „Folgerichtig erwarten 81 Prozent der Befragten von der neuen Bundesregierung Verbesserungen bei der Bildungspolitik.“ Ganz oben auf der Liste steht zudem die Forderung nach einer Steuerreform, insbesondere nach steuerlichen Entlastungen für kleine und mittlere Unternehmen.

Wirtschaftlicher Ausblick positiv

Trotz der unternehmerischen Risiken erleben Braunschweiger Unternehmer die wirtschaftliche Entwicklung 2017 etwas positiver als im Vorjahr. Insgesamt 82 Prozent beurteilen die Situation ihrer Branche als sehr gut oder stabil (2016: 80 Prozent). „Bei knapp der Hälfte der Befragten ist die Auftragslage noch besser als vor sechs Monaten“, so Brandes. Auch für das kommende Jahr sind die Braunschweiger Unternehmer optimistisch: 88 % erwarten für 2018 eine positive Wirtschaftsentwicklung – das sind deutlich mehr als im Vorjahr.

Digitale Lösungen

Die Digitalisierung bleibt eine weitere Herausforderung für kleine und mittlere Unternehmen in Braunschweig. Circa zwei Drittel bieten bislang gar keine Leistungen digital an. Digitale Lösungen werden vor allem in der Zusammenarbeit mit Lieferanten genutzt. Über die Hälfte der Braunschweiger Unternehmer kommunizieren bereits digital mit ihrer Bank. 

Bei der Finanzierung anstehender Investitionen bleiben die Braunschweiger Unternehmer meist vorsichtig: Über die Hälfte wird weiterhin aus dem laufenden Geschäftsbetrieb finanziert. „Interessant ist, dass angesichts der hohen Liquiditätsbestände digitale Cash-Management-Systeme verstärkt wahrgenommen werden“, sagt Brandes. Fast jeder fünfte Unternehmer in Braunschweig nutzt bereits ein solches System, um seine Geldbestände besser zu steuern. Ein weiteres Fünftel kann sich dies vorstellen. Mehr als ein Drittel wurde angesichts der Zinssituation von seiner Bank bereits auf alternative Geldanlagen angesprochen.

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