Spitze bei fallenden Kursen! - Standort38
24. April 2019
Finanzen & Versicherungen

Spitze bei fallenden Kursen!

Im Ranking der Wirtschaftswoche hat es die Braunschweiger BRW Finanz AG auf Platz eins unter Deutschlands Vermögensverwaltern geschafft

Die BRW-Vorstände: Bastian Bosse, Kerstin Borchardt und Thomas Ritterbusch. Foto: BRW Finanz AG

Braunschweigs Bankplatz liegt in der Innenstadt, die Hauptsitze der Braunschweigischen Landessparkasse und Volksbank BraWo thronen unübersehbar über den Dächern der Stadt und die Volkswagen Financial Services AG, das mit Abstand größte Finanzinstitut der Region, hat seinen Sitz an der Gifhorner Straße.

Der Wilhelmitorwall dagegen dürfte den Wenigsten direkt in den Sinn kommen, wenn es um Finanzen geht. Dabei hat es die dort ansässige BRW Finanz AG in diesem Jahr sogar bundesweit ganz nach oben geschafft: Im Ranking der Wirtschaftswoche ist das kleine Team um die Vorstände Thomas Ritterbusch, Kerstin Borchardt und Bastian Bosse Spitzenreiter unter den Vermögensverwaltern und hat unter anderem Branchenschwergewichte wie Flossbach von Storch oder Berenberg auf die Plätze verwiesen.

Mit ihrem Fonds „BRW Balanced Return“ erreichten die Braunschweiger Rang eins unter 401 Portfolios in der Risikoklasse „ausgewogen“ – der Fonds „BRW Balanced Return Plus“ landete auf Platz drei im Feld von insgesamt 586 offensiveren Depots mit einem Aktienanteil bis zu 100 Prozent. Thomas Ritterbusch beantwortet die Einstiegsfrage nach der Bedeutung dieses Ergebnisses direkt mit einer Gegenfrage: „Was heißt schon bester Vermögensverwalter?“ Mit solchen Begriffen wolle er nicht kokettieren, aber natürlich freue er sich über das Ergebnis. „Gerade weil in der Branche mit vielen Auszeichnungen und Siegeln geworben wird, die käuflich sind. Das geht bei der Wirtschaftswoche nicht.“

Diese arbeitet für das Ranking mit dem Analyseinstitut MMD aus Arnsberg zusammen, das insgesamt 1330 Fonds von Banken und unabhängigen Vermögensverwaltern untersucht und bewertet hat. „Wir versuchen hier jeden Tag einen guten Job zu machen, aber ob es am Ende Platz eins oder zwölf wird, hat auch viel mit Glück zu tun. Das war dieses Mal auf unserer Seite“, betont Ritterbusch, der sein Unternehmen nachhaltig unter den Top 15 im Ranking etablieren möchte.

Bereits 2017 hat es bei steigenden Kursen für Platz zehn gereicht. In der Abschwungphase 2018 ist die defensive Anlagestrategie der Braunschweiger Vermögensverwalter dann voll aufgegangen und man hat zum Ende des Jahres gegen den Markt sogar den Aktienanteil aufgestockt. Dafür musste selbst die Ente warten. Denn am 2. Weihnachtstag traf sich der Anlageausschuss zur außerordentlichen Sitzung. „Der eine oder andere hat uns natürlich für verrückt erklärt, aber die Amerikaner handeln auch über Weihnachten und das wollten wir nicht verpassen.“

Entsprechend gut gerüstet sieht sich BRW jetzt für 2019 und eine Erholung der Kurse. Die Zeichen stehen auf Wachstum – und zwar über die Region hinaus. Hier sei die Platzierung ein Türöffner. „Unsere direkten Mitbewerber sehen wir ohnehin nicht vor der Haustür“, stellt Ritterbusch klar und schiebt nach. „Wer viele Jahre lang bei einem anderen Finanzdienstleister in der Region gut beraten war, wird nicht aufgrund eines Rankings direkt zu uns rennen. Geldanlage ist immer Vertrauensbeziehung – und das ist auch gut und richtig so.“

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