"Traditionsreich und modern" - Standort38
9. Juni 2016
Aus der Region

„Traditionsreich und modern“

Bilanz der Öffentlichen Versicherung Braunschweig kann sich trotz Unwetter und Branchendruck sehen lassen

Die Öffentliche Versicherung Braunschweig. Foto: Kristina Krijom

Der Vorstand der Öffentlichen Versicherung in Person des Vorsitzenden Michael Doering sowie Knud Maywald und Dr. Stefan Hanekopf wirkt gelassen und zielsicher, während er am heutigen Donnerstag, den 9. Juli seine Bilanz präsentiert. Neben den hard facts des Geschäftsberichtes allem voran den Umsatz- und Eigenkapitalzahlen geht es dabei vor allem um das omnipräsente Thema Digitalisierung und im Zuge dessen um eine Neuausrichtung. Wenngleich es im letzten Jahr nicht an Unwetterschäden und Wohnungseinbrüchen mangelte, steht der Konzern 2015 mit einem Nach-Steuer-Gewinn von 28,8 Millionen Euro bei einem Umsatz von 416,6 Millionen Euro da.

2015 schlug das Unwetter zu, 2016 zog es bisher vorbei

Die derzeitige Unwetterwelle sei in Bezug auf Schadensmeldungen und deren Regulierung bisher im Rahmen geblieben, betont der vergleichsweise kleine Versicherer. 360 gemeldete Schäden seien es bisher, die in Summer etwa eine Millionen Rückstellung bedeuteten das sei eine gute Prognose. Im Jahr davor habe das anders ausgesehen, doch an dieser Stelle auch gezeigt, „die Rückversicherungsstrategie geht auf“, so Knud Maywald. Im letzten Jahr habe es zwei Brände, den einer Turnhalle und den in einer Tiefgarage im Seniorenheim gegeben, die insgesamt ein Schadensvolumen von 5,2 Millionen ausgemacht hätten.

Ja zur Lebensversicherung

Entgegen der in der Branche grassierenden Trendwende, der Abkehr vom Angebot der Lebensversicherung, bekennt sich die Öffentliche mit 370.000 Privatkunden weiterhin und trotz Niedrigzinsen zu diesem Zweig.

Digitalisierung, sozialverträglich

Der Markt der Versicherungen schrumpft und ist hart umkämpft, dennoch will die Öffentliche investieren. Das Kundenverhalten ändere sich, darauf wolle man reagieren, konstatiert Knud Maywald. Man strebe an, den Wandel in der eigenen Produktpolitik zu bedienen und setze dabei auf eine Omnikanalstrategie. Ziel sei es, dem schrumpfenden Markt zu trotzen und den eigenen Anteil sogar weiter auszubauen. So werde zu diesem Zweck im Rahmen sogenannter Zukunftswerkstätten aktiv der Austausch mit der jungen Generation, den digital natives, gepflegt. Betont wird dabei, man werde lediglich sozialverträgliche Umstrukturierungen durchführen. Die Digitalisierung sei bei der Öffentlichen bereits Gegenwart, unterstreicht Vorstandsvorsitzender Doering. So könne der Kunde im Onlineportal schon heute seine Verträge einsehen oder auch Schadensmeldungen machen. Bei 1.300 Mitarbeitern gesamt sollen 85 Mitarbeiter im Innendienst abgebaut und wiederum 150 Mitarbeiter im Außendienst ausgebaut werden. Dies soll unter anderem über Altersteilzeit oder Weiterbildungen geschehen. Zudem will der Versicherer in den nächsten fünf Jahren jährlich um 50 Auszubildende wachsen, die den Außendienstbedarf zusätzlich decken sollen. Auch den 50 befristeten Mitarbeitern sollen Perspektiven offeriert werden. Alles in allem will die Öffentliche Versicherung jährlich sieben bis acht Millionen Euro in den Digitalisierungsprozess investieren.

Positive Perspektiven

Das Eigenkapital der Versicherung beinahe 314 Millionen Euro suche in der Branche und betrachte man die Größe des Unternehmens, seines gleichen, betont der Vorstand einstimmig. Dem laufenden Geschäftsjahr blicke man wohlwollend und dennoch realistisch entgegen; so resümiert Knud Maywald: „Wir sind optimistisch, dass wir den Bilanzgewinn noch steigern können doch es ist erst Juli und da kann immer noch etwas passieren.“

Auch interessant