Der Schreibtisch von Malte Schumacher - Standort38
19. November 2018
Handel & Dienstleistung

Der Schreibtisch von Malte Schumacher

Philanthropie-Berater, Menschenfreund, Blogger

Malte Schumacher. Foto: Derya Özlük

Malte Schumacher. Foto: Derya Özlük

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – heißt es in der Bibel. Aus dieser christlichen Moral entstand die Grundlage der philanthropischen Ethik. Bereits im Mittelalter baute die Kirche ein vielschichtiges karitatives Werk auf und kultivierte den Geist der christlichen Philanthropie in den verschiedenen Bereichen des sozialen Lebens. Der Terminus besteht noch heute, wird er auch fälschlicherweise oft dem Engagement-Gedanken gleichgesetzt.

Malte Schumacher nahm diesen Gegenstand zum Anlass, sich mit der Philanthropie-Beratung selbständig zu machen. Im Gespräch mit Standort38 stellt er seine Arbeit vor: Er klärt auf, inwiefern hinter dem philanthropischen Handeln viel mehr als nur eine bloße Spendentat steckt, und was ihn überhaupt dazu bewegte, Philanthropie-Berater zu werden. Er ist stets auf der Suche nach Braunschweigs Vermögenden: Philanthropie-Berater und Solo-Unternehmer Malte Schumacher. Seit 2011 bringt er in unterschiedlichen Zusammenhängen Geber und Non-Profit-Organisationen zusammen, begleitet Gemeinwohl-orientierte-Projekte – und ist gerne auch mal der Ausgangspunkt vieler guter Ideen. Sein philantropisches Stifter-Engagement entdeckt der Berater erstmals 2005. Damals arbeitet er für die Stiftung Nord/LB- Öffentliche, (heute: Braunschweig ische Stiftung) und absolviert dabei eine Qualifizierung zum zertifizierten Stiftungsmanager an der Deutschen Stiftungsakademie. Heute sieht er, dass vermögende Privatpersonen und Unternehmer sich immer mehr philanthropisch engagieren wollen, allerdings oft nicht wissen wie.

„Viele haben das Wort Stiftung schon gehört, wissen aber gar nicht, was sie damit alles erreichen können.“ Hier will der Braunschweiger langfristig handeln. „In den Projekten wird man an Menschenliebe erinnert, an Demut und an einfach zupacken und helfen“, begründet er seine philanthropische Leidenschaft. Aus diesen Gründen betreibt der große Eintracht-Braunschweig-Fan und -Blogger Aufklärungsarbeit: Wie geht Fundraising? Was können Stiftungen, was wiederum nicht? Muss zwingend eine neue Stiftung gegründet werden oder kann in eine bereits bestehende investiert werden? Schumacher liefert auf all diese Fragen sowohl in Gesprächen mit Privatkunden als auch in Schulungen diverse Antworten. Auch als Lehrbeauftragter an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften ist er für das Thema Fundraising aktiv. „Die jüngere Generation wird die Non-Profit-Landschaft verändern“, beobachtet der Berater. Bezüglich der Integrationsdebatte genügten allein Whats-App-Gruppen, um Hilfsangebote, Essen und Kleidung zu organisieren und gemeinsam mit Flüchtlingen Kochabende zu veranstalten.

Der Philanthtopie-Berater als Mini-Statue. Künstler: Franz Burkhardt. Foto: Derya Özlük
Der Philanthtopie-Berater als Mini-Statue. Künstler: Franz Burkhardt. Foto: Derya Özlük

„Das ist philanthropisches Denken. Es muss nicht immer eine große Geldspende sein“, sagt Schumacher. Die einzelnen Erscheinungsformen der Philanthropie können so unterschiedlich und weitreichend sein, wie es nur geht: Stiftungen, Vereine oder auch freiwillige bürgerschaftliche Engagements. Es gibt mittlerweile immer mehr Alternativen zu Stiftungen – wie beispielsweise eine gemeinnützige GmbH oder eine gemeinnützige UG. Weitere Ersatzinstrumente, die der anhaltenden Nullzinsphase geschuldet sind, reifen in Deutschland eher langsam heran. Eine bereits etablierte und mehr und mehr genutzte Form: Die Spende über die Lebzeiten hinaus. Das Testament wird dabei einfach zum Spendenschein umfunktioniert: „Viele sind erst einmal skeptisch, machen es aber dennoch.“ Über die Verantwortungsbereitschaft und das Engagement der Vermögenden unserer Löwenstadt ist Malte Schumacher erfreut. Die Philanthropen hier seien gut aufgestellt – sei es Kunst und Kultur, Sport oder Soziales: „Da ist bei uns in Braunschweig eine Menge los“, beobachtet der Eintracht-Fan zufrieden mit Blick auf das soziale Braunschweig. „Jedem Geld geben, kann ich selber leider nicht, so reich bin ich nicht“, scherzt Schumacher. Als Philanthropie-Berater will Schumacher dann auch vor allem eines erreichen: „Im Kern geht es darum, den philanthropischen Gedanken zu stärken – die Kultur des Gebens, des Abgebens und des Schenkens. Das sind ja viel schönere Begriffe als das Spenden. “

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