und
11. Mai 2016
Handel & Dienstleistung

Mittelzentrum des Landes

Gifhorn ist eine der wirtschaftlich stärksten Regionen Niedersachsens

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln liegt Gifhorn auf Platz 3 der wirtschaftlich stärksten Regionen Niedersachsens. (Foto: Regio-Press)

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln liegt Gifhorn auf Platz 3 der wirtschaftlich stärksten Regionen Niedersachsens. Damit ist der Südheide-Kreis der ärgste Verfolger Salzgitters (Platz 2) und Wolfsburgs (Platz 1). Die Region im Norden Braunschweigs hat sich seit vielen Jahren stark Richtung Automobilbau ausgerichtet. Das hat gut funktioniert und der Region Einnahmen und niedrige Arbeitslosenquoten beschert (4,8 Prozent im März 2016). Im Zuge der Abgasaffäre des Volkswagen Konzerns wird es jetzt spannend, wie groß die Auswirkungen auf die Zulieferer und Dienstleister werden. Die Continental-Niederlassung gehört inzwischen zu den größten Sorgenkindern im Landkreis.

Andererseits sind viele Arbeitsplätze erst entstanden und Investitionen getätigt worden, weil VW in der Region aktiv ist. Thomas Fast, Leiter der Direktion Gifhorn bei der Volksbank BraWo und Kenner der Gifhorner Wirtschaft, erklärt: „Dank der Volkswagen AG geht es unserer Region seit Jahren gut. Durch die Ansiedlung von Zulieferern sind Tausende von Arbeitsplätzen entstanden.“ VW habe auch direkt im Landkreis Gifhorn investiert, unter anderem in der Samtgemeinde Isenbüttel. „Doch wie schnell das Pendel auch in die andere Richtung ausschlagen kann, erfahren wir gerade wegen der angesprochenen Abgasaffäre. Eine Unsicherheit beginnt sich auszubreiten“. Eine solche Unsicherheit sei immer auch ein Feind von Investitionen und Konsumverhalten. Die Unternehmen seien mit ihren Entscheidungen vorsichtiger geworden. Motto: Erst einmal abwarten. „Personaleinstellungen werden vertagt. Steuereinnahmen brechen weg die Kette ist lang“, zählt Fast auf. Für ihn würden sich erste Befürchtungen bewahrheiten: „Leiharbeiter werden teils nicht weiterbeschäftigt. Die Strategie des Konzerns könnte auch Zulieferer unter Zugzwang setzen, die dann ihren Standort verlegen könnten. Alles in allem bleibt festzuhalten, dass es uns immer dann gut geht, wenn es Volkswagen gut geht. Leider spüren wir das Beben aber auch besonders stark, wenn der Weltkonzern erschüttert wird. Und das könnte jetzt der Fall sein …“

Erste Wellen des Bebens erreichten schon zum Beispiel die Hönigsberg & Düvel Datentechnik GmbH. „Bis jetzt konnten wir Auftragsrückgänge bei VW weitestgehend ausgleichen“, sagt H&D-Sprecherin Jasmin Bley. „Viele Mitarbeiter konnten innerhalb der Unternehmensgruppe weiterbeschäftigt werden. Doch bei einer der bereits 13 Tochtergesellschaften, bei H&D Services for Engineering, musste man sich schon von einigen Arbeitnehmern trennen.“ Dass jedoch viele Mitarbeiter an neue Projekte innerhalb des H&D-Konzerns vermittelt werden konnten, liegt auch an dem Aufbau des Unternehmens. Dieses bietet etwa Unternehmensberatungen und Softwareschulungen auch in Branchen außerhalb der Automobilindustrie zum Beispiel im Gesundheitswesen und bei Banken und Versicherungen an. Zudem hat es 20 Standorte. Einer ist Gifhorn. Hier wurde Hönigsberg & Düvel Datentechnik 1996 mit dem Schwerpunkt Microsoft-Schulungen gegründet. Mittlerweile ist Wolfsburg der Firmensitz, doch der Standort in Gifhorn blieb bestehen, wurde sogar ausgebaut: Büroräume im Gewerbepark Süd kamen hinzu. Im zurückliegenden Jahr gründete das Familienunternehmen den H&D-Campus. Dieser vereint alle Dienstleistungen von H&D unter einem Dach und bietet den Mitarbeitern dadurch viele Austauschmöglichkeiten. Zudem sind die beiden anderen Standorte Wolfsburg und Braunschweig mit einem hausinternen Shuttle Service angebunden.

 

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Mittelzentrum des Landes – Gifhorn ist eine der wirtschaftlich stärksten Regionen Niedersachsens (2/6)

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