Umgang mit Unternehmenskrisen - Standort38
20. August 2020
Handel & Dienstleistung

Umgang mit Unternehmenskrisen

IHKLW fordert Ende des Aussetzens der Insolvenzantragsfrist

Andreas Kirschenmann, Präsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg. Foto: IHKLW.

Laut der Auskunftei Creditreform stehen rund 550.000 Unternehmen faktisch vor der Insolvenz. Dies werde zurzeit nur nicht sichtbar, weil dank einer Ausnahmeregelung der Bundesregierung aktuell bis Ende September keine Insolvenzanträge gestellt werden müssen. Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg wendet sich nun gegen eine weitere Verlängerung dieser Regelung bis Ende März 2021.

„Ein noch längeres Aussetzen der Insolvenzantragspflicht sorgt für Unsicherheit im Geschäftsverkehr. Letztlich gefährdet dies andere Unternehmen als Gläubiger“, erklärt Andreas Kirschenmann, IHKLW-Präsident. Wichtig sei es dagegen, die Sanierungsfähigkeit der Unternehmen außerhalb der Insolvenz zu stärken. Zudem appelliert der IHK-Präsident an die Banken, verantwortungsvoll und beherzt zu handeln, um den Mittelstand nach Kräften zu unterstützen. So gelte es, Sanierungsvorhaben konstruktiv zu begleiten und den besonderen Umständen der Corona-Krise Rechnung zu tragen. „Waren es in der Finanzmarktkrise die Kreditinstitute, die schutzbedürftig waren, so sind es heute viele Mittelständler, die ohne eigenes Verschulden in die Krise geraten sind. Sie brauchen frühzeitig Orientierungshilfen und Finanzierungsberatung, um tragfähige Sanierungskonzepte zu entwickeln. Die IHK hat dafür ihr Beratungsangebot ausgebaut und bietet sich als kompetenter Ansprechpartner in der Krise an“, so Kirschenmann.

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