2. September 2013
IT & Medien

Investition in die Zugpferde

Die Funke-Mediengruppe übernimmt Springer-Zeitungen und -Magazine

Das neue Verlagsgebäude der BZV Medienhaus GmbH in der Langen Straße (Foto: O.M. Architekten BDA)

Völlig überraschend traf am Donnerstagmorgen, den 25. Juli, die Meldung ein, dass die Funke-Mediengruppe (zu der seit 2007 auch die BZV Medienhaus GmbH mit der Braunschweiger Zeitung gehört) ein umfangreiches Zeitungs- und Zeitschriften-Portfolio der Axel Springer AG kauft (das Kartellamt muss dem allerdings noch zustimmen).

Doch dies war nicht nur eine von vielen Meldungen, die täglich um die Welt gehen, sondern ein Vorgang, der für ein mittelschweres Erdbeben in der gesamten Medienbranche sorgte. Einen Hurrikan im Blätterwald, über den alle großen Zeitungen und Magazine sowie viele Radio- und Fernsehsender ausführlich berichteten. Für 920 Millionen Euro übernimmt die Funke-Mediengruppe, die ihren Hauptsitz in Essen hat und mit 30 Tageszeitungen, 170 Fach- und Publikumszeitschriften und mehr als 70 lokalen Anzeigenblättern eines der größten Medienhäuser Europas ist, Springers traditionsreiche Zeitungen die „Berliner Morgenpost“ und das „Hamburger Abendblatt“. Hinzu kommen mehrere Zeitschriften wie die „Hörzu“ und „TV Digital“ (siehe Übersicht). „Wir investieren in unsere Zugpferde, auf die wir setzen und die wir vorantreiben möchten. Unserer Strategie entsprechend fokussieren wir uns auf unsere Kernkompetenzen Regionalmedien und Zeitschriften und wachsen in unseren Kerngeschäftsfeldern“, erklärten die Funke-Geschäftsführer Manfred Braun, Christian Nienhaus und Thomas Ziegler in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Immerhin 512,4 Millionen Euro Umsatz machten die Springer-Titel zusammen im Jahr 2012, die nun nach Essen wechseln. Während sich Springer-Chef Mathias Döpfner zukünftig auf die Bild- und Welt-Gruppe fokussieren und weiter in das Online-Geschäft investieren will mit dem Ziel, das führende digitale Medienunternehmen zu werden , setzt die Funke-Mediengruppe weiterhin auf solide Werte: „Die Titel der Axel Springer AG passen hervorragend zu uns. Sie ergänzen und erweitern unser erfolgreiches Portfolio inhaltlich wie geographisch. Die Bündelung der Kompetenzen aus den unterschiedlichen Redaktionen bietet Potenzial für thematische Tiefe und Vielfalt. Darüber hinaus erzielen wir mit dem Erwerb der Printtitel im Anzeigengeschäft eine einzigartig große Reichweite“, vermeldeten die Funke-Geschäftsführer.

Da bewahrt sich ein wachsender, mutig agierender deutscher Verlag Leidenschaft und Herzblut für Print und investierte auch in unserer Region 31 Millionen Euro in die gedruckte Zukunft. Anfang März nahm die BZV Medienhaus GmbH ihr neues Druckzentrum im Gewerbegebiet Hansestraße in Betrieb, das BZV-Geschäftsführer Harald Wahls in seiner Eröffnungsrede als „modernstes Druckhaus Europas“ bezeichnete. Weiter gehts bereits Mitte 2014, denn dann zieht der Braunschweiger Verlag an den neuen Standort Lange Straße (ehemals Stadtbücherei) in die Innenstadt. Es ist also sehr viel in Bewegung auf dem deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt und die Region 38 ist bei der Entwicklung der Funke-Mediengruppe zu einem führenden nationalen Medienhaus mit einer leserorientierten Verbindung von Print und Digital ganz nah mit dabei.

 

Funke-Konzern

Print-Portfolio (Auswahl)

Zeitungen

Braunschweiger Zeitung  (100 %) Westdeutsche Allgemeine Zeitung (100 %) Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung (89,4 %) Ostthüringer Allgemeine (60 %) Thüringer Allgemeine (50 %) Verschiedene Tageszeitungen in Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Österreich, Rumänien, Serbien, Ungarn

Neu dazugekommene Zeitungen

Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt

Zeitschriften

Die Aktuelle, Echo der Frau, Frau im Spiegel, Das Goldene Blatt, Gong, Neue Welt, TV Direkt (jeweils 100 %)

Neu dazugekommene Zeitschriften

Bild der Frau, Bildwoche, Frau von heute, Funk Uhr, TV Digital, TV Neu

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