11. Januar 2023
Entscheider

Volksbank BraWo will mit Magdeburg fusionieren

Zustimmung der Vertreterversammlungen steht noch aus

v. l.: Ralf Schierenböken (Vorstandmitglied Volksbank BraWo), Uwe Fabig (Vorstandsvorsitzender Volksbank Magdeburg), Mark Uhde (Vorstandmitglied Volksbank BraWo), Jürgen Brinkmann (Vorstandsvorsitzender Volksbank BraWo), Ulrich Schmidt (Vorstandmitglied Volksbank Magdeburg). Foto: Volksbank BraWo

Es ist nicht die erste Fusion von zwei Volksbanken über die Landesgrenzen hinweg, aber vielleicht eine der größten: Sieben Jahre nach der Fusion mit Peine möchte die Volksbank BraWo nun mit der Volksbank Magdeburg fusionieren. Die Vorstände und Aufsichtsräte der beiden Banken haben sich einstimmig für den Zusammenschluss ausgesprochen und bereits konkrete Verhandlungen aufgenommen. Für Juni erwarten die beiden Banken die Zustimmung der Vertreterversammlungen.  

Bereits seit Jahren sind die beiden Städte Braunschweig und Magdeburg freundschaftlich miteinander verbunden und sich in ihren Strukturen als Oberzentren ähnlich. Außerdem ist die BraWo Besitzer des größten zusammenhängenden Mixed-Use-Gebäude in Magdeburg, dem City Carré. Wie Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der BraWo, und Uwe Fabig, Vorsitzender in Magdeburg, in einer Pressekonferenz betonten, stehen keinerlei wirtschaftliche Zwänge hinter den Fusionspläne. „Wir wollen keine Synergien heben, sondern wachsen. Es geht uns darum, wie wir aus 1+1 mehr als 2 machen können“, so Brinkmann. Ein Vorhaben, das bereits bei der Fusion mit Peine im Vordergrund stand – seit dem Zusammenschluss 2016 habe sich die Bilanzsumme verdoppelt. Auch die Ansiedlung des US-amerikanischen Halbleiterherstellers Intel spiele bei den Überlegungen eine Rolle, so Brinkmann und betont, dass Magdeburg auch dann ein attraktives Geschäftsgebiet bliebe, sollte die Chipfabrik nicht kommen.  

Sofern auf beiden Seiten mindestens 75 Prozent der Vertreter:innen zustimmen, soll der technische Zusammenschluss im Herbst erfolgen. In dem gemeinsamen Institut – die beiden Markennamen Volksbank BraWo und Volksbank Magdeburg bleiben bestehen – sollen knapp 900 Beschäftigte arbeiten. Trotz umfangreicher Digitalisierung und Automatisierung des Banking-Geschäftes wären in Zeiten des Fachkräftemangels alle Mitarbeitenden wertvoll. Mit Blick auf die Wachstumspläne wären auch Einstellungen denkbar.  

Die Vertreterversammlungen treten im Juni zusammen. Bis dahin sind laut Fabig persönliche Gespräche geplant, um den Mitgliedsvertretern die Beweggründe für den Zusammenschluss und die daraus entstehenden Wachstumspotenziale darzulegen. Die Zahl der Kund:innen liege kombiniert bei rund 187.000, die Bilanzsumme bei gut sieben Milliarden Euro.

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