Die lieben Kollegen ... - Standort38
3. Juni 2020
Arbeit & Bildung

Die lieben Kollegen …

Was uns wichtig ist und wie zufrieden wir mit ihnen sind ...

Denken wir einmal gemeinsam an die Menschen, mit denen viele von uns im Alltag mehr Zeit verbringen als mit Freunden oder der Familie: Unsere lieben Kollegen. Welche Gefühlsregung lösen diese in Ihnen aus? Und wie sehr prägt das Team den Job? Laut dem Umfrageinstitut Censuswide, das für das Netzwerk Linkedin 10.000 Berufstätige befragt hat, ist die Beziehung zu den Kollegen (38 Prozent) für die Zufriedenheit im Job wichtiger als das Gehalt (35 Prozent). Dieses Ergebnis bestätigt eine Studie des Meinungsforschungsinstitut Dimap im Auftrag der Deutschen Post. 67 Prozent aller Befragten sehen demnach „nette Kollegen“ als entscheidenden Wohlfühlfaktor.

Und fast zwei von drei Arbeitnehmern in Deutschland (63 Prozent) beurteilen ihr Stresslevel nach einer Umfrage von Swiss Life und dem Meinungsforschungsinstitut YouGov als hoch oder eher hoch ein, wofür vor allem die Kollegen (45 Prozent) verantwortlich sind. Denn obwohl nach der Studie immerhin knapp 70 Prozent der Beschäftigten mit den Menschen in ihrem Arbeitsumfeld zufrieden sind, können mehr als sechs von zehn Befragten gut und gerne auf einen Kollegen verzichten.
Nachdem wir in unserer ersten 100aus38-Befragung vor zwei Jahren die Chefs und ihre Stärken wie Entwicklungspotenziale unter die Lupe genommen haben, sind jetzt die Mitstreiter auf der eigenen Hierarchieebene dran. Wir wollten es genau wissen – und zwar welche Eigenschaften den Arbeitnehmern in der Region am wichtigsten und wie zufrieden sie mit diesen bei den eigenen Kollegen sind …

Gute Kollegen sind zuverlässig!
Denn nichts ist den Arbeitnehmern in unserer 100aus38-Studie wichtiger. 61,4 Prozent der Befragten haben die Zuverlässigkeit unter die drei wichtigsten Eigenschaften gewählt. Wirklich verwunderlich ist das nicht – denn jeder kennt Kollegen, die sich laut eigener Aussagen in Meetings immer und jederzeit kümmern und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit genau das nicht tun. Und wenn ein Teammitglied Zugesagtes nicht liefert, verdonnert er nicht selten die anderen zu Überstunden. Wer seine Deadline nicht hält, reißt oft auch die des gesamten Projektes – und das bedeutet Ärger mit Chefs und Kunden. Die Erwartungshaltung ist deshalb einfach: Jeder soll seinen Job machen. Das ist nicht die Kür, sondern die Pflicht.
Mit ordentlich Abstand von fast 20 Prozent folgt die Kollegialität (42,4 Prozent) – und damit ein wesentlicher Teil einer angenehmen und produktiven Arbeitskultur. Der Duden spricht davon, „Arbeitskameraden (Kollegen) gegenüber freundliches und hilfsbereites (kollegiales) Verhalten zu zeigen“. Wer kollegial ist, ist demnach anständig, fair, kooperativ und solidarisch. Hört sich gut an, ist es auch.
Ebenfalls unter den Top fünf der wichtigsten Eigenschaften von Kollegen landen die Kommunikationsfähigkeit (32,3 Prozent), das bereichsübergreifende Denken (28,1 Prozent) und die Empathie (24,8 Prozent). Kaum jemandem ist dagegen Toleranz (5,5 Prozent), Kompromissbereitschaft (5,3 Prozent) oder Verträglichkeit (2,5 Prozent) wichtig.

Insgesamt 2.579 Teilnehmer, die mehrheitlich in der Region 38 arbeiten, studieren oder zur Schule gehen, haben an der dreimonatigen Online-Befragung teilgenommen. 1.458 Datensätze waren vollständig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brecht das Schweigen und hört auf mit dem Silodenken!
In einem zweiten Fragencluster wollten wir von den Arbeitnehmern der Region 38 wissen, wie zufrieden sie mit ihren Kollegen sind. Die Ergebnisse sind durchaus positiv – kein Einserzeugnis, aber es gibt auch keine Ausreißer ganz nach unten. Am besten schneiden die Kollegen in Sachen Hilfsbereitschaft (3,4), Kollegialität (3,3) und Toleranz (3,2) ab, am wenigsten zufrieden waren die Befragten mit der Gewissenhaftigkeit, dem Pflichtbewusstsein (jeweils 2,8) und dem Bereichsübergreifenden Denken (2,6) ihrer Mitstreiter.
Besonders interessant ist eine Verknüpfung der beiden Fragen und Antworten. Hierzu haben wir die Ergebnisse von Wichtigkeit und Zufriedenheit in ein Vierfeldschema übertragen. Mit der zweitwichtigsten Eigenschaft (Kollegialität) sind die Befragten demnach sehr zufrieden, etwas weniger schon mit der Zuverlässigkeit. Ebenfalls wichtig, aber durchaus ausbaufähig ist die Kommunikationsfähigkeit.
Ausgerechnet das Bereichsübergreifende Denken, das fast 30 Prozent der Arbeitnehmer für eine der wichtigsten Eigenschaften von Kollegen halten, erhält die schlechtesten Noten überhaupt.

 

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