26. März 2018
Arbeit & Bildung

„Dieses Angebot ist bundesweit einmalig“

Die Braunschweiger Teutloff Technische Akademie bietet schichtbegleitende Weiterbildung an

Die Teutloff Technische Akademie ist bundesweit an sieben Standorten vertreten. Foto: Teutloff

Sprechen wir über Industrie 4.0 und die händeringend benötigten Fachkräfte, gehört Weiterqualifizierung zu den meistgenannten Themen der aktuellen Debatte. Klassische Modelle, wie berufsbegleitende Ausbildungsprogramme, finden sich viele in der Region, doch sind sie in der Regel mit einem erheblichen Maß an Selbstorganisation und nicht zuletzt mit Abstrichen in Bezug auf Arbeits- und Freizeit verbunden. Teutloff bildet seit über 100 Jahren technische Fach- und Führungskräfte aus. Neben den tradierten Unterrichtsmodellen haben Teilnehmer hier zudem die Möglichkeit, sich schichtbegleitend fortzubilden. Wie man sich das vorzustellen hat, erklärt uns Teutloff-Prokurist Alexander von Lützow. „Die Teilnehmer entscheiden, wann sie zum Unterricht kommen“, lautet das Credo des Angebots, das die Teutloff Technische Akademie auf den Weg gebracht hat. Neben Job und Privatleben klingt das für Berufstätige zunächst vielversprechend und vor allem alltagstauglich. Die Teilnehmer der Technikerschule stammen größtenteils aus dem Einzugsgebiet des Großraums Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter und Peine. Die meisten von ihnen sind als Facharbeiter der „Big Five“ der Region, bei Volkswagen, MAN, Bosch, der Salzgitter AG und der Alstom Transport Deutschland GmbH, beschäftigt. Und dort wird überwiegend in Schichten gefertigt.

Die darauf ausgerichtete schichtbegleitende Qualifizierung zum staatlich geprüften Techniker findet je nach Tagesstruktur der einzelnen Teilnehmer wahlweise vormittags oder am Nachmittag statt. „Dieses Angebot ist bundesweit einmalig und definitiv ein Alleinstellungsmerkmal für die Region“, betont der Braunschweiger Geschäftsführungsvertreter. „Erst der schichtbegleitende Unterricht ermöglicht vielen Berufstätigen, an Bildung zu partizipieren.“ In der Weiterqualifizierung bereiten sich die derzeit rund 360 Teilnehmer auf ihren nächsten Karriereschritt vor. Je nach dem selbst festgelegten Pensum dauert die schichtbegleitende Techniker-Ausbildung bis zu vier Jahre und kostet im Durchschnitt 7.500 Euro. Größtenteils zahlen die Teilnehmer aus eigener Tasche, können aber durch ihre Unternehmen unterstützt werden und staatliche Förderleistungen, in Anspruch nehmen.


Prokurist Alexander von Lützow. Foto: Merle Janßen

„In Sachen Fachkräftemangel brauchen wir nicht nur Akademiker. sondern auch die Facharbeiter, die schon Unternehmensluft geschnuppert haben und die notwendige Erfahrung mitbringen“, erklärt von Lützow. Die Teilnehmer, die sich für die Qualifizierung entscheiden, zeigen zudem, dass sie den Willen und den Biss haben, sich weiterzuentwickeln. „Für Unternehmen und Personaler ist dieses Engagement ein wesentliches Kriterium!“ Für die Teutloff Technische Akademie allerdings bedeutet dieses besondere Modell einen erheblichen Organisationsaufwand. Von Lützow: „Durch die flexible Anpassung an die Teilnehmer muss zweimal täglich der gleiche Unterricht gewährleistet werden.“ Aber nicht nur das Angebot als solches ist Alleinstellungsmerkmal, auch die Inhalte sind zukunftsorientiert: „Wir beschäftigen uns im Zuge der Industrie 4.0 viel mit Themen wie Robotik und 3D-Druck, um die Teilnehmer fit für den Arbeitsmarkt von morgen zu machen.“

 

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