17. April 2023
Impulse

Bedingt produktionsfähig

Die regionale Rüstungsbranche und die Zeitenwende

Foto: Mykola Makhlai/Unsplash

Fast drei Jahrzehnte lang galt der Rüstungssektor in Deutschland als Enfant terrible der heimischen Industrie. Seit dem Ende des Kalten Krieges fristete er eine Randexistenz und schrumpfte auf einen Bruchteil seiner einstigen Größe. Dann kam der Angriff Russlands auf die Ukraine. Bundeskanzler Olaf Scholz rief die Zeitenwende aus, die Ampel-Koalition änderte das Grundgesetz, um ein 100 Milliarden schweres Sondervermögen für die Bundeswehr zu erlassen und ganz Europa will seine Streitkräfte wieder aufwachsen lassen. Die Branche wittert Morgenluft: Allein die Aktie des größten deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall stieg nach jahrelanger Stagnation ab Februar 2022 auf ein neues Allzeithoch von 248 Euro je Beteiligung.

Die großen Ansammlungen der Industrie befinden sich in Bayern und Baden-Württemberg. Niedersachsen aber ist das Bundesland mit dem höchsten Anteil am deutschen Rüstungsexport. Während an der Küste insbesondere Werften und Zulieferer für die Marine nahe der Bundewehrstandorte liegen, sind in unserer Region Player vertreten, die ein diverses Feld abdecken. Alle Akteure eint derweil eins: Die Kapazitäten dringend benötigtes Material für die Bundeswehr und die Verbündeten zu produzieren sind da. Die Freigabe aus der Politik aber fehlt.

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