12. September 2022
Impulse

Die Sinnfrage!

Welche Bedeutung hat unser berufliches Tun? Agiert das eigene Unternehmen nachhaltig und sozial? Diese Fragen beschäftigen Arbeitnehmer mehr denn je …

Die Sinnesfrage. Foto: alphaspirit - stock.adobe.com

 

Das Ende der Möhre?
Arbeitnehmer in der Region fühlen sich vor allem durch eine sinnvolle Tätigkeit motiviert. Die Sinnhaftigkeit rangiert mit deutlichem Abstand auf Rang eins. Auch die Frage, ob spannende Projekte oder Themen auf dem eigenen Schreibtisch liegen, ist für den Antrieb entscheidend. Erst auf Platz drei folgt ein hohes Gehalt. Es ist damit beileibe nicht unwichtig, aber auch nicht ausschlaggebend. Diese Erkenntnis ist übrigens nicht neu – es gibt Forscher:innen, die behaupten, dass ein hohes Entgelt sogar demotivieren kann – man spricht hier auch vom Korrumpierungseffekt. Dies sei insbesondere bei kreativen Arbeitsprofilen der Fall, während Belohnungen durchaus helfen könnten, wenn die Tätigkeit an sich langweilig ist. Womit sich der Kreis schließt – denn ein sinnvoller Job mit spannenden Inhalten braucht rare Fachkräfte. Und die laufen der Möhre schon lange nicht mehr bedingungslos hinterher. Wohl aber der Sinnfrage: Noch vor mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit ist laut den Ergebnissen der 100aus38-Befragung die Bedeutung des Jobs ein Hauptgrund für den Arbeitsplatzwechsel …

 

Überzeugungstäter:innen in weiß!
Nicht nur Unternehmen, auch ganze Branchen stehen für bestimmte Werte oder Benefits und erscheinen unterschiedlichen Menschen besonders attraktiv oder nicht. Je nachdem, was ihnen eben wichtig ist: Die Tarifgebundenheit vieler Industriebetriebe, der persönliche Zuspruch in der Pflege, das Gefühl mit Lösungen Kund:innen zu helfen im Dienstleistungssektor. Die Überzeugungstäter:innen – das zeigt die aktuelle 100aus38-Befragung eindrucksvoll – arbeiten im Gesundheitssektor, relativ dicht gefolgt vom Öffentlichen Sektor, zu dem gerade in unserer Region viele Forschungseinrichtungen gehören. Insofern überrascht das Ergebnis nicht. Weitaus weniger motiviert durch das Gefühl, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen, ist man im Handelscluster. Interessant: auch beim Gehalt sind sich die Befragten aus dem Gesundheitscluster und Öffentlichen Sektor einig – in keiner Branche motiviert Geld weniger als hier …

Sozial ja, aber bitte zu mir!
Einem Großteil der befragten Arbeitnehmer ist soziales Engagement des eigenen Arbeitgebers wichtig. Als Akt der Selbstlosigkeit sollte dieses Ergebnis aber nicht gedeutet werden, denn an dieser Stelle ist sich zunächst jeder selbst der Nächste: Die Förderung des sozialen Umfeldes der Mitarbeitenden (84,5 %) sowie ihre Unterstützung durch Gesundheits- und Sportangebote (72,5 %) fanden die mit Abstand höchsten Zustimmungsraten, während beispielsweise die Unterstützung regionaler Projekte nur gut jeder Dritte (38,6 %) für wichtig hielt. Soziales Engagement wird damit zum Benefit für die eigene Belegschaft und der Wunsch nach Anerkennung und Unterstützung durch das eigene Unternehmen auch an dieser Stelle sichtbar.

Sinnvoll, sozial und nachhaltig!
Die Mehrzahl der Befragten sehen sich selbst und das eigene Unternehmen auf der richtigen Seite des (Arbeits-)Lebens. Ganze 86 Prozent finden, dass der eigene Job sinnvoll ist und knapp 80 Prozent beschreiben den Arbeitgeber als Firma, die sich sozial engagiert. Auch die Umwelt habe diese im Blick, sagen immerhin noch 69 Prozent. Damit stellen die Befragten sich und ihrem aktuellen Arbeitgeber ein überaus gutes Zeugnis aus. Punkt.

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