23. Oktober 2017
Engagement

Gemeinnützige Gesundheitsversorgung für die Region

Klinikum Braunschweig gGmbH

Geschäftsführer Dr. med Andreas Goepfert. Fotos: Jörg Scheibe

Das Klinikum Braunschweig ist eines der größten Krankenhäuser in Niedersachsen und mit seinen rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch ein bekannter Arbeitgeber in der Region. Zu diesem Krankenhaus zählen insgesamt 21 Kliniken, zehn selbstständige klinische Abteilungen und sieben Institute an drei verschiedenen Standorten. Das Einzugsgebiet der Patienten umfasst eine Millionen Menschen. Das Klinikum macht einen Umsatz von rund 286 Millionen Euro pro Jahr.

Das Besondere ist, dass das kommunale Klinikum gemeinnützig arbeitet, das heißt es reinvestiert alle Maßnahmen. Da keine Shareholder am System beteiligt sind, gibt es keine Gewinnabführungen und keine Gelder verlassen den Kreislauf. Die Einnahmen sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Fördermittel werden genutzt, um in Geräte, Gebäudesubstanzen und Mitarbeiter zu reinvestieren. So soll die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleistet werden.

„Ein wichtiger Punkt ist, dass wir als kommunales Großkrankenhaus einen Versorgungsauftrag für die Bevölkerung haben und nahezu das gesamte Spektrum der Medizin abdecken“,  erklärt Geschäftsführer Dr. med Andreas Goepfert. „Die Schwierigkeit dabei ist, dass wir uns eben nicht selektiv die wirtschaftlich interessanten Leistungen raussuchen und da nicht alle Bereiche gewinndeckend sind, benötigen wir eine Mischkalkulation, um am Ende nicht mehr auszugeben, als wir einnehmen.“ Um nicht nur eine breite, sondern vor allem eine qualitative Gesundheitsversorgung sicherzustellen, investiert das Krankenhaus stetig in sein Personal. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wächst nicht nur jährlich an, es werden auch kontinuierlich Ausbildungen und Weiterqualifizierungen ermöglicht.

Das Städtische Klinikum bietet auch einen besseren Personalschlüssel und verzichtet, dank eines neuen Arbeitsmodells, nahezu vollständig auf den Bereitschaftsdienst. Darüber hinaus werden Gelder für moderne Medizintechnik verwendet, um innovative diagnostische und therapeutische Verfahren anbieten zu können. Eine der neuesten High-Tech-Errungenschaften ist der Hybrid-OP, in dem gleichzeitig diagnostiziert und operiert werden kann. Mit dieser Vorgehensweise unterscheidet sich das Krankenhaus von privaten Kliniken, die ein Gewinnstreben innehaben. Andreas Goepfert hat selbst viele Jahre für eine private Klinikkette gearbeitet und kennt beide Seiten. Für ihn haben beide Systeme ihre Vorteile und  das Gewinnstreben empfindet er als keineswegs verwerflich. „Aber es wird ein hoher Anteil von Energie darauf verwendet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Leistungen abzuverlangen und am Ende des Tages fragt man sich, wem kommt das zugute?“

Bei all den genannten Maßnahmen steht immer das ureigene Bestreben der Klinik im Fokus: eine hochwertige Patientenversorgung. Jährlich werden so 200.000 ambulante und 59.000 stationäre Patienten versorgt, von Neugeborenen bis hin zu Patienten der Palliativmedizin. „Wir nehmen jeden Menschen auf, der Hilfe benötigt“, so Goepfert. Für die Versorgung der Patienten arbeitet das Krankenhaus auch eng mit anderen kommunalen Kliniken der Region zusammen, um sich thematisch abzustimmen oder durch gegenseitige Unterstützung beispielsweise Weiterbildungen zu ermöglichen. „Die Patienten haben mittlerweile sehr hohe Ansprüche. In erster Linie natürlich an eine Versorgung auf hohem Niveau“, beschreibt der Geschäftsführer. Dafür werden wissenschaftliche und technische Innovationen unterstützt. Telemedizin, Interaktion mit künstlicher Intelligenz – die Digitalisierung des Krankenhauses ist für Andreas Goepfert und seine Mitarbeiter eine spannende Entwicklung, die sie stets aufmerksam verfolgen. Darüber hinaus werden aber auch Dienstleistungen und Services immer wichtiger. Die Qualität des Essens, kurze Wartezeiten oder das WLAN auf dem eigenen Zimmer – die Ansprüche bei den weichen Faktoren sind in den letzten Jahren gestiegen und darum entwickelt sich das Klinikum auch auf diesem Gebiet weiter. So wird in Kooperation mit anderen Institutionen zum Beispiel eine Blumenpflege für alleinwohnende Patienten, die für eine gewisse Zeit in das Krankenhaus müssen, angeboten.

All diese zusätzlichen Ausgaben sind nicht auf dem Kostenplan des Krankenhauses abgebildet und müssen aus eigener Kraft gestemmt werden, was  zusätzliche Kosten zu den allgemein steigenden Ausgaben der Institution bedeutet. Bei gleichbleibenden, durch den Staat reglementierten, Einnahmen steigt die Kosten-Erlös-Schere an, doch für Goepfert bleiben die Investitionen unerlässlich. „Wir dürfen es uns nicht leisten, den Anschluss beim KnowHow zu verlieren. Wir müssen den Versorgungsgrad technisch und qualitativ immer weiter steigern.“ Auch abseits des eigenen Krankenhaussystems engagieren sich Ärzte und Mitarbeiter des Klinikums ehrenamtlich für sozial wichtige Projekte. Sie setzen sich beispielsweise im Rahmen ihrer Fachgesellschaften in weltweiten Einsätzen ein und versorgen Menschen in Rumänien oder Äthiopien. „Heart of Ethiopia“ ist nur eines der vielen Sonderprojekte. „Wir arbeiten täglich mit und am Menschen. Es ist immer ähnlich und doch jedes Mal neu“, beschreibt Geschäftsführer Goepfert seine Arbeit, für welche die Gesundheit und Zufriedenheit seiner Patienten die beste Wertschätzung ist.

Adresse: Freisestraße 9/10, 38118 Braunschweig

Schwerpunkt: Bestmögliche gesundheitliche Versorgung

Telefon: 0531 5950

E-Mail: info@klinikum-braunschweig.de

Internet: www.klinikum-braunschweig.de

 

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