17. August 2020
Engagement

Hilfe, die von Herzen kommt

Die Curt Mast Jägermeister Stiftung unterstützt Menschen und Unternehmen in Wolfenbüttel

Manja Puscherus, Vorständin der Curt Mast Jägermeister Stiftung. Foto: Siri Buchholz.

Vor 14 Jahren gründete Annemarie Findel-Mast zu Ehren ihres Vaters Curt Mast – einem wahren Lokalpatrioten – die Curt Mast Jägermeister Stiftung, um für die Menschen in Wolfenbüttel da zu sein. Während der Corona-Pandemie zeigt sich nun genau das: ein Bekenntnis zu Wolfenbüttel, das von Herzen kommt. Als Impulsgeberin und Vermittlerin zwischen der Stiftung, dem Unternehmen Jägermeister und Unternehmerfamilie Mast ist eine mittendrin: Vorständin der Curt Mast Jägermeister Stiftung Manja Puschnerus. An einem sonnigen Freitagmittag trafen wir sie in Mitten der Lessingstadt auf dem Marktplatz, sichtlich zufrieden mit der Woche, die hinter ihr liegt. Und das auch zu Recht – denn mit offenen Augen ergreift sie jede Möglichkeit, um zu helfen.
„Die ganze Situation hat mich selbst erst total überrollt. Es gab direkt so viel zu tun“, erinnert sich Puschnerus. „Manchmal weiß man gar nicht, wie man das am Ende überhaupt gemacht hat.“ Sie lacht. Mittlerweile beteiligt sich die Stiftung an diversen Initiativen für die Unternehmen, aber auch die Menschen in der Region. „Jeder hat andere Baustellen und wir schauen, wo wir uns einbringen können. Dann greife ich einfach zum Hörer und frage nach. Zum Glück sind wir super vernetzt.“ Dabei rücken das Projekt an sich und die Anzahl der Aktionen in den Hintergrund, vielmehr geht es darum, Synergieeffekte zu schaffen und Menschen in diesen schwierigen Zeiten zusammenrücken zu lassen. Wichtig ist dabei für Puschnerus vor allem eines: „Wir wollen nicht nur reden, sondern dann helfen, wenn wir wirklich gebraucht werden.“

Die Alkoholspende an das Krankenhaus. Foto: Curt Mast Jägermeister Stiftung.

Zusammenhalt in schwierigen Zeiten

Gestartet ist die Corona-Hilfe mit einer Nachbarschaftshilfe. „Als Handdesinfektionsmittel knapp wurden, haben sich die Apotheker an Jägermeister gewandt. Und als wir von Christoph Gmyrek informiert wurden, dass im Klinikum Braunschweig Alkohol für die Desinfektionsmittelherstellung fehlt, haben wir sofort Kontakt aufgenommen“, erzählt Puschnerus. Nicht lang gezögert, kontaktiert sie das Jägermeister-Krisenteam. „Am Ende waren es 50.000 Liter Alkohol, die ans Krankenhaus gegangen sind.“ Ein weiterer wichtiger Impuls kommt von der Unternehmerfamilie Mast: eine Million Euro Soforthilfe für die Unternehmer vor Ort. Schnell schließen sich auch die Stadt und der Landkreis dem Solidarfonds mit einer weiteren Million an. „Die Unternehmen in einer wirtschaftlichen Notsituation sind somit schnell zu Mitteln gekommen, die eben im Gegensatz zu anderen Wirtschaftshilfen nicht zurückgezahlt werden müssen“, so Puschnerus.

Blumen und Spielzeug
Die Notlage eines Blumenladens nutzt die Stiftung außerdem, um den Bewohnern und den Mitarbeitern der sechs Altersheime in Wolfenbüttel und den Mitarbeitern des Klinikums Wolfenbüttel ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern – und verschickt insgesamt 620 Blumensträuße. „Es muss nicht immer ein Scheck sein. Es sind diese kleinen Gesten, die einem selber wichtig sind. Die Bewohner der Altersheime haben sich so gefreut, das kann man mit keinem Geld aufwiegen.“ Außerdem unterstützt die Stiftung den Corona-Nothilfefonds des DRK, mit dem die Tafel Wolfenbüttel unterstützt wird und Spielzeug an Kinder sowie alte Rechner an Schulen gespendet werden.
Zum Unternehmensverbund gehört auch die Güterverwaltung in Reinau. „Das ist ein biolandwirtschaftlicher Betrieb, der viele kleine Projekte im kirchlichen Bereich gemacht hat. Die auf dem Gutsbetrieb angestellte Gutspfarrerin Inka Baumann hat die Situation ganz schnell aufgenommen und zum Beispiel eine WhatsApp-Gruppe zur Seelsorge gegründet.“ Das zeigt, was auch die Stiftung selbst vermittelt: „Jeder bringt sich ein. Da kommt so viel zurück“, freut sich Puschnerus.
Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zu helfen, vergisst die Vorständin gerne auch einmal die Zeit. „Gerade am Anfang waren das sieben Tage die Woche. Zu helfen tut mir so gut, dann ist es mir auch egal, wann ich abends den Rechner runterfahre.“ Und eines nimmt sie schon jetzt aus der Corona-Zeit mit: „Dass uns eine Krise nicht in die Knie zwingt, sondern gerade jetzt machen wir das Visier auf und marschieren weiter. Genauso, wie wir es immer machen.“

Der Unternehmensverbund
Im Zentrum des Netzwerks, das sich mit vereinten Kräften der Bewältigung der Corona-Krise in der Region widmet, steht die Unternehmerfamilie Mast. Beteiligt an den Initiativen und Aktionen waren und sind der Spirituosenhersteller Mast-Jägermeister SE, der Biolandwirtschaftsbetrieb Güterverwaltung Reinau, die Curt Mast Jägermeister Stiftung sowie weitere Unternehmen der Unternehmerfamilie.

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