19. Mai 2015
Engagement

Stiftungsserie: Neugestaltung der Experimentierwelt

Die Phæno Stiftung in Wolfsburg

Phæno-Geschäftsführer Michel Junge probiert gern auch mal selbst aus. (Foto: Matthias Leitzke)

Es gibt eine Zahl, die spielt im Jahr 2015 eine bedeutende Rolle im Phæno: die Zehn. Seit zehn Jahren nämlich staunen und lernen, begreifen und erfahren Alt und Jung gemeinsam in der großartigen Experimentierlandschaft in Wolfsburg. An 350 Stationen darf der Besucher sich ausprobieren und zum Beispiel dem Wasser beim Wellen schlagen folgen, optischen Täuschungen auf die Spur gehen oder einem sechs Meter hohen Feuertornado beim Wirbeln zusehen. Dazu kommen jährliche Sonderausstellungen. Keine Frage: Langweilige Feriennachmittage dürfte es in unserer Region eigentlich nicht mehr geben, seit das Phæno im Jahr 2005 nach vier Jahren Bauzeit seine Pforten geöffnet hat. Parallel zum Baubeginn mitten in Wolfsburgs Innenstadt wurde 2001 die Stiftung Phæno gegründet. Eine Million Euro hat damals die Stadt Wolfsburg als Stammkapital zur Verfügung gestellt. „Es ist eine der wenigen Stiftungen in Deutschland, die naturwissenschaftlich-technische Erlebnisse für ein breites Publikum ermöglicht. Die Stiftung hat zur Gewährleistung des Betriebs von Phæno die Phæno gGmbH gegründet“, wie Geschäftsführer Michel Junge erläutert.

Junge leitet seit Herbst 2013 die Geschicke des Science-Centers, nachdem Dr. Wolfgang Guthardt, der Initiator des Phæno, in den Ruhestand ging. Die gGmbH stelle die Grundfinanzierung des laufenden Betriebs durch ihre Einnahmen sicher zum Beispiel aus Ticketverkäufen, Verpachtungen oder Vermietungen. Wie aber fördert die Stiftung? „Die Stiftung soll durch Fundraising-Aktivitäten die Bildungsaufgabe von Phæno unterstützen. Starke Partner tragen durch ihre Unterstützung der Stiftung dazu bei, dass Experimentierstationen und Programmangebote des Phæno aktuell und lebendig bleiben“, erklärt Junge.

Verfügbares Geld wird in den Erhalt sowie die Weiterentwicklung der Experimentierstationen und des Programms gesteckt. Denn auch wenn die Exponate der Dauerausstellung in den vergangenen zehn Jahren durchweg intensiv gewartet wurden, nagt an so manchem Stück der Zahn der Zeit. „Wir werden das gesamte Jubiläumsjahr nutzen, um die Ausstellung zu erneuern“, sagt Michel Junge. Dabei solle die Qualität des Erlebnisses gesteigert werden.

„Ziel ist es, am Ende des Jahres eine runderneuerte Ausstellung mit Böden und Wänden! präsentieren zu können.“ Zudem solle das Phæno noch stärker als bisher eigene Exponate entwickeln. Das Geld der Stiftung scheint mit einem Blick ins Programmheft im Jubiläumsjahr gut angelegt. Immerhin erwartet die Besucher zum zehnten Geburtstag nicht nur ein Festjahr, sondern auch viel Neues: Bereits im März war der erneuerte Bereich „Opticks“ der Dauerausstellung wieder für Groß und Klein zugänglich. So richtig flippig wird es ab Mitte Mai: Dann wird die Ausstellung „Ausgeflippt“ weltweit zum ersten Mal zu sehen sein. In Kooperation mit dem amerikanischen „Pacific Pinball Museum“ gibt es berühmte Flipper, Musikmaschinen und hölzerne Flipper zu sehen und zum Teil auch zum Ausprobieren. Ein weiterer Höhepunkt: eine neue Kunstinstallation namens „Spectral Landscape“ des amerikanischen Künstlers Pete Stephens. Diese verwandelt die Ausstellung bei Sonnenlicht in ein wahres Farbenmeer. Es weht also ein frischer Wind durch das berühmte Gebäude im Herzen Wolfsburgs. Aber Michel Junge hat noch viel mehr vor. „Meine Aufgabe sehe ich darin, Bewährtes zu erhalten, weiterzuentwickeln und mit diesem Team auch neue Wege zu gehen.“ Zum Beispiel im Bereich Bildung: „Ich möchte von der vorschulischen Bildung bis zum Schulunterricht alle Stufen weiter stärken und ausbauen und auch Zielgruppen wie die Erwachsenenbildung noch besser erschließen.“ Es sei ihm ein Anliegen, die Nutzung des Phæno als Ressource für den Schulunterricht für alle Jahrgänge noch selbstverständlicher werden zu lassen. Zudem solle die Zusammenarbeit mit anderen Science-Centern verstärkt werden. Langweilige Feriennachmittage wird es also auch in Zukunft nicht geben dem Phæno sei Dank.

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