22. November 2017
Engagement

„Unser Auftrag: Nächstenliebe leben“

Dr. Jens Rannenberg und Hans-Peter Daub, Vorstände der Dachstiftung Diakonie und der Diakonie Kästorf, im Interview

Dr. Jens Rannenberg. Foto: Jonas Gonell

Die Digitalisierung verändert den Menschen, Firmen und Branchen in hoher Geschwindigkeit. Wie verändert es Ihre Arbeit und Ihr Unternehmen?


Dr. Rannenberg: Wie andere Unternehmen auch versuchen wir durch den Einsatz von Kommunikationstechnik die Kommunikation nach innen und nach außen zu intensivieren und zu erleichtern. Intelligente Programme vereinfachen den Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand, der in den letzten Jahren durch gesetzliche Vorgaben enorm gestiegen ist. Informationen werden leichter zugänglich, die Transparenz sowohl nach innen wie nach außen nimmt zu. Gerade arbeiten wir an einem neuen Webauftritt, der noch nutzerfreundlicher ist und es leicht macht, unser Angebot zu erkennen und mit uns in Kontakt zu kommen. Sehr spannend wird, inwiefern digitale Medien und Instrumente auch unmittelbar die diakonische Arbeit erleichtern. Gerade haben wir eine App für wohnungslose Menschen entwickelt, mit der sie an jedem Ort in Deutschland die nächstliegenden Hilfe- und Beratungsmöglichkeiten finden und kontaktieren können. In der Pflege ist der Einsatz digitaler und technischer Hilfsmittel ein kommendes großes Thema, auf das wir uns vorbereiten.


Die Dachstiftung Diakonie beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter. In welchen Bereichen sind diese tätig?

Daub: Während die Kästorfer Diakonie in der Hilfe für Wohnungslose und in der Beschäftigung einen Schwerpunkt hat, bringt das Stephansstift sehr stark das Bildungsthema ein: Förderschulen für Kinder und Jugendliche mit emotionalen und sozialen Beeinträchtigungen, Fachschulen für soziale Berufe, ein Zentrum für Erwachsenenbildung. An fast allen Standorten haben wir Angebote der Jugendhilfe für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Die Dachstiftung betreibt Kindertagesstätten und verantwortet inzwischen die Arbeit in 15 Pflegeheimen. Man kann sagen, dass die Dachstiftung in allen diakonischen Hilfefeldern aktiv ist außer dem Betrieb von Krankenhäusern.


Wie schwierig ist es für Sie Auszubildende sowie zukünftige Fach- und Führungskräfte zu bekommen?


Daub: Auch wir spüren inzwischen an manchen Orten den Fachkräftemangel, besonders im Blick auf pädagogisches und pflegerisches Fachpersonal in ländlichen Regionen. Umgekehrt aber bilden wir selbst intensiv in unseren Fachschulen aus, entwickeln zusammen mit Berufsakademien aktiv die Möglichkeiten eines dualen Studiums und ermöglichen auch ein breites Spektrum von Handwerksausbildungen. Die Gesellschaften der Dachstiftung gelten als attraktive Arbeitgeber. Soziale Arbeit macht unmittelbar Sinn und schenkt ein hohes Maß an innerer Erfüllung. Das können und müssen wir hier und dort noch deutlicher machen und den Zugang zu sozialen Berufen auch erleichtern. Aber wir erleben, dass das gelingt und die Arbeit nicht gefährdet ist.

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