und
1. November 2017
Engagement

„Wir sind Ermöglicher, keine Konzert- oder Kunstveranstalter“

Axel Richter, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Braunschweigischen Stiftung, verwaltet zusammen mit einem neunköpfigen Team ein Stiftungsvermögen von mehr als 50 Millionen Euro

Axel Richter, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Braunschweigischen Stiftung. Foto: Holger Isermann

Axel Richter, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Braunschweigischen Stiftung, verwaltet zusammen mit einem neunköpfigen Team ein Stiftungsvermögen von mehr als 50 Millionen Euro. Im Haus der Braunschweigischen Stiftungen am Löwenwall unterhielten wir uns mit ihm über die Weitung des Kulturbegriffes und das Stiftungswesen in der Region.


Herr Richter, seit der Gründung der Stiftung im Jahr 1994 stehen Sie an der Spitze der Geschäftsstelle: Was waren die Meilensteine in dieser Zeit?

Ganz wichtig war, dass unser Vorstand der Geschäftsführung gerade am Anfang viel Leine gegeben hat, um die Region noch einmal neu aus Stiftungssicht kennenzulernen und mit den Förderern und Partnern sehr intensive Kennenlerngespräche zu führen. Das war schon wesentlich. Außerdem haben wir die irdische Ewigkeit unserer Stiftung in Fünf-Jahres-Rhythmen, so genannte Phasen, unterteilt und setzen die Meilensteine damit selbst: Anlauf, Strukturierung, Konsolidierung, Institutionsalisierung, Wirkungsorientierung.


Was waren die stärksten fünf Jahre?

Ich glaube, was das Wesen der Stiftung betrifft, die ersten, weil sich da ihre Persönlichkeit herausgebildet hat. Die nächstwichtige war die Strukturierungsphase, während der wir uns klar werden mussten, wo setzen wir Schwerpunkte, was lassen wir sein, wo liegen Problemstellungen, die wir lösen müssen? Diese ersten beiden Phasen haben die Stiftung am meisten geprägt.


Wie groß ist Ihr Einfluss?

Immer genau so stark, wie es dem Kuratorium, dem Vorstand als operativem Organ und dem Geschäftsstellenteam gemeinsam gelingt, die Stiftung weiterzuentwickeln.


… und Sie persönlich?

Wenn Sie so dezidiert fragen: Meine Rolle besteht darin, zu filtern; zu erkennen, welche Ansätze sich lohnen und in einer ganz normalen Führungsfunktion dann auch die Kolleginnen und Kollegen zu bitten, sich ein bisschen stärker damit zu beschäftigen. Außerdem habe ich eine Mittlerfunktion zum Vorstand, aber ansonsten ist das schon ein ganz gewaltiges Gemeinschaftswerk.


Wie geht es Ihrer Stiftung gegenwärtig finanziell?

Ich glaube, dass ich mit Fug und Recht sagen kann, dass es unserer Stiftung  noch richtig gut geht. Das ist das Ergebnis einer über Jahrzehnte überlegten Anlage- und Rücklagepolitik. Die Höhe unseres Stiftungsvermögens erleichtert uns das ein wenig.


Woran liegt das insbesondere?

Wir haben uns genau zum 1. April 2008 entschieden, ein ganz spezielles Vermögensverwaltungsmodell bei uns zu installieren und wurden hier von einer unserer Stifterinnen, der Öffentlichen Versicherung Braunschweig, beraten und von einer Kapitalanlagetochter der NORD/LB unterstützt. Sie werden sich denken können, dass eine Lebensversicherungsanlage langfristig und sicher sein muss. Kriterien, die auch für eine Stiftungsvermögensanlage gelten. Das haben wir zusammen gebracht und für uns individuell angepasst.

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