10. September 2021
Impulse

Er verbindet die Regionen – per Telefon

Anton Niesporek gründete die Firma Fenicom und gehört zu den Nominierten

Foto: Peter Sierigk.

Ein Dosentelefon hängt an einem Kleiderhaken direkt neben der Tür in den Büros der Firma Fenicom in Braunschweig. Nicht verwunderlich, schließlich sind Telefonanlagen das Geschäft des Unternehmens. Anton Niesporek hat es vor 19 Jahren, 2002, zusammen mit einem damaligen Kollegen gegründet. „Damals“, erinnert sich Niesporek, „hatten wir einen Jahresumsatz von 250.000 Euro. Für dieses Jahr rechnen wir mit drei Millionen Euro.“

Anton Niesporek hat seine Ziele fest im Blick. „Wenn ich irgendetwas anfange, dann will ich auch vorne sein.“ Foto: Peter Sierigk.

Niesporek stammt nicht aus der Region und ist doch mit ihr verwachsen. Das wünscht er sich auch für sein Unternehmen. „Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht“, sagt der 60-Jährige. „Das braucht Vertrauen.“ Und dieses Vertrauen möchte die Firma herstellen, indem sie die Kunden persönlich betreut. Rund 3.500 Kunden erfahren das, etwa 750 davon in Braunschweig. Dort, in Veltenhof-Rühme, hat Fenicom seinen Stammsitz.
Von hier aus fahren die Mitarbeiter zu den Kunden, sehen die Lage vor Ort, beraten. „So können wir zeigen, was geht und was das Beste ist“, so Niesporek. „Das hat Substanz.“ Und die ist dem Mann mit der „fleischfarbenen Badekappe“, wie er selbst sagt, wichtig. „Du musst gute Arbeit abliefern, dann entwickelt sich das Vertrauen.“

Zu Fenicoms Kunden gehören der Paritätische Wohlfahrtsverband, die BBR Verkehrstechnik und Hoffmann Maschinen- und Apparatebau. „Beim Paritätischen fing es 2002 mit einem Anruf an“, erinnert sich der Unternehmensgründer. Der damalige Chef versuchte den gebürtigen Oberschlesier Niesporek zuhause zu erreichen. „Ruf da mal zurück“, habe seine Frau gemeint. Heute betreut Fenicom alle regionalen Niederlassungen des Verbands.
Seit 1980 ist der Unternehmer in der Branche tätig. Damals machte er bei Siemens eine Ausbildung zum Industriekaufmann, die er drei Jahre später abschloss. Siemens übernahm ihn. Sein neuer Chef war sein späterer Partner, Hans-Georg Felderhoff. 20 Jahre später gründeten die beiden Fenicom.

Das gilt auch für Telefonanlagen. Er möchte die Nummer eins in der Region werden. Foto: Peter Sierigk.

Der Name der Firma leitet sich übrigens von ihren Namen und dem Geschäftsfeld ab: Felderhoff (Fe), Niesporek (ni) und Kommunikation (com). Felderhoff ist aus der Firma, die heute 20 Mitarbeiter beschäftigt, mittlerweile aus Altersgründen ausgeschieden. Doch es kamen auch neue Mitarbeiter dazu. Denn Fenicom bildet auch aus.
„Die ‚Knochen‘ werden immer weniger benutzt“, sagt Manager Niesporek und weist auf einen großen, silbernen Block auf seinem Schreibtisch, auf dem ein Telefonhörer liegt. Der Trend gehe immer mehr zur Telefonie über den Rechner. Daher arbeitet Fenicom auch an „Cloud-Lösungen“. Das ist die Zukunft, in die der 60-Jährige das Unternehmen führt. Das Internet ist zwar weltweit, aber auch hier setzt Niesporek auf die Region. Die Server stehen in einem Rechenzentrum in Lehrte, die EDV stammt von einem IT-Dienstleister aus Peine.
Vieles geht heutzutage auch über Handys. Aber, so der Fachmann, das klassische Telefon wird bis auf weiteres nicht wegzubekommen sein. Das liegt zum Beispiel daran, dass Weiterleitungen von einem Mitarbeiter zum anderen über Mobiltelefone noch nicht möglich sind. „Ich wünsche mir, dass die Digitalisierung weiter Fahrt aufnimmt.“

Daran arbeitet er auch nicht zuletzt selbst. 2018 machte er in der Nachbarschaft seiner Firma Werbung für Glasfaseranschlüsse. Rund 40 Unternehmen haben dort ihren Sitz, fünf schlugen ein. Die Erschließung begann, große Telekommunikationskonzerne wurden aufmerksam: Die Sache entwickelte sich.
Niesporek ist nach eigenen Angaben Familienmensch. Mit seiner Frau hat er eine Tochter, mit deren Kindern er gerne Zeit verbringt. „Die beiden sind eine Bereicherung in meinem Leben. Sie geben mir viel Kraft“, sagt er und lächelt. Diese Kraft braucht er nicht nur im Beruf, sondern auch im Sport. 1980 nahm er an der Europäischen Karate-Meisterschaft teil, war Mitglied der deutschen Nationalmannschaft und erreichte mit ihr den dritten Platz.
Vielleicht mag ihn der Kontaktsport so affin für den Kundenkontakt gemacht haben. Früher spielte er Tennis beim Braunschweiger Tennis- und Hockey-Club in der Jungsenioren-Mannschaft. Später entdeckte er das Golfspiel für sich. Beim Braunschweiger Golfclub spielt er in der dritten Mannschaft. Handicap: 13,9. Niesporek: „Wenn ich irgendetwas anfange, dann will ich auch vorne sein.“

Das gilt auch für seine Arbeit. Niesporeks erklärtes Ziel ist es, die Nummer eins in der Region zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, erweiterte sich das Unternehmen um eine Dependance in Halberstadt in Sachsen-Anhalt. Die Firma Huth-Systemhaus wurde Teil des Fenicom-Unternehmens. „Der Name bleibt derselbe, so wissen die Kunden, woran sie sind.“ Schließlich führe der Gründer, Diethelm Huth, den Standort weiter. Die fünf Angestellten wurden ebenfalls übernommen. Für die Zukunft des Unternehmens ist Niesporek klar: „Alle High-Tech-Telefonanlagen in der Region sollen von uns kommen.“

Auch interessant