Die fetten Jahre sind vorbei!

Warum immer mehr Manager auch sportlich besonderen Ehrgeiz entwickeln und welche Impulse physische Herausforderungen für den Job bieten

Warum immer mehr Sportler auch sportliche besonderen Ehrgeiz entwickeln. (Foto: Virgin)

In der Nachkriegszeit sahen Manager noch aus wie der Vater des Wirtschaftswunders. Die Herren Direktoren rauchten, tranken Cognac und trugen nicht selten beeindruckende Bäuche ins Büro. Als Ludwig Ehrhard regierte und Männer wie Max Grundig Geschäfte machten, gehörten Genuss und Völlerei zum Zeitgeist des Erfolgs. Die fetten Jahre sind vorbei.

Heute haben Selbstoptimierung und Disziplin die Chefetagen fest im Griff. Ob ausgelassene Paradiesvögel, wie Virgin-Chef Richard Branson (siehe Foto), oder Asketen im Anzug, wie Bahnchef Dr. Rüdiger Grube, – die unterschiedlichen Typen einen ihre Ambitionen und ihre drahtigen Silhouetten. Viele schnüren regelmäßig die Laufschuhe und trainieren für die Königsdisziplin. Nichts Geringeres als der Marathon ist der sportliche Benchmark ehrgeiziger Manager. Das kommt nicht von ungefähr: Denn wer in den Straßen New Yorks oder Frankfurts Willensstärke und Durchhaltevermögen beweist, kann auch auf der Langstrecke im Büro von der zweiten Luft profitieren. Wir haben verschiedene Studien gewälzt und sowohl mit dem
Wolfsburger Extremsportler Joachim Franz als auch mit dem
Trendforscher Sven Gábor Jánszky gesprochen. Beide führen Manager an ihre Grenzen und zu großen Visionen. Warum in der Region 38 nicht nur die Wirtschaft pulsiert, sondern auch immer mehr Entscheider in Bewegung sind, verraten diese
hier!



Warum Übergewicht den beruflichen Aufstieg hemmt… 58 % der Führungskräfte wiegen zu viel. 12 % der Manager gelten sogar als fettleibig. Sie gefährden nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch die eigene Karriere. Denn der BMI wird immer stärker zum Erfolgsfaktor. Das bestätigt die mittlerweile emeritierte Professorin Sonja Bischoff, die sich seit vielen Jahren mit dem Zusammenhang von Aussehen und Karriere beschäftigt. Während 1986 nur 6 % der befragten Führungskräfte angaben, dass die äußere Erscheinung beim Karrierestart eine wichtige Rolle spiele, hat sich der Wert bis 2008 mehr als verfünffacht. Wer dick ist, gilt bei Personalern demnach nicht nur als Gesundheitsrisiko, sondern auch als faul und undiszipliniert. Zu dem Ergebnis kommt eine experimentelle Studie der Universität Tübingen. 127 Personalern legte man Fotos von potenziellen Bewerbern vor. „Die Ergebnisse sind eindeutig“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Ansgar Thiel in Hinsicht auf die adipösen Bewerber. „Ihnen wurde fast nie ein Beruf mit hohem Prestige zugetraut und sie wurden ebenso selten für eine Abteilungsleiterstelle ausgewählt.“ (Quelle: Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg, Sonja Bischoff: Wer führt in (die) Zukunft? 1986, 2008, Universität Tübingen)



 

^