Vom Sportverein bis zur Sportartikelindustrie

Das Institut für Sportmanagement an der Ostfalia Hochschule widmet sich der Ausbildung von Sportmanagern

Sportpraxis an der Ostfalia: Studierende beim Sommer-Curling. Foto: Ostfalia Hochschule

In den Neunzehnhundertachtzigerjahren fand das Thema Sport noch kaum Beachtung in den Wirtschaftswissenschaften. Das motivierte mich, etwas zu bewegen und meinen Fokus in diesem Bereich auf den Sport zu lenken", erinnert sich Prof. Dr. Ronald Wadsack. Über den eigenen Sport – den Basketball – knüpfte er Kontakte zum Vereinswesen und absolvierte eine Vereinskarriere bis hin zur Leitung. Heute leitet er das Institut für Sportmanagement an der Ostfalia-Dependance in Salzgitter; der damit verbundene Studiengang zählt aktuell etwa 200 Studierende. Im Jahr 1998 wurde er ins Leben gerufen; 2006 nahm dann das gleichnamige Institut seine Arbeit auf und ist an der Fakultät Verkehr-Sport-Tourismus-Medien beheimatet. Es beschäftigt neun Mitarbeiter – darunter vier Professoren, von denen Prof. Wadsack seit dem Jahr 2000 vor Ort ist.

„Mit der Industrie-BWL verhält es sich relativ einfach. Ob Kleidung oder Autos produziert werden – es gibt ein enges Grundgerüst, an dem man sich für die betriebswirtschaftliche Betrachtung entlang hangeln kann. Beim Sport müssen wir zunächst in Profit- und Non-Profit-Organisationen unterscheiden; das wirkt sich u. a. auf die Finanzierungsmöglichkeiten aus. Auch das Thema der unentgeltlichen, freiwilligen Mitarbeit spielt eine besondere Rolle. Dann gibt es die Unterscheidung zwischen Teilnehmersport auf der einen Seite und vermarktungs- und zuschauerorientiertem Sport auf der anderen Seite.“

So reicht die Palette der Absolventen von denen, die in Profisportbetrieben arbeiten, in der Sportartikelindustrie, der Sportvermarktung, im Fitnessbereich Managementaufgaben übernehmen, bis hin zur Tätigkeit in Sportvereinen und -verbänden. Teils führt der Weg zum Sportmanagement-Studium über eine eigene Sportlerkarriere, die stagnierte oder auch Verletzungen, die den Studierenden ausbremsten. „Viele versuchen dann auf anderer Ebene, mit ihrer Leidenschaft verbunden zu bleiben“, erläutert Prof. Wadsack die Motivation einiger junger Menschen.

Seit 2001 richtet der Studiengang den Kongress Blickpunkt Sportmanagement aus. Dabei kommen die Studierenden in Kontakt mit Themen und Akteuren aus der Branche, vor allem, weil sie diesen Kongress selbst konzeptionell gestalten, organisieren und durchführen. „Wir wollen so oft wie möglich Einblicke in die Praxis geben und die Chance, sich aktiv zu beteiligen. Obligatorisch widmen wir uns im vierten Semester zudem dem Projektmanagement.“ Gemeinsam mit regionalen Praxispartnern wie z.B. den regionalen Bundesligisten, dem Handballverband, Sport Thieme, Sportvereinen oder der Bäder-Sport-Freizeit Salzgitter GmbH bearbeiten die Studierenden Projekte. Aber auch mit Adidas gab es bereits Kooperationen.

Von Salzgitter aus hat man sich der Internationalisierung verschrieben und ermutigt seine Sportmanagement-Studenten, ein Auslandssemester zu absolvieren. Beliebt ist ein Semester in Südafrika, an der Nelson Mandela Metropolitan University in Port Elizabeth.

Aus dem Studiengang sind bereits namhafte Absolventen hervorgegangen: „Wir haben eine starke Fraktion beim VfL Wolfsburg. Auch in der Geschäftsstelle vieler anderer Bundesligisten verschiedener Sportarten arbeiten Absolventen von uns. Benjamin Chatton beispielsweise ist Geschäftsführer der Handball-Recken in Hannover und übernimmt jetzt auch noch das Management der TUI Arena. Eine unserer Absolventinnen leitet das Markenmanagement für einen Profi-Boxer.“ Im Rahmen des AbsolventInnennetzwerkes namens Spo-Man können sich heutige Studierende mit diesen bereits erfolgreichen Sportmanagern austauschen und ihre Vernetzung im Sportbereich vorantreiben.

Eine Besonderheit bilden auch die Forschungssemester für Professoren. Sie ermöglichen den Lehrenden eine intensive Auseinandersetzung mit speziellen Fachthemen wie „Freiwilligenmanagement in Sportvereinen und -verbänden“, „Sponsoring“ oder „Private Equity im professionellen Fußball in Deutschland“. Zudem blickt das Institut auf zahlreiche Veröffentlichungen, unter anderem in der „Buchreihe Blickpunkt Sportmanagement“, zurück.

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